Standards in Standard

Es wurde mal wieder Zeit, Grenzen zu überschreiten. Also die des eigenen Landes meine ich. Daher nutzte ich gern die Gelegenheit, mit zwei Bekannten am 25.02.2005 nach Belgien zu fahren und das Spiel Standard Lüttich gegen KRC Genk anzuschauen. Man muss ja ab und zu seinen sportlichen Horizont auch auf die anderen Länder Europas erweitern.

Interessant war das Spiel aus mehreren Gründen. Zum einen ist der in Belgien wirkende Fußballer hart. Härter auf jeden Fall als seine Kollegen, die in Deutschland gegen den Ball treten. Als ich mich vor dem Spiel nämlich erkundigte, ob aufgrund des doch mal wieder sehr winterlichen Wetters mit einer Spielabsage zu rechnen sei, erhielt ich die hohnlachende Antwort: „Absage? In Belgien wird kein Spiel abgesagt!“ Und zwar nie. In der Tat, die spielen anscheinend bei Wind und Wetter. Schnee, Regen, Schlamm, das kümmert die nicht im Geringsten. Was allerdings auch nicht verwundert, wenn man sich das belgische Durchschnittswetter anschaut, welches den entsprechenden Vergleich mit England wohl nicht zu scheuen braucht.
Zum anderen ist Lüttich natürlich recht gut erreichbar. Von meinem Wohnort Bonn aus meldet der Routenplaner schlappe 163 km von Haustür zu Stadioneingang. Das kann man freitags nachmittags schon mal schaffen, ohne Urlaub nehmen zu müssen, zumal das Spiel erst um 20.30 Uhr angepfiffen wurde.
Zum dritten ist die Spielpaarung an sich auch interessant. Dies ergibt sich aus einem Blick auf die Tabelle der Ersten Liga nach 22. Spieltagen. Genk steht auf Platz 3, Lüttich auf Platz 5, durchaus in Schlagdistanz. Und mit diesem Platz 3 hat es etwas Besonderes auf sich. Es ist nämlich der letzte Platz, der zur Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb berechtigt. Der Meister und der Vize-Meister in Belgien dürfen an der Champions League-Qualifikation teilnehmen, der Drittplatzierte immerhin noch gemeinsam mit dem nationalen Pokalsieger UEFA-Cup spielen. Das war’s. Der Tabellen-4. erwirbt die gleiche Qualifikation wie der Tabellen-16., nämlich die Berechtigung, auch in der nächsten Saison wieder in der Ersten Liga spielen zu dürfen. Ganz schön hart. Und da Standard Lüttich in dieser Saison nicht für den UI-Cup gemeldet hat und im nationalen Pokal ausgeschieden ist, ist Platz 3 Pflicht, um international dabei zu sein. Somit ein eminent wichtigen Spiel, in dem es ordentlich rund gehen könnte. Nix wie hin!

Zunächst fahre ich mit der Bahn von Bonn nach Brühl, wo ich ins Auto umsteige. Dann geht es auf die Autobahn. Die grobe Richtung ist die A 4 nach Aachen, sodann auf die A 44/E 40 nach Lüttich. Danach die A 602 bis Cointre, dort auf die N617 Richtung Seraing, welches dem Stadtteil Scléssin, in dem das Stadion liegt, am nächsten sein soll.
So steht es zumindest in meinem Routenplaner, den Ausdruck habe ich aber leider zuhause liegen lassen. Macht nix, es ist noch eine Wegbeschreibung vorhanden, nicht irgendeine, nein, der ADAC höchstpersönlich gibt sich die Ehre. Wobei ich mal gerne wissen möchte, wann derjenige, der diese Route programmiert hat, zum letzten Mal in Lüttich war. Kurz vor dem 2. Weltkrieg scheint mir eine angemessene Schätzung zu sein. Denn als wir die letzte Autobahn an der im Routenplaner ausgeworfenen Abfahrt Richtung Lüttich Innenstadt verlassen, durchaus übereinstimmend auf Abfahrtsschild und Routenplaner mit der Nummer 7 bezeichnet, sollen wir laut Routenplaner links abbiegen. Das geht aber leider nicht, weshalb wir von hier aus auf uns allein gestellt sind. Auf keinem Schild wird etwas von Seraing oder Scléssin erwähnt, die dort befindlichen Namen sagen uns alle nichts. Somit gilt es, erst mal lustig umherzukurven, bis uns vielleicht eine Ortsbezeichnung bekannt vorkommt.

Das ist leichter gesagt als getan. Es gibt da diesen netten Fluss, der durch Lüttich fließt. Es ist die Maas, auf französisch „Meuse“, ein Wort, welches bei korrekter Aussprache in den ersten Minuten vielleicht noch ein schlüpfriges Lächeln auf das Gesicht des deutschen Irrfahrers zaubert, was anschließend allerdings auch nicht entscheidend weiterhilft. Mit der Maas und Lüttich ist das so eine Sache. Die teilt sich nämlich in der Stadt. Mindestens einmal. Wahrscheinlich sogar mehrfach, so hat es den Anschein. Irgendwann fließt der ein oder andere Arm auch mal wieder mit einem weiteren zusammen. Schön, dass man dies mit einem Blick auf einen Stadtplan durchaus hätte vorher wissen können. Dumm nur, dass niemand daran gedacht hat. Wer soll so etwas auch ahnen?

Nun sind wir ziemlich am Arsch. Denn im Routenplaner war davon die Rede, dass eine Brücke überquert werden muss. Herzlichen Glückwunsch, viel Spaß bei der Auswahl, es gibt geschätzt drei Millionen davon. Nun ja, sicherlich übertrieben, aber doch so viele, dass man den Überblick verlieren kann. Ich frage mich ernsthaft, ob irgendjemand die schon mal alle gezählt hat.

Außerdem darf auch nicht jeder auf jede Brücke auffahren, das merken wir, als wir eine besonders große überqueren wollen. Die Anfahrt nach Sichtkontakt gelingt noch, wir befinden uns nur auf der verkehrten Straßenseite. Kleinen U-Turn drehen, fertig.
Leider ist das nicht möglich. Wir wollen tricksen, in ein Wohnviertel abbiegen, einmal ums Karree fahren und schließlich in die entgegen gesetzte Richtung wieder abbiegen. Leider erwischen wir eine Gegend, die nur aus Einbahnstraßen zu bestehen scheint. Eine abenteuerliche Herumkurverei beginnt, auch begünstigt dadurch, dass sich niemand auf den engen Gassen zeigt, den man mal fragen könnte. Das Viertel ist menschenleer, die vereinzelten Geschäfte sind entweder geschlossen oder zeigen nur leere Verkaufsräume hinter rußigen Schaufensterscheiben. Doch, sehr nett hier. Dabei müssen sie alle zuhause sein, denn die engen Kopfsteinpflasterstraßen werden von zahlreichen parkenden Autos gesäumt. Aber auf die Straße traut sich anscheinend niemand. Und das am Freitag Nachmittag.

Schließlich gelingt es uns, die Schnellstraße wieder zu erreichen und in die gewünschte Richtung abzubiegen. Aber potzblitz, in dem Moment, in dem wir das Maas-Ufer erreichen, biegt die Straße nach rechts ab und führt – unter der Brücke durch wieder zurück in die Stadt. Das war zwar ein netter Exkurs, aber völlig fruchtlos im Ergebnis. Erst später, als wir die Brücke nochmals aus einiger Entfernung sehen, werden wir feststellen, dass sich ihre Zufahrt in einem Tunnel befindet, der gottweißwo anfängt, wahrscheinlich hätte man bis Charleroi fahren müssen, nur um die verdammte Brücke zu überqueren. Ganz tolle Unterhaltung.

Anschließend gelingt es uns, eine kleinere Brücke Richtung City zu queren. Dies ist allerdings nur möglich, indem man sich auf der Straße, die sich plötzlich von zwei auf acht Spuren verbreitert, ganz links hält. Ausgeschildert war dies leider nicht, es klappt nur, weil der Fahrer noch rechtzeitig die Lage erkennt und über drei Spuren wechselt. Auch dies ist knifflig, denn der Lütticher Stadtverkehr ist doch sehr dicht, da aber hier anscheinend eh alle fahren wie sie wollen, machen wir das einfach auch und gelangen tatsächlich unfallfrei über die Brücke und in die City.

Hier wird man zunächst mit Hinweisschildern erschlagen. Alles und jedes ist angeschlagen und ausgeschildert, wir wissen gar nicht, wo wir zuerst hinschauen sollen. Kleiner Schönheitsfehler: weder Seraing noch Scléssin sind dabei. So langsam schwant uns, warum im deutschsprachigen Teil der offiziellen Webseite von Standard der Anfahrtsweg so erfrischend kurz dargestellt ist: „Standard`s Stadion finden Sie ganz in der Nähe der Stadt die man in Deutsch „Lüttich“ nennt im Teil Seraing/Sclessin. Das Stadion ist mit dem Auto sowie mit öffentlichen Verkehrsmittels einfach zu erreichen. Mit dem Zug fahren Sie bis zum Bahnhof Liège Guillemins, von dort aus weiter mit dem öffentlichen Bus.“ Ende der Durchsage. Klar, wenn sie das Wörtchen „einfach“ noch weiter ausgeschmückt hätten, hätten sie eine neue Unterseite dafür aufmachen müssen. Und man will ja potentielle Gäste nicht abschrecken. Wenn die einmal in Lüttich sind, dann werden sie auch versuchen, es zu finden, so deute ich die mehr als spärliche Informationspolitik.

Hinzu kommt, dass sich die Stadt Lüttich noch eine besondere Art der Touristenverarsche erlaubt. Zusätzlich zu den zahlreichen Hinweisschildern taucht in schöner Regelmäßigkeit ein weiteres Schild auf: „Toutes directions“. Das nenn ich informativ! Da kann man sich ja eigentlich nicht verfahren. Kann man aber doch, denn der Lütticher setzt (innerlich wahrscheinlich laut lachend) noch eins drauf, und stellt dann ebenfalls in schöner Regelmäßigkeit weitere Schilder auf, auf denen dann „Autres directions“ steht. Da fehlt eigentlich nur noch der Smily. Und wenn ich der Fahrer wäre, dann wäre jetzt wohl der Moment gekommen, in dem ich die Karre irgendwo eingeparkt hätte, ne Cola trinken gegangen und dann entnervt nach Hause gefahren wäre. Ach nee, geht nicht, von hier aus würde ich ja niemals den Weg zurück finden. Also weiter, weiter!

Immerhin schaffen wir es, im Laufe der nächsten halben Stunde den Bahnhof Guillemins von allen vier Seiten anzufahren. Der ist also wirklich zentral gelegen, Respekt. Alle Wege führen nach Guillemins, keiner davon jedoch weiter nach Scléssin. Schlussendlich fahren wir einige nette Serpentinen hoch und befinden uns in einem Stadtteil, der einen schönen Überblick über Lüttich bietet. Es stehen auch nette Häuschen hier. Leider ist wieder kein Mensch zu sehen. Immerhin sind wir die verdammten Flüsse los, man freut sich ja schon über Kleinigkeiten. Andererseits bedeutet dies, dass wir komplett falsch sind, denn das Stadion soll in der Nähe der Maas liegen.

Nun erblicken wir eine Tankstelle, an der wir nach dem Weg fragen wollen. Unser Fahrer setzt den Wagen neben die Zufahrt und blockiert damit die Hälfte der Zapfsäulen, so klein ist das Tankstellengelände. Egal. Wir wollen doch nur Fußball sehen. Das kann doch nicht so schwer sein!
Zum Glück spricht einer meiner Begleiter Französisch. Bei mir selbst sieht es da düster aus. Zum einen ist mein letzter Französisch-Unterricht doch schon etwas länger her. Zum anderen war damals diese Sprache das erste Unterrichtsfach, das ich im Rahmen der schülerischen Selbstbestimmung in der Jahrgangsstufe 11 sofort abgewählt habe. Eine Entscheidung, die nach der letzten Klausur, eineinhalb DIN-A4-Seiten mit 66 Fehlern, damals nicht unlogisch erschein, und die ich bis heute nicht bereut habe. Wie gesagt: bis heute. Denn in Lüttich braucht man die französische Sprache, Lüttich gehört zu Wallonien und somit zu dem Landesteil Belgiens, in dem nur Französisch gesprochen wird. „Kleines Frankreich an der Maas“, so schreibt der Historiker Jules Michelet über Lüttich, und es gelten immer noch die vor 25 Jahren auf den Treppen des Rathauses vom damaligen französischen Präsidenten Pompidou ausgesprochenen Worte: „Nie habe ich das Herz Frankreichs so stark schlagen gehört wie hier“.
Aber nun wollen wir mal nach dem Weg fragen. Im Verkaufsraum sitzt ein ca. 80jähriger Greis auf 2 Quadratmetern. Selbst als kleiner Junge, in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts, habe ich selten einen so kleinen Laden an einer Tankstelle gesehen. Wenn du da mit drei Mann reingehst, hängen sie draußen ein Schild auf „Wegen Überfüllung geschlossen“. Aber wir wollen ja auch nichts kaufen.

Und der Opa weiß auch gleich, wo es lang geht. Wahrscheinlich sind wir nicht die Ersten, die bei ihm stranden. Er fängt an, lebhaft zu erklären und zu gestikulieren. Unser Französischkenner bittet ihn, das Ganze aufzuschreiben. Darauf greift der Mann zu einem gelben PostIt-Zettel und beginnt, eine Zeichnung aufs Papier zu malen. Dafür ist der Zettel zwar etwas klein, aber na ja, man kann ja mehrere aneinander kleben. Schlussendlich bekommen wir unsere Zeichnung und Wegbeschreibung. Mit kühner Wende geben wir die Hälfte der Tankstelle wieder für den regulären Betrieb frei. Vorwärts, wir müssen zurück.
Wir passieren einige Kreisverkehre, ich stelle erstaunt fest, dass man in Belgien inmitten eines Kreisverkehrs gerne mal einen Teich anlegt oder auch ein Haus draufstellt, dann sind wir wieder unten in der Stadt. Und diesmal gelingt das richtige Abbiegen, denn kurze Zeit darauf taucht nicht nur das ersehnte Schild nach Scléssin auf, sondern sogar auf das Stadion wird hingewiesen! In der letzten halben Stunde waren wir gar nicht so falsch, nur der entscheidende Abbieger fehlte. Immerhin haben wir uns damit auf der richtigen Seite des richtigen Flussarms bewegt, das macht einen schon stolz.

Abschließend kann gesagt werden, dass der Weg zum Stadion wirklich nicht allzu schwer ist. Auf der Karte zumindest. Wenn man immer auf der rechten Uferseite des Hauptarms der Maas entlang fährt, ist es wirklich nicht zu verfehlen. Die Uferstraßen tragen auch alle die Bezeichnung „Quai“ Irgendwas und bieten einen guten Anhaltspunkt. Man darf nur nicht einmal falsch abbiegen. Und vielleicht noch eine Brücke überqueren. Und den Überblick verlieren, welchen Flussarm man grad überquert hat. Dann wird’s aufgrund des etwas merkwürdigen Verkehrsleitsystems in Lüttich abenteuerlich. Und dann wird man auch feststellen, dass sämtliche Uferstraßen an beiden Seiten sämtlicher Flussarme die Bezeichnung Quai Irgendwas tragen. Viel Spaß dabei.

Wir erreichen somit den Stadtteil Scléssin. Es ist ein Industrie-Stadtteil. Kohlebergbau und Stahlindustrie prägen das Bild dieses Teils von Lüttich. Allerdings befindet sich die Industrie Belgiens, die einst ausschließlich auf Steinkohle und Eisenerz basierte, gegenwärtig in einer Phase der Umstrukturierung und Standortverlagerung, wie es immer so schön heißt. Der früher bedeutende Abbau der Eisenerzvorkommen im Maas-Sambre-Teil Belgiens, der Gegend von Lüttich und Charleroi, oft als „belgisches Ruhrgebiet“ bezeichnet, ist ebenso wenig profitabel wie der Steinkohlebergbau. Nur noch ein Viertel des belgischen Bruttosozialprodukts wird in Wallonien erwirtschaftet. Ausländische Investitionen flossen in den letzten 30 Jahren vorwiegend nach Flandern, nach Antwerpen, Gent oder Brügge. Die Ruinen der Fördertürme und Zechenanlagen Walloniens stehen daher heute als Zeugen einer industriellen Vergangenheit. Noch in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts schrieb ein Journalist das Schlagwort von der „Hölle von Scléssin“ nieder, welches auch auf das Stadion übergegangen ist. Der Journalist meinte damit jedoch nicht das Stadion, den Verein oder die Fans, sondern der Begriff „Hölle von Scléssin“ stand für den gesamten Stadtteil aufgrund der nie erlöschenden Feuer der Verhüttungs- und Bergbauanlagen.

Leider liefert die moderne Zeit den durchaus unbiblischen Beweis, dass auch mal eine Hölle zufrieren kann. Zumindest in Scléssin. Geschäfte, deren Schaufenster mit Pappe verhängt und deren Eingänge mit Brettern zugenagelt sind. Aufgegebene Tankstellen mit abmontierten Zapfsäulen und eingeschlagenen Fensterscheiben. Die ganze Gegend grau in grau, Bäume oder Parks sind nicht zu sehen, die Gebäude sind verrußt, die meisten Fabriken stillgelegt. In unmittelbarer Nähe des Stadions steht eine riesiges Hüttenwerk, aus dem es noch raucht, und das die ganze Gegend mit einem schmutzig-grauen Schleier in der Luft versorgt. Allerdings auch nicht mehr lange. In spätestens zehn Jahren gehen auch hier die Schornsteine aus, dies ist schon beschlossene Sache. Dann dürfte in diesem Stadtteil endgültig fini sein. Als wir aus dem Wagen aussteigen, ist es totenstill auf der Straße, ein eisiger Wind pfeift von der Maas her um die Gebäude. Alles in allem kommt man wahrscheinlich nur hierher, um möglichst schnell wieder wegzufahren. Es sei denn, man hat das Pech, hier zu wohnen. Es ist schon sehr trist. Und es erklärt auch vollkommen, warum diese Stadtteile auf der offizielle Website der Stadt Lüttich mit keiner Silbe genannt werden bzw. wenn doch, dann so gut versteckt, dass ich sie nicht gefunden habe. Scléssin und Umgebung wirken wie die kleinen schmutzigen Geheimnisse eines Emporkömmlings, der sich offen, modern und kulturbewusst präsentieren möchte. Da stören solche Gegenden, in denen sowieso bald die Lichter ausgehen, verständlicherweise ein wenig. Mir drängt sich beim Anblick der Umgebung eine uralte Assoziation auf: kann sich noch irgendjemand an ein wirklich ganz altes Video von Michael Jackson, „Billie Jean“, erinnern? Diese verlassenen Straßen, in denen der Wind das Zeitungspapier durch die Gassen wehte, umrahmt von funzeliger Beleuchtung? Könnte hier gedreht worden sein.

Bei dieser Umgebung dürfte klar sein, dass es sich bei Standard Lüttich um einen Arbeiterverein handelt. Der ist allerdings etwas besser dran als seine Umgebung. Standard ist über die Grenzen der Stadt bekannt und beliebt und bezieht circa ein Drittel seines Supports bei Heimspielen von Auswärtigen, sogar aus den Niederlanden und Luxemburg reisen die Fans an. Aber man bleibt bei seinen Wurzeln, auch als vor der EM 2000 die Frage anstand, ob ein neues Stadion gebaut oder das alte komplett modernisiert werden sollte, entschied man sich für die zweite Variante und behielt seinen Standort bei.

Angesichts dieser Verhältnisse entscheiden wir uns, dahin zu gehen, wo in diesem Stadion das Leben toben soll – auf die Tribüne III, eine Hintertortribüne, die in Belgien berühmt-berüchtigte „Côté terril“ („terril“ = Halde, es ist also unschwer zu erraten, was hinter dieser Tribüne liegt), in den Block E3 auf den Mittelrang – die Heimat der Ultras von Standard Lüttich. Mal sehen, was dort geboten wird.

Zunächst ein ordentlicher Eintrittspreis. Tickets gibt es in drei Preiskategorien, die für die Tribüne III liegen zwischen 22,00 Euro (Vollzahler) und 12,00 Euro (Kinder unter 12 Jahren). Nach der Umrüstung des Stadions gibt es nur noch Sitzplätze, jedoch würde auf der Tribüne III niemand auch nur auf die Idee kommen, während des Spiels zu sitzen. Also Stehplatz zu Sitzplatzpreisen. Wir betreten das Gelände, das Vorfeld bis zum Tribünenaufgang ist recht klein, nur von Imbissbuden und kleinen Fan-Artikel-Hütten gesäumt. Wie im Januar in Kerkrade muss ich auch hier zwischen den mannigfaltigen Segnungen des holländisch-belgischen Fast Foods, welches ich liebe, wählen, denn es ist wieder alles vertreten, was Rang und Namen hat: Hamburger, Frikandel spezial, Hot Dog, alles mit frischen, in riesigen Pfannen angeschmorten Zwiebeln (dass ich das noch erleben darf), nicht zu vergessen „broodje gehaktbal“ und Pommes mit dieser speziellen Fritjesaus, die relativ ekelig aussieht, aber umso besser schmeckt. Nach ausgiebigem Studium der „Speisekarte“ entscheide ich mich, es diesmal mit einem Hot Dog für 2,50 Euro zu versuchen. Eine gute Auswahl, sowohl geschmacklich als auch von der Bestellung her, denn die Bedienung ist flämisch, der Mann spricht kein Wort französisch. Da empfehlen sich natürlich internationale Worte wie „Hot Dog“ besonders.

Nun entern wir die Tribüne. T III ist wie gesagt eine Hintertortribüne, die andere Hintertortribüne, die „Côté Meuse“, beherbergt unter anderem die Gästeblöcke. Nach dem Umbau vor der EM 2000 fasst das Stadion (das eigentlich nach einem früheren Vereinspräsidenten offiziell „Stade Maurice Dufrasne“ heißt, jedoch überall nur „Stade Scléssin“ genannt wird) knapp 26.600 Plätze, alle überdacht. Es ist in drei Etagen gebaut, Unter-, Mittel- und Oberrang, wobei die Ränge speziell bei den beiden Hintertortribünen sehr steil ansteigen, man kann unten das Tor kaum erkennen, wenn man auf dem Mittelrang steht, so nah „darüber“ ist man platziert. Auf der Haupttribüne wurden über 300 Logenplätze, auf der Gegentribüne über 600 Business Seats eingerichtet, wahrscheinlich auch extra zur EM. Gerade diese Business Seats wirken wie ein großer Kinosaal, hochklappbare Polsterreihen in einem Raum quer über die Gegentribüne hinter einer großen Glasscheibe. Fehlen nur noch Popcorn und Cola, aber vielleicht gibt es das dort ja auch. Das Stadion ist gut gefüllt, 21.000 Zuschauer sind anwesend.

Ich stehe inmitten der Ultras im Mittelrang, direkt hinter dem Tor, ziemlich weit vorn am Geländer. Auch auf dem Geländer haben sich schon einige Leute breit gemacht, sitzen oder stehen dort und halten sich mit einer Hand fest. Absperrung nach unten zum Unterrang: keine. Besonders „lustig“ kommt dies, weil sich vor Spielbeginn noch einige Spaßvögel auf die bewährte Stagediving-Art nach unten zum Geländer durchkämpfen. Einfach oben in die Menge hechten, die sodann mit dem Domino-Effekt nach vorne stolpert und den Weg frei macht. Die Leute in der Nähe des Geländers stört dies nicht im Geringsten. Die nehmen das als große Party. Ich sehe und rieche auch, warum. In dem Block wird dermaßen gekifft, dass es eine helle Freude wäre, wäre ich ein Altachtundsechziger. Kleine Cannabis-Wölkchen wabern hier und da in der kalten Luft, wo mehr als ein Joint im Einsatz ist. Ich sehe auch mehrere Leute, die in beiden Händen Zigaretten halten, links die normale Filter, rechts den Joint. Okay, die merken eh nix mehr, selbst wenn sie gleich über die Balustrade nach unten abgehen würden. Aber mir wird langsam mulmig, der Teil der Tribüne ist gesteckt voll, es geht nicht vor und nicht zurück (es sei denn, einer dieser Komiker muss sich von oben nach unten durcharbeiten), raus kommt man auch nicht mehr, die Tribünenaufgänge sind nämlich ebenfalls gerammelt voll mit Leuten. Die Musik vor dem Spiel tut ihr übriges, es ist eine einzige Party von ca. 200-300 Leuten, ohne Rücksicht auf Verluste.

Und dann bricht die „Hölle von Scléssin“ los. Zumindest für mich persönlich. Man hätte es ja wissen können, dass die Standard-Ultras mehr die italienische Form des Supports verfolgen, schließlich hat Standard einen hohen Anteil an italienisch-stämmigen Fans durch die vielen Gastarbeiter, die einst den Bergbau und die Stahlindustrie belebten und mit ihren Familien in Lüttich leben. Vor einigen Jahren gab es mal das Bemühen der Vereinsführung, Dino Baggio in der Sommerpause zu verpflichten. Und obwohl die Verhandlungen dann scheiterten, und der italienische Superstar nicht an die Maas wechselte, hatte Standard zu Saisonbeginn 5.000 Dauerkarten mehr verkauft. Allein auf die Möglichkeit hin, dass er vielleicht kommen würde.
Also: ich hätte wissen können, was da auf mich zukommt. Aber irgendwie habe ich es verdrängt.

Es beginnt ganz harmlos mit der Einlaufmusik. Das ist irgendein Techno-Gedröhne, welches mich nicht weiter interessiert hätte, wenn nicht zu Beginn des Liedes ein Countdown herunter gezählt werden würde. Und das scheint das Stichwort zu sein: bei „Zero“ geht’s los.
Der Typ hinter mir haut mir beim Hochhalten seinen Doppelhalter ins Kreuz. Okay, kann passieren. Entschuldigend tätschelt er mir die Schulter. Ich will mich umdrehen, um ihm anzuzeigen, dass es okay sei – leider sehe ich ihn nicht mehr. Allein links und rechts neben mir haben vier Rauchtöpfe die Arbeit aufgenommen und hüllen alles in grauen, weißen und roten Qualm, Sicht gleich null. Letzteres ändert sich aber sogleich, als der Knabe vor mir zwei Bengalen entzündet, sofort ist mein gesamtes Gesichtsfeld in gleißendes Rot gehüllt. Und dass das jetzt vor meinen Augen zu tanzen beginnt, hat nix damit zu tun, dass ich so langsam Sternchen sehe, sondern der Typ tanzt auf seinem Sitz herum, die Bengalen wild hin- und herwedelnd, so dass die Funken in alle Richtungen stieben. Das nenn ich mal kontrolliertes Abbrennen!
Ich riskiere jeweils einen Blick nach links und rechts – dasselbe Bild. Alles ist in Rauch gehüllt, dazwischen brennen Bengalen. Von oben regnet Konfetti herab. Darüber hinaus herrscht ohrenbetäubender Lärm, und die Musik zählt für mich durchaus dazu. Dann erreicht der Rauch Augen und Lunge und ich versuche, mit dem ganzen Kopf in Jacke und Pullover zu kriechen, was allerdings weder mir noch den Umstehenden so richtig gelingt. Ein fröhliches Husten und Würgen auf dem kompletten Rang hebt an.

Vom Spielfeld ist so gut wie nichts zu sehen, weit in der Ferne, obwohl ich nur 60 Meter entfernt stehe, sehe ich schemenhaft die Mittellinie, da stehen noch Spieler, aha, kann also noch nicht angefangen haben. Von links kommt ein Windstoß, der den Rauch ein wenig verweht. Fast hätte ich schon wieder etwas freie Sicht. Das ist den Herrschaften neben mir, die sich genauso die Lunge aus dem Hals würgen wie ich, aber offenbar zu langweilig. Sofort wird neuer Rauch erzeugt, der den ganzen Mittelrang einhüllt. So langsam greift bei mir die Atemnot, und ich frage mich, warum ich mich nicht für diese Tour mit einer ABC-Schutz-Maske ausgerüstet habe, schließlich sitz ich doch quasi an der Quelle. Ja, hinterher ist man immer schlauer.

Fazit dieses Pandämoniums: der Schiri pfeift das Spiel mit fast zehn Minuten Verspätung an, bis auch die letzte Bengale abgebrannt und der letzte Rauch sich verzogen hat. Im Mittelrang waren es an die 30 Bengalen, die in dieser Zeit gezündet wurden, was da an Rauchutensilien verfeuert wurde, wagt niemand auch nur zu schätzen, hinzu kommt das Konfetti, das wirklich sehr großzügig vom Oberrang geworfen wurde, kurz: der Block sieht aus wie ein Schlachtfeld. Und ich weiß mal wieder, warum so was auf Fotos zwar vielleicht nett aussieht, aber doch wohl eher etwas für Leute ist, die eh nicht mehr viel merken. Eben solche Leute, die sich die Lunge aus dem Leib husten und gleichzeitig die nächste Rauchladung zünden. Aber das wusste ich ja schon vorher. Selbst Schuld, dass ich mal wieder mittendrin stehe. Immerhin kann das Spiel jetzt angepfiffen werden.

Die Aufstellung von Standard offenbart, dass Herr Bosman auch in seinem Heimatland Spuren hinterlassen hat: Namen wie Oguchi Onyewu, Jorge Curbelo, Ivica Dragutinovic, Mathieu Assou-Ekotto, Sergio Conceicao oder Milan Rapaic klingen jetzt nicht gerade typisch belgisch. Letzterer ist auch der einzige Name, der mir grob etwas sagt, ich meine, den Herrn mal in der kroatischen Nationalmannschaft gesehen zu haben. Ansonsten für mich lauter Unbekannte, ebenso wie Truppe, die der KRC Genk aufs Feld geschickt hat.

Zum Spiel könnte man eigentlich ungefähr drei Sätze schreiben. Es ist nämlich ziemlich schlecht und besteht eigentlich nur aus Standards, Freistoß, Eckball, Freistoß. Es ist so ziemlich alle dreißig Sekunden unterbrochen. Torchancen gibt es hüben wie drüben in der ersten Halbzeit ziemlich wenig. Da hab ich wenigstens etwas Zeit, um mal wieder tief Luft zu holen, mir die brennenden Augen zu reiben und das Konfetti abzubürsten. Dafür, dass das der Tabellen-3. und der Tabellen-5. sein sollen, sind sie erstaunlich schlecht. Ich habe den Eindruck, selbst jeder deutsche Zweitligist würde gegen beide Teams nicht automatisch als Verlierer feststehen. Aber vielleicht ist auch nur der Druck vor diesem Spiel so groß, sodass beide Mannschaften mächtig verkrampft spielen? Vielleicht liegt es auch am seifigen Boden, der zwar schneefrei ist, auf dem aber dennoch in der ersten Viertelstunde des Spiels einige erstaunliche Rutscheinlagen gesichtet werden können? Und vielleicht spielen beide Teams nicht in Bestbesetzung? Ich weiß es nicht, ich bin kein Fachmann der Jupiler League (übrigens nach einer Biermarke benannt – Bitburger Bundesliga, wir kommen!). Daher will ich natürlich nicht zu hart urteilen, aber es bleibt einfach ein schlechtes Spiel.

Dass es in meinem persönlichen Erfahrungsschatz doch noch in der Kategorie „erwähnenswert“ rangiert, liegt ganz allein an der 38. Minute, in der allergrößtes Fußball-Kino zelebriert wird. Folgende Ausgangssituation: langer hoher Ball in den Lauf eines Standard-Stürmers, der Torwart von Genk eilt aus seinem Gehäuse, um die Kugel im Sechzehner aufzunehmen. Plötzlich merkt er, dass es vielleicht nicht reicht, das Eintrudeln des Balles im Sechzehner abzuwarten, der Stürmer ist doch ein wenig schneller als erwartet. Sicherheitshalber streckt er daher die Hände nach vorn und faustet die Kugel zur Seite weg, wo sie von einem Mitspieler angenommen wird. Sauber geklärt.

Nach ein oder zwei Sekunden geht aber die Fahne des Linienrichters hoch. Der Schiri pfeift. Der Linienrichter hat diese Faustabwehr außerhalb des Strafraums gesehen. Absichtliches Handspiel außerhalb des Sechzehners also. Und was das bedeutet, macht der Schiri sofort unmissverständlich klar: er zeigt dem Torwart Rot.
Nun geht’s richtig rund. Der Schiri muss sich eines halben Dutzends Genker Spielern erwehren, die auf ihn einstürmen. In Deutschland hätte es wohl sechsmal Rot gegeben, denn alle tatschen ihn irgendwie an. Der Torwart rennt zum Linienrichter und überschüttet ihn mit einem Wortschwall, der wohl, bei wohlwollender Interpretation, seine nicht mit der Meinung des Assistenten konform gehende Regelauslegung beinhalten dürfte. Aus dem Gästeblock, direkt hinter dem Ort des Geschehens angesiedelt, fliegt prophylaktisch ein Rauchtopf in den Fünf-Meter-Raum, nur um mal zu zeigen, dass man auch noch da ist. Große Aufregung allenthalben.
Der Schiri befreit sich schließlich von seinen menschlichen Kletten und bedeutet dem Torwart, endlich zu verschwinden. Das hat der aber noch lange nicht vor. Jetzt marschiert er zum Schiri und redet wild gestikulierend auf ihn ein. Dieser lässt sich nicht erweichen. Und jetzt – kaum glaubhaft, aber wahr – zieht der Torwart sein Trikot aus und möchte es dem Schiri in die Hand drücken, wahrscheinlich verbunden mit der Aufforderung, sich gefälligst selbst ins Tor zu stellen, wenn er schon solche unglaublichen Entscheidungen trifft. Der Schiri interessiert sich allerdings nicht für das Geschenk, woraufhin der Torwart ihm mal so richtig auf den Pelz rückt. Will er sich vielleicht das Schiedsrichter-Trikot sichern? Man weiß es nicht, drei Mannschaftskameraden halten ihn zurück und schleppen ihn Richtung Spielfeldrand, um Schlimmeres zu verhüten. Im Genker Fanblock stehen sie schon auf den Balustraden, anscheinend bereit zum Sprung. Hoffentlich merken die, dass sie im Mittelrang stehen, Luftlinie mindestens fünf Meter nach unten. Der Torwart geht jetzt doch und schmeißt sein Trikot vor der Haupttribüne wütend auf den Boden. Dies bringt ihm hämischen Applaus ein, beantwortet mit der in der ganzen Welt ziemlich eindeutigen Geste mit dem Mittelfinger. Die Lage beruhigt sich wieder.

Sie beruhigt sich soweit, dass die Zuschauer einzuschlafen drohen, denn die Genker Ersatzbank, die während des ganzen Tumults keinen Finger gerührt hat, beginnt jetzt erst, ihren Ersatztorwart einsatzbereit zu machen. Dann braucht man noch etwas länger, um sich zu einigen, welcher Feldspieler ausgewechselt werden soll. Insgesamt verstreichen somit noch einmal fünf Minuten, bevor das Spiel weiter geht. Was den Schiri aber nicht davon abhält, bereits nach zwei Minuten Nachspielzeit zur Pause zu pfeifen. Ich hoffe mal für ihn, dass der Genker Torwart nicht vor seiner Kabine auf ihn gewartet hat…

Ich kann nicht beurteilen, ob die Rote Karte korrekt ist, ich stehe zu weit weg. Wenn der Schiri allerdings einen Sonderbericht anfertigt, rechne ich mit 8 Wochen Sperre für den Torwart. Zwei wegen des absichtlichen Handspiels und sechs für den Zirkus danach sowie für die sicherlich nicht so freundlichen Worte, die er nach seinem Platzverweis von sich gegeben haben dürfte.

So gesehen war die erste Hälfte des Spiels dann doch sehr unterhaltsam. In der Pause wechsle ich flugs den Tribünenaufgang, da es mir in der Mitte zu voll ist. Am Rand der Tribüne hat man noch genügend Platz, das Spiel in Ruhe weiterzuverfolgen. Standard gewinnt schließlich 1:0, und ausgerechnet der Einzige, mit dessen Namen ich etwas anfangen kann, ist der Torschütze, Milan Rapaic. Standard klettert dadurch auf Rang 4, nur einen Punkt hinter Genk. Die Hoffnung, im internationalen Geschäft dabei sein zu können, bleibt also. Aber wie gesagt, es war ein äußerst mäßiger Kick. Höflich gesagt.

Die Rückfahrt verläuft dann fast ohne weitere Probleme, da die Autobahnen im Stadion-Umfeld recht gut ausgeschildert sind. Nur am Anfang müssen wir noch ein wenig herumirren, was allerdings daran liegt, dass wir der Beschilderung zur Autobahn nach Aachen folgen. An den nächsten zwei Kreisverkehren sind der Stadt wohl die Geldmittel für Straßenschilder ausgegangen, denn dort ist die Autobahn einfach nicht mehr ausgeschildert! Kein Schild zu sehen, obwohl wir den zweiten Kreisverkehr vorsichtshalber zweimal komplett durchfahren, was bei nachfolgenden Wagen für gewisse Irritationen sorgt. So kommt es dann doch, dass wir nochmals falsch abbiegen, aber diesmal ist der Irrtum schnell erkannt und ausgebügelt. Schließlich gelangen wir über eine menschen- und autoleere Autobahn wieder nach Deutschland und auch nach Hause.

Fazit: ein schwaches Spiel, begeisterungsfähige Fans, die ich Weichei aufgrund meiner mir doch recht teuren Gesundheit beim nächsten Mal nur von weitem sehen möchte, ein deprimierender Stadtteil, ein schönes Stadion, eine verwirrende Stadt. Insgesamt also ein unterhaltsamer Ausflug. Obwohl ich beim nächsten Mal glatt überlegen könnte, tatsächlich mit der Bahn anzureisen. Und dass ausgerechnet ich einen solchen Satz schreiben muss, zeigt, dass ich alles in allem doch ein wenig sauer auf die Stadt Lüttich bin. Aber nur ein wenig.

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