30.-34. Spieltag

Und schon wieder ist eine Saison beendet! Was einst in August und September rabenschwarz begann, hat sich doch noch zu einem Happy End entwickelt. Daher freue ich mich jetzt schon auf die nächste Zweitliga-Saison mit Fortuna Düsseldorf. Und ich kann hier in aller Gemütsruhe die letzten fünf Spiele und alles drumherum Revue passieren lassen. Von einzigartigen Spielen im Rindenmulch, von Rekorden, sogar für die Ewigkeit, und von Torhütern außer Rand und Band zum versöhnlichen Saisonfinale. Geht doch!

Tore, Punkte, Rindenmulch

Am 15.04.2011 war es dann soweit: nach endlosem Hin und Her bezüglich diverser Ausweichoptionen für Fortuna während der Belegung der Arena durch den Eurovision Song Contest und der anschließenden Entscheidung der Stadt, für die letzten drei Heimspiele der Saison ein „mobiles Ausweichstadion“ neben der Arena hinzustellen, konnten wir ja schon in den letzten drei Monaten an jedem Heimspieltag bewundern, wie schnell solch ein „Wegwerf-Stadion“ heutzutage aufgebaut werden kann. Die kleine Generalprobe mit dem U 17-Länderspiel Deutschland gegen die Ukraine wurde am 26.03.2011 bestanden, nun stand die Feuertaufe für die airberlin world benamste Hütte an: Heimspiel der Fortuna gegen Union Berlin. Natürlich.

„Natürlich“ deshalb, weil Union schon einmal unser Premierenpartner war: am 10.09.2004, zur Einweihung der damals noch namenlos großen Turnhalle mit den bunten Sitzen. Irgendwie kommt immer Union, wenn wir eine Premiere haben. Klar, im Vorfeld dachte man, dass eine Premiere mit feststehendem Ergebnis vielleicht etwas langweilig werden könnte, schließlich endeten die letzten acht (!) Partien beider Teams gegeneinander seit dem Jahr 2007 stets 1:0 mit 0:0 zur Pause, sechsmal gewann Union, zweimal wir. Aber damals, als sie zur Premiere bei uns waren, da galt das nicht, da gewannen wir nämlich mit 2:0. Also durfte man hoffen, dass es auch bei der diesmaligen Premiere etwas Anderes geben würde als das ewige 1:0.

Es ist zwar schon des Öfteren kolportiert worden, aber ich schreibe es trotzdem auch, weil sich mir persönlich der Eindruck ebenfalls aufdrängte: Willkommen auf dem Ponyhof! Dies dachte ich unwillkürlich, als ich das Stadionumfeld an jenem 15.04.2011 zum ersten Mal betrat. Die Erbauer hatten rund um die Tribünen ungezählte Tonnen Rindenmulch verteilt, deshalb war der Reitstall auch meine erste Assoziation, als ich auf den weichen Untergrund trat. Beim Gang auf die Tribüne erweiterte sich das Bild noch ein wenig: in den Zugängen hat man einfach rote Stoffbahnen über die Stahlrohrgerüste gezogen, Untergrund wie gehabt: Rindenmulch. Da an jenem Abend wunderbares Frühlingswetter vorherrschte und diese Stoffbahnen anscheinend dankbare Wärmeleiter sind, entstand beim Gang auf die Tribüne für wenige Sekunden unwillkürlich der Eindruck, man befände sich auf dem Scheunenfest, welches letzten Sommer in dem Reitstall gegeben wurde, in dem die holde Gattin das eigene Pferd stehen hat. Wenn man die Tribüne betrat und in den Innenraum schaute, wunderte man sich unwillkürlich, warum dort Oxer und Wassergraben fehlten. Aber dieser Eindruck verflog schnell. Ein schöner grüner Rasen, zwei putzige Anzeigetafeln und ca. 30 menschliche Spieler, und keine Galopper des Jahres, die sich warm liefen und Bälle durch die Gegend schossen, holten einen schnell wieder in die Realität zurück und signalisierten, dass es hier nicht um Abwürfe, Zeitstrafen und Scheuklappen gehen würde, sondern um Tore, Punkte, Meisterschaft. Ein Glück!

Auch die Mannschaft hatte sich bereits im Vorfeld sehr angetan gezeigt von der neuen Heimstatt und unisono die Enge des Stadions und damit verbundene Nähe der Spieler zum Zuschauer gelobt. Trainer Norbert Meier brachte es auf den Punkt, indem er vor dem Spiel sagte: „Es ist so wunderbar eng, dass mich jemand, als ich beim Training mal zur Eckfahne ging, von der Tribüne aus am Kopf gekrault hat.“

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Mein Platz auf der Tribüne war übrigens atemberaubend schlecht, ziemlich weit oben unterm Zeltdach und direkt neben einem Gestänge, welches unterhalb des Daches zu den Kameraplätzen führte. Um eine Aktion im linken Strafraum des Spielfeldes zu erkennen, musste ich jedes Mal den Kopf fast auf die Tischplatte legen und unter dem Gerüst durchspähen. Dies musste ich in der ersten Halbzeit so oft durchführen, der neutrale Beobachter könnte durchaus gedacht haben, ich sei stets kurz davor, einzunicken und würde nur rechtzeitig wieder aufwachen, bevor mir der Kopf auf die Tischkante donnert. Dabei war es ja genau umgekehrt, nur weil das Spiel in diese Richtung so gut war, musste ich so oft den Kopf senken. Irgendwie kam bei mir ein gewisses Oberliga-Feeling wieder hoch. Halt ein bisschen oldschool eben, in allen Bereichen. Aber doch irgendwie cool. Vor allem natürlich, wenn man weiß, dass es nur für drei Spiele sein wird.

Also: strahlender Sonnenschein, schöne milde Temperaturen, ein funkelnagelneues kleines Stadion mit Ponyhof-Charme – bei diesem Ambiente verbringt man doch gerne einen Abend bei einer Premiere. Und wenn dann der Gegner auch noch so schön mitspielt, hat man überhaupt keine Sorgen mehr. Beziehungsweise eben nicht mitspielt. Union Berlin lieferte an jenem Abend eine echte Null-Leistung ab, null Einsatz, null Spiel nach vorne, null Sicherheit in der Abwehr. Sie waren nicht mehr als ein Sparringspartner für die gut aufgelegten Gastgeber. Oder vielleicht waren Unsere einfach nur zu gut? Von den in den letzten Jahren immer schwer umkämpften Spielen beider Kontrahenten war jedenfalls nicht mehr zu sehen. Umkämpft war bei den Spielern von Union einzig die Frage, wer zuerst vom Platz fliegen würde. Vielleicht hatten sie ja eine interne Wette laufen, jedenfalls klammerten, schubsten und traten sie, dass es nur so eine Freude war. Und zwar für den Schiri, der gleich sechs Gäste verwarnte, weil die immer und überall zu spät kamen und sich nur mit Fouls zu behelfen wussten. Er weigerte sich jedoch hartnäckig, auch mal einen runterzuwerfen, wahrscheinlich wollte er nicht als parteiisch gelten, falls es tatsächlich eine interne Wette gab. Die diesbezügliche Krönung fand in der zweiten Halbzeit statt, als er dem längst mit Gelb verwarnten Bernd Rauw nach dem fünften Foul den noblen Wink gab, sich mal ganz schnell auswechseln zu lassen. Dieser kam der Aufforderung unverzüglich nach und entging damit dem eigentlich gerechtfertigten Abgang ohne Ersatzspieler. Aber da war das Spiel eh längst durch, von daher doch ein schöner Zug des Schiris, der kein allzu böses Blut mehr aufkommen lassen wollte.

Was sich Union neben Spitzenleistungen für die Foulstatistik an jenem Abend noch so zusammen spielte, würdigte deren Trainer Uwe Neuhaus auf der Pressekonferenz nach dem Spiel mit folgenden Sätzen: „Das war eine absolute Nicht-Leistung meiner Mannschaft. Wir konnten froh sein, dass es nur 3:0 ausging. Meine Mannschaft wird eines merken: Wer am Wochenende die Leistung verweigert, muss in der Woche umso mehr leisten.“

Da wird der eine oder andere Union-Kicker in der Woche nach dem Spiel wohl ordentlich ins Schwitzen gekommen sein…

Fortuna siegte also 3:0 gegen Union Berlin, vor 18.900 Zuschauern. Es war nicht ganz ausverkauft, circa eintausend Zuschauer hätten noch reingepasst. Dennoch ein schöner Rahmen für das Spiel zweier Mannschaften, für die es tabellarisch eigentlich um nichts mehr ging. Aber während die einen auch genauso spielten, wollten die anderen dem heimischen Publikum etwas bieten und überrollten den Gegner insbesondere in der ersten Halbzeit – in der die Fortuna auf das von meinem Tribünenplatz aus links gelegene Tor spielte – dermaßen, dass ich fast ständig zu den bereits erwähnten Kopfmanövern gezwungen wurde, um nichts zu verpassen. Und dies dann auch noch in zeitlich schneller Abfolge, denn in der ersten Viertelstunde tat sich nicht besonders viel auf dem Rasen. Die Initialzündung setzte der Berliner Abwehrspieler Göhlert, der in der 17. Minute den linken Arm ein wenig zu weit rausstreckte, als Ken Ilsø ihn rechts im Strafraum umkurven wollte. Der Ball sprang an die Hand, der Schiri pfiff Elfmeter, der sky-Reporter sagte, seiner Meinung nach zu Unrecht, der Mensch von der Sportschau kommentierte: „Berechtigt!“, man darf es sich also wieder einmal aussuchen. Ich denke auch, dass der Elfer gerechtfertigt war, denn wenn das eine natürliche Armhaltung bei Göhlert gewesen sein soll, dann würde ich die gesamte Truppe mal schnellstens auf Gicht untersuchen. Kann man geben, muss man aber nicht.

Genau nach diesem Motto machte Sascha Rösler die Kugel anschließend auch rein. Schlecht geschossener Elfer, der glücklich durch die Beine von Union-Keeper Marcel Höttecke flutschte; der kann reingehen, muss aber nicht. Rösler hingegen musste antreten, weil unser etatmäßiger Elferschütze Jens Langeneke zuvor in Oberhausen bekanntlich Gelb/Rot gesehen hatte. Durch seine ewige Meckerei hat der Jens jetzt die endgültige Aufnahme in die Fortuna-Annalen verpasst, denn natürlich wird der Elfer als „Erstes Tor im mobilen Ausweichstadion“ in die Historie des Vereins eingehen. Und wenn man in fünfzig Jahren darüber spricht, dann wird es auch heißen, das Ding wäre „souverän“ verwandelt worden. Die Zeit heilt schließlich alle Wunden.

Der doch etwas glücklichen Führung folgten sodann dreißig Minuten, in denen die Fortuna den Gegner zerlegte, der völlig den Überblick verlor und sich zumeist nur durch Fouls zu behelfen wusste. Insbesondere Ken Ilsø legte einen Gala-Auftritt nach dem anderen hin und gab allen Gegenspielern unlösbare Rätsel auf. So tanzte er rechts an der Strafraumkante zwei Berliner auf Bierdeckelradius aus und bekam von der Torauslinie tatsächlich noch die Flanke hin. Rösler köpfte schön über „Hulk“ Höttecke aufs lange Eck, aber Rauw konnte noch auf der Linie klären. Andersrum bediente Rösler den quirligen Dänen mit einem Zuckerpass, Ilsø tauchte allein vor Höttecke auf, scheiterte aber an dessen gutem Reflex; Rösler wiederum verpasste einen weiteren Treffer, als er nur um Zentimeter eine flache Hereingabe von links verpasste bzw. nicht mehr kontrolliert aufs Tor brachte. Das 2:0 war überfällig und die Unioner dachten sich als gute Gäste, wenn wir das nicht alleine schaffen, dann helfen sie halt freundlich mit. Daher legte Peitz in der 35. Minute schön für Lambertz auf, und der erzielte aus 12 Metern flach in die lange Ecke das 2:0. Es sollte eigentlich ein Befreiungsschlag von Peitz werden, ich will zumindest für ihn hoffen, dass er sich das so gedacht und dann in den Boden getreten hatte. Diesen flachen Ball fast von der Torauslinie quer durch den eigenen Strafraum direkt auf den Fuß von Lambertz logisch irgendwie anderweitig zu erklären, dürfte Peitz jedenfalls schwer fallen. Lumpi verwandelte routiniert und setzte damit auch ein i-Tüpfelchen auf seine eigene überragende Leistung, man konnte kaum glauben, dass der sechs Wochen Verletzungspause hinter sich hatte. Und als nur zwei Minuten nach diesem Treffer Beister beim nächsten gelungenen Angriff nur den Pfosten traf, war klar, dass Union nicht mehr viel zu bestellen haben würde, sie waren offen wie ein Scheunentor. Wobei ich allerdings nicht den einzigen ernsthaften Torschuss der Gäste im gesamten Spiel unterschlagen möchte. Doch, doch, es gab einen, Halil Savran setzte kurz vor der Pause einen schönen Schrägschuss von der rechten Strafraumkante, nett anzusehen, aber zu unplatziert und kein Problem für Keeper Ratajczak. Das war’s, mehr Union fand nach vorne nicht statt.

In der zweiten Hälfte ließ Fortuna es etwas gemächlicher angehen, ohne dass man ernsthaft in Gefahr geraten wäre. Nach vorne spielte man trotz „gebremsten Schaums“ mühelos weitere Torchancen heraus bzw. ließ herausspielen: der dritte und letzte Treffer wurde nämlich wiederum von einem grandiosen Berliner Fehlpass eingeleitet, diesmal war es Kapitän Mattuschka, der mit einem Querpass dreißig Meter vor dem eigenen Tor zentimetergenau Andreas Lambertz bediente, die müssen an jenem Abend irgendwie geglaubt haben, der gehöre zu ihrem Team. Lambertz nahm die Kugel auf und bediente im richtigen Moment Ilsø, der stand nicht im Abseits, wieder allein vor Höttecke und machte endlich das, was schon längst überfällig war, nämlich sein sechstes Saisontor. Anschließend schaukelte man das Spiel in aller Gemütsruhe nach Hause und ließ es noch einmal krachen: Ilsø hatte sich an der Strafraumgrenze gegen vier Berliner durchgesetzt und den Ball quer auf den eingewechselten Sascha Dum gelegt, und der nagelte die Pille mit voller Wucht gegen das Lattenkreuz. Schade, auch ihm würde ich mal seinen ersten Treffer im Fortuna-Trikot gönnen.

Somit drei Tore, zweimal Pfosten, einmal von Abwehrspieler auf der Linie gerettet, daneben noch mindestens sechs Großchancen – man konnte von einem lauschigen Abend sprachen. Und natürlich von einer gelungenen Premiere.

25.000 Euro Antrittsgeld

Die nächste Großveranstaltung auf dem Ponyhof ließ nicht lange auf sich warten, bereits neun Tage später war der nächste Gast zur Stelle: Heimspiel am Ostersonntag gegen den Tabellenletzten DSC Arminia Bielefeld, einige Tage zuvor frisch abgestiegen, da die chronisch klammen Bielefelder 1,2 Mio. Euro aus dem Sicherungsfonds der DFL angefordert hatten, um die Zahlung zweier kompletter Monatsgehälter des Vereins garantieren zu können. Die DFL entsprach dem Antrag, der DFB bestrafte Bielefeld für die Inanspruchnahme des Fonds allerdings regelgerecht mit dem Abzug von drei Punkten, was den Bielefelder Abstieg endgültig besiegelte. Eine etwas zwittrige Angelegenheit, durchaus legitim, denn genau für solche Situationen ist der Fonds ja geschaffen worden. Allerdings sieht die Situation bei Bielefeld so aus: die Arminia musste nach der letzten Saison erst einmal vor der Pleite gerettet werden, damit sie überhaupt eine Lizenz für die aktuelle Spielzeit erhielt. Dies spiegelte sich dann auch in Kader und Tabellenplatz des Clubs wider, da man damals mit scharfen Auflagen des DFB in die neue Saison gehen musste. In der Winterpause allerdings, als man bereits weit abgeschlagen Tabellenletzter war, holten die Bielefelder noch sieben neue Spieler, die vielleicht alle ablösefrei gewesen sein mögen, deren Gehalt die anderen Bundesligisten allerdings nunmehr über den Sicherungsfonds mitbezahlen dürfen, denn exakt dafür – die Gehaltszahlungen – war der Zuschuss ja beantragt worden. Zur Gegenfinanzierung wurden allen anderen Vereinen der 1. und 2. Liga die Fernsehgelder anteilig gekürzt. Bayern München beispielsweise war mit 70.000 Euro dabei, der FC Ingolstadt mit 12.000, um Spitze und Tabellenende der Fernsehgelder zu nennen. Fortuna lag mit 25.000 Euro noch ganz günstig, trotzdem muss man das so sehen, dass wir 25.000 Euro zahlten, damit diejenigen, die auch ohne Punktabzug faktisch als Absteiger feststanden, überhaupt noch bei uns antreten würden. Denen tat die Strafe also bei weitem nicht so weh wie uns deren Inanspruchnahme des Fonds. Um die Rückzahlung des Darlehens braucht man sich in Bielefeld übrigens auch keine Sorgen zu machen. Die wird nämlich erst fällig, wenn man wieder in die Zweite Liga aufsteigt, und derzeit wissen sie noch nicht einmal, ob sie überhaupt für die Dritte melden können. Da mutet es doch etwas merkwürdig an, wenn deren Noch-Trainer Ewald Lienen, bekanntlich nie um Realitätsferne verlegen, die Kritik einzelner anderer Vereine gewohnt flott kommentierte: „Völlig legitim, dass wir das genutzt haben. Wer das nicht einsieht, soll lieber in einer anderen Liga spielen.“ Da war die gute Laune für das Spiel natürlich schon vorprogrammiert.

Sommerkick

Auf dem Rasen blieb es dann jedoch friedlich. Ein echter Sommerkick, den Fortuna vor 18.100 Zuschauern mit 2:0 gewann. Neben schönen Spielzügen und ausreichend Chancen auf beiden Seiten nahmen sich die Teams auch immer mal die Auszeit, die einen Sommerkick bei schönstem Wetter auszeichnet. Dabei hätte Fortuna schon früh die Weichen auf Sieg stellen können, bereits nach drei Minuten spielte man eine brillante Kombination über den linke Seite, die anschließende Hereingabe von van den Bergh verfehlte zunächst Ilsø knapp und Beister rutschte der Ball anschließend über den Schlappen, als er ihn Richtung langes Eck schlenzen wollte. Kurioserweise wäre dadurch Ilsø, fünf Meter vor dem Tor befindlich, fast noch an den Ball gekommen und hätte auch abstauben können, er stand nicht im Abseits. Letztlich flog die Kugel aber doch ein wenig zu hoch, um von ihm per Kopf noch erreicht zu werden. Wäre natürlich nett gewesen, wenn Beister aufgrund mangelnder Technik in diesem Fall noch einen Scorerpunkt kassiert hätte.

Arminia Bielefeld präsentierte sich um Längen besser als in der Woche zuvor Union Berlin. Man war sichtlich um einen guten Abgang bemüht, hielt ordentlich dagegen und spielte selbst flott nach vorne. Ivanov hatte mit einem Freistoß eine gute Gelegenheit, die Kugel zischte, vom linken Strafraumeck getreten, nur knapp rechts vorbei; das bis dato dickste Ding der gesamten Partie versiebte dann jedoch Guela, der nach einer weiten Flanke von rechts am langen Pfosten völlig frei in den Ball rauschte, nur um diesen dann aus ungefähr acht Metern in die Wolken zu setzen, weil er in Rücklage geraten war. Das war Riesenglück, da hatte die fortunistische Abwehr mal gepflegt gepennt. Wie gesagt, Bielefeld spielte mit und war ein absolut gleichwertiger Gegner. Bis kurz vor der Pause wieder mal klar wurde, warum beim Fußball neben dem Schiri meistens der Torwart der Depp ist.

Bei einem schnellen Angriff der Fortuna über rechts, mal wieder über den sehr aktiven Beister, hatte dieser nach seinem Zug zur Spielfeldmitte hin ausnahmsweise keinen Fernschuss versucht, sondern an der Strafraumgrenze quer auf Sascha Rösler gespielt. Der versuchte sich dann mit einem raffinierten Heber, da sich Bielefelds Keeper am Fünfmeterraum aufhielt. Das Ding hätte gepasst, aber Patrick Platins machte sich ganz lang und konnte ebenso hervorragend zur Seite abwehren, wie er zwei Sekunden später auch noch den Nachschuss aus spitzem Winkel von van den Bergh parieren konnte. Zwei Riesenchancen binnen zwei Sekunden vereitelt, das schafft auch nicht jeder Keeper! Dann ist es natürlich besonders traurig, wenn man diesen guten Eindruck dreißig Sekunden später wieder zunichte macht. Bei der anschließenden Ecke von Ilsø kam Platins nämlich aus dem Tor heraus, behinderte sich beim Versuch, an die Kugel zu kommen jedoch mit einem eigenen Abwehrspieler, und der lachende Dritte war Sascha Rösler, der dadurch vor den beiden am Ball war und zum 1:0 einköpfte, sein fünfter Saisontreffer. Natürlich ein Torwartfehler, der die vorangegangenen Paraden wertlos machte – ist halt doch manchmal ein Scheißjob.

Mit dem 1:0 ging es in die Pause, verdient, weil Fortuna zu diesem Zeitpunkt doch schon wieder vier, fünf gute Gelegenheiten verpasst hatte. Aber auch Bielefeld hatte sich nix vorzuwerfen. Und so ging es auch nach der Pause weiter, in den Zeitabschnitten der Partie, in denen von Sonnenbaden auf Fußball umgestellt wurde, hatte Fortuna die besseren Gelegenheiten, musste allerdings stets auf der Hut sein vor gefährlichen Angriffen der Ostwestfalen. Nachdem wieder Guela aus sechzehn Metern knapp verzogen hatte, machte die Heimmannschaft den Sack in der 67. Minute zu, wiederum mit freundlicher Unterstützung des Gegners: Einen hoch aufspringenden Ball hatte Uzoma am eigenen Sechzehner zum Torwart zurück köpfen wollen, Rösler roch den Braten, ging dazwischen und legte per Kopf auf für Beister. Der zögerte zunächst zu lange mit dem Schuss und ließ sich von Keeper Platins nach außen drängen, sodass die Chance eigentlich schon dahin war; dann zeigte der Youngster allerdings die nötige Übersicht, er legte zurück auf Kapitän Lambertz, der aus zwölf Metern relativ unbedrängt halbhoch in die Maschen abschließen konnte. 2:0, auch für „Lumpi“ der fünfte Saisontreffer.

Danach tat sich nicht mehr ganz so viel, außer dem wieder einmal rührend anzusehenden Bemühungen unseres Kleiderschranks aus der Innenverteidigung, Assani „Luki“ Lukimya, endlich mal sein erstes Saisontor zu erzielen. So nah dran wie dieses Mal war er wirklich noch nicht, nach einer Flanke von rechts setzte er einen tollen Kopfball-Aufsetzer gegen die Laufrichtung des Keepers in die rechte Ecke, alles hatte den Torschrei schon auf den Lippen, aber mit einer fantastischen Parade wischte Platins die Kugel noch zur Seite weg. Der Ball war eigentlich schon drin, eine echte Hexer-Einlage, sehr zu Leidwesen von Lukimya. Und jedes Fortuna-Fans, denn alle würden dem sympathischen Deutsch-Kongolesen, der sich im Laufe der Saison gewaltig gesteigert hat, endlich seinen ersten Treffer für Fortuna gönnen.

Und so plätscherte das Spiel seinem Ende entgegen, die Bielefelder sorgten noch für eine humorige Einlage in der 75. Minute. Trainer Zettel-Ewald nahm seinen Kapitän Rüdiger Kauf vom Platz. Da sich bei Bielefeld anscheinend noch niemand getraut hat, diesem Kernasi zu sagen, dass sie bereits abgestiegen sind, wollte der wohl wieder bis zum Ende alles umgrätschen, was ihm vor die Flinte kam. Deshalb war er für die Auswechslung ein wenig unempfänglich, um es so zu sagen. Konkret feuerte er noch auf dem Spielfeld seine Kapitänsbinde weg, an der Seitenlinie angekommen, entledigte er sich auch seines Trikots und schleuderte es in eine Ecke, nachdem er dem Lienen noch ein paar Nettigkeiten an den Kopf geworfen hatte, die ich leider nicht verstehen konnte. Sprach`s und rauschte stocksauer Richtung Kabine ab, ein sympathischer Auftritt. Wesentlich besser als der seines Mannschaftskollegen Markus Bollmann, der drei Minuten vor Spielende noch mit Gelb/Rot vom Platz flog, aber das interessierte nicht mehr wirklich so richtig.

Fortuna gewann verdient 2:0, auch wenn Bielefelds Trainer Lienen nach dem Spiel natürlich meinte: „Dieses Spiel hätten wir nicht verlieren müssen.“ Für seine Verhältnisse eine ziemlich moderate Aussage, fast schon kuschelweich. Außerdem: für welches Spiel gilt das bitteschön nicht? Man darf gespannt sein, bei welchem Verein der Ewald in der nächsten Saison anheuern wird. Ich habe läuten hören, dass bei RedBull Leipzig ein Stuhl frei wird, da mit Thomas Oral dort nicht verlängert wird. Nur so eine Idee…

Fortuna kletterte nach dem Spiel mit 48 Punkten auf Rang 7 der Tabelle, beste Saisonplatzierung. Bedingt durch die Ergebnisse der Konkurrenz konnte man nach jenem Spieltag sogar theoretisch noch (Relegations-)Rang 3 erreichen! Jaja, die ersten sechs Spiele…

Nach der Partie gab es dann noch ein klärendes Gespräch des Trainers mit Marco Christ und anschließend war unser „Aufstiegsheld“ auf dem absteigenden Ast. Sein Vertrag, der noch bis 2012 läuft, wird zum Saisonende nach vier Jahren bei der Fortuna aufgelöst, Christ unterschrieb einen Dreijahres-Vertrag beim Drittligisten SV Wehen Wiesbaden. Im Spielsystem, welches Meier im Laufe der Saison formte, ist kein Platz mehr für einen „Regisseur“, weshalb der Marco kaum noch zum Einsatz kam. An seinen fußballerischen Qualitäten indes ist nicht zu zweifeln. Vier Jahre hat er bei uns verbracht, mit dem Höhepunkt der letzten Wochen in der Aufstiegssaison, als er zu bestechender Form auflief und den Rest der Mannschaft mitriss, die daraufhin im Schlussspurt noch den Aufstieg schaffte. Mach’s gut, und noch mal einen Extra-Dank für dieses Aufstiegstor, damals am letzten Spieltag gegen Werder Bremen II vor 50.000 Zuschauern. Auch wenn ich bis in alle Ewigkeit nicht glauben werde, dass das Absicht war.

Die ärmste Sau auf dem Platz Part II

Am 29.04.2011 stand das letzte Freitagsspiel der Saison an. Fortuna musste zum Karlsruher SC, der zu diesem Zeitpunkt nur einen Punkt Vorsprung auf Osnabrück auf dem unteren Relegationsplatz und RW Oberhausen auf dem ersten direkten Abstiegsplatz hatte. Für die also ein überlebenswichtiges Spiel, bei uns stellte sich eher die Frage, ob der Trainer der Mannschaft den Ernst dieser Partie würde vermitteln können. Vorweg gesagt sah dies zunächst nicht so aus.

Aber vor das Spiel hat der Fußballgott bekanntlich die Anreise und das Vorprogramm gestellt. Wir fuhren also freitags mittags von Bonn aus nach Karlsruhe, ohne weitere Zwischenfälle, ehe wir wie im Vorjahr in der Karlsruher Innenstadt strandeten, die auch ohne Baustelle kein Stück freundlicher zu Autofahrern ist. Furchtbares Gegurke, das einem da abverlangt wird. Immerhin stellten wir fest, dass es nicht nur dem Verein derzeit schlecht geht, auch die Stadt Karlsruhe hat das eine oder andere Defizit aufzuweisen. Im Parkhaus der IHK beispielsweise tat es der Parkscheinautomat nicht, weshalb wir bei der Ausfahrt an der Schranke kostenlos ausreisen durften, nachdem sich die Schlange hinter uns schon im erhöhten zweistelligen Meter-Bereich bewegte. Da das Büro der Parkaufsicht leider nicht besetzt war, genügte es, nur lange genug in den Lautsprecher an der Schranke zu quängeln, ehe diese schließlich gehoben wurde. Wenn ihr halt partout kein Geld wollt… Zweihundert Meter hinter der Ausfahrt fanden wir übrigens die Baustelle vom letzten Jahr wieder, die war nur ein wenig verlagert worden. Nein, Autofahren in Karlsruhe ist nicht wirklich schön. Aber schließlich waren wir ja auch nicht deswegen hergekommen.

Am Stadion angekommen, wurde es zunächst sentimental für mich: Die Currywurst, die dort gereicht wurde, erinnerte mich nämlich irgendwie an alte Rheinstadion-Zeiten. Kenner und Nostalgiker der Szene wissen natürlich, dass dies nicht unbedingt die positivste Wertung für die im Badenland gereichte Zwischenmahlzeit darstellt. Aber immerhin kamen mir während des Verzehrs unwillkürlich Bilder in den Kopf, von den glorreichen Zeiten der Achtziger und den nicht ganz so glorreichen der Neunziger. Gerade in den 1990er Jahren haben wir in unserem alten Rheinstadion wirklich alles gesehen – Erste Bundesliga, Zweite Bundesliga, Oberliga Nordrhein, Regionalliga. Und egal, wie die Liga oder der Gegner hieß, immer wieder stellte sich mir diese quälende Frage vor dem Anpfiff: Bin ich wirklich dermaßen hungrig, dass ich mich wider besseren Wissens an der Wurstbude anstellen muss? In meinem Fall wurde die Frage meistens mit „ja“ beantwortet, was wiederum meinen Magen noch Jahre nach dem Abriss des Stadions zusammenziehen ließ, wenn er spürte, dass wir in die Nähe des alten Standorts kamen. Und wem damals regelmäßig dasselbe passiert ist – der weiß, wie es in Karlsruhe war. Oder anders ausgedrückt: Ich hatte nicht erahnt, dass so etwas im 21. Jahrhundert überhaupt noch möglich ist…Wobei ich der Fairness halber gerne anfügen möchte, dass die ebenfalls in Karlsruhe gereichte Feuerwurst weiterhin uneingeschränkt empfehlenswert ist. Sie macht ihrem Namen auch alle Ehre, wer dazu noch Senf nimmt, darf hinterher wirklich nicht behaupten, er habe von nichts gewusst…

Weiter ging`s ins Stadion, wo mich neue Irritationen erwarteten. Zuvor hatte ich von einem KSC-Fan, den wir unbeschadet in unserem Auto transportiert hatten, erfahren, dass der KSC sich nicht verkaufe, was man schon daran sehe, dass das Stadion immer noch „Wildparkstadion“ heiße. Dafür gibt`s von mir auch beide Daumen hoch, schließlich hätte ich auch nichts dagegen, noch in einem „Rheinstadion“ zu spielen. Nur das mit der Unverkäuflichkeit hätte ich mir dann doch überlegt: dass ein Verein seine Anzeigetafel mit Werbung zupflastert, ist nun nichts Neues, ist bei uns ja auch der Fall. Dass dies während des Spiels dergestalt geschieht, dass man in regelmäßigen Abständen für volle fünf Minuten Spielpaarung, Spielstand und abgelaufene Spielzeit nicht angezeigt bekommt, fand ich allerdings schon relativ einmalig. Wusste gar nicht, dass so etwas erlaubt ist, aber ich schätze mal, bei der DFL freut man sich über den Fortschritt, selbst das aktuell laufende Spiel und die Spielzeit für Werbeminuten zu verkaufen.

Für schöne humoristische Einlagen sorgten vor dem Spiel dann noch zwei Gestalten, die alles gaben. Zum einen das Maskottchen des KSC. Nun sind mir Maskottchen herzlich schnuppe, solange sie nicht einen überdimensionalen Elefantenkopf tragen und auf den Namen „Grotifant“ hören, aber das in Karlsruhe war auch nicht schlecht: es heißt Willi Wildpark, stellt wohl ein Wildschwein dar und drehte zu meiner Erbauung als Werbemaßnahme vor dem Spiel eine Runde durchs Stadion auf einem so genannten „eBike“, einem Umwelt schonenden Fortbewegungsmittel, welches von einem der Sponsoren des KSC vorgestellt wurde. Und wie das ausgesehen hat, diese Gestalt mit Wildschweinkopf, die eine Runde auf diesem im Vergleich zum Kostüm doch eher klein geratenen Gefährt durchs Stadion dreht, das überlasse ich gerne der Fantasie des Lesers. Ich jedenfalls forderte eine Ehrenrunde.

Dann gab es noch mittels Videowand die besten Segenswünsche des diesjährigen DSDS-Siegers, der zum Zeitpunkt des Spiels gerade vor dem Halbfinale stand, und der hauptberuflich wohl Mitglied bei den KSC-Ultras ist, was er dann auch dahin gehend demonstrierte, dass er einige Fan-Gesänge im Ansatz zum Besten gab, bevor er dem KSC alles Gute für das Heimspiel wünschte und noch einige von ihm signierte Käppis für einen wohltätigen Zweck spendete. So lobenswert die Absicht – ich hätte wirklich einiges darum gegeben, den Jungen mal sein „Schiiiießt ein Tor für uns“ bei Bohlen im Recall singen zu hören. Obwohl, geht auch nicht, dafür hätte ich die Sendung ja mal gucken müssen. Ich gratuliere somit herzlich zum „Titelgewinn“ und bitte nur inständig darum, dass er die beiden Tatbestände „Singen im Studio für ein Album“ und „Grölen im Fan-Block für den KSC“ nicht irgendwann durcheinander bringt. Das wäre fatal.

Nachdem das Vorgeplänkel also einigermaßen amüsant verlaufen war, wurde die Partie angepfiffen, und es schien sich das zu bewahrheiten, was man in den Tagen zuvor befürchtet hatte, nämlich dass die Fortuna nicht gewillt war, sich hier zu überanstrengen. Okay, man spielte mit, man versuchte es auch nach vorne, und als Karlsruhes Buckley in der Anfangsphase mit einem Flanken-Freistoß nur die Latte traf, konterte man dies nur drei Minuten später, indem der schöne Claus den Nachschuss nach einer Ecke an den linken Außenpfosten semmelte. Aber mehr auch nicht. Der KSC spielte einen ziemlich biederen Ball, wir schlossen uns an. Aber die Gastgeber hatten zusätzlich noch leidenschaftlichen Kampf zu bieten, hielten dadurch das Tempo hoch und kamen zwangsläufig zu Chancen. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis es im Fortuna-Kasten scheppern würde.

Es dauerte bis zur 28. Minute. Da nahm Iaschwili dem etwas überforderten Jens Langeneke 20 Meter vor dem eigenen Tor an der Seitenlinie einfach mal den Ball ab, passte blitzartig in den Strafraum, wo Terrazzino die Kugel ebenso schnell in die Mitte weiter leitete. Dort wemmste Stürmer Chrisantus den Ball anschließend aus sechs Metern unter die Latte, 1:0 für den KSC, völlig verdient. Und nur vier Minuten später schien das Spiel durch zu sein. Kurze Ecke von rechts, Iaschwili bekommt den Ball zurück, Flanke, Kopfball, Tor. Seen a hundred times before, möchte man ausrufen. Der Spieler, der uns zum x.ten Mal in dieser Saison einen Treffer mit identischer Entstehung einschenkte, war diesmal einer der Langkamp-Brüder, ich habe verdrängt, welcher von beiden. Doppelschlag binnen vier Minuten, 2:0 für die Gastgeber, und immer noch verdient.

Unser Glück war, dass Christantus Sekunden vor der Pause noch relativ frei stehend das 3:0 verpasste, ansonsten hätten wir eigentlich zur Pause schon nach Hause fahren können. So gab das Ergebnis dem Trainer immerhin noch Anlass zu einer wohl beeindruckenden Pausenansprache.

Nicht dass die zunächst etwas genützt hätte, Fortuna weiter so transusig wie zuvor. Es halfen schließlich zwei Dinge: zum einen, dass der KSC seinen Vorsprung nur noch verwaltete. Zeitgleich lagen Osnabrück und Oberhausen in ihren Spielen zurück, mit dem Sieg wäre Karlsruhe so gut wie durch gewesen. Also wollte man das Spiel wohl nach Hause daddeln, um anschließend schön zu feiern. Dass sie ihrem Tempo aus der ersten Halbzeit Tribut zollen mussten, glaube ich eigentlich nicht, denn der Einsatz stimmte weiterhin, nur nach vorne passierte nichts mehr, von einigen harmlosen Fernschüssen mal abgesehen.

Da auch die Gästespieler keinen ausgeprägten Drang nach vorne entwickelten, entspann sich somit ein allgemeiner Langeweiler im einsetzenden Regen. Bis es Fortuna-Trainer Meier reichte und er den zweiten Grund einwechselte, der das Spiel schließlich kippte: er brachte in der 66. Minute Bröker für Costa, machte also hinten ein wenig auf. Und unser kleiner wuseliger Stürmer mit dem breiten Gesäß machte anschließend ganz alleine etwas, das seine zehn Kollegen zuvor über zwei Drittel des Spiels nicht geschafft hatten: Alarm nach vorne. Fortuna zog die Zügel ein wenig an und prompt scheute der KSC. Angst essen Seele auf.

Es dauerte bis zur 82. Minute, ehe das Spiel abging, dann aber auch so richtig: nach langem Pass auf Beister kam KSC-Keeper Robles völlig unmotiviert aus dem Tor und checkte Beister weg. So etwas sieht man eigentlich auch beim Eishockey nur selten, und Robles konnte heilfroh sein, nur Gelb zu sehen, auch wenn er bei seinem Ausflug im Strafraum nicht letzter Mann gewesen war. Zum fälligen Strafstoß trat Jens Langeneke an, der, diplomatisch formuliert, eh nicht seinen besten Tag hatte. Er schoss mal wieder in die Mitte, der gegnerische Keeper flog mal wieder in eine Ecke – aber diesmal bekam Robles im Abflug noch den Fuß an den Ball und lenkte die Kugel über die Latte. In diesem Moment hätte niemand mehr einen Pfifferling auf die Fortuna gesetzt, Robles wurde geherzt, als ob er gerade die WM gewonnen hätte, das ganze Stadion tobte. Und dann dies: die anschließende Ecke von links nickte Bröker am Fünfmeterraum zum Anschlusstreffer ein, als ob es die einfachste Sache der Welt wäre. War es auch, er stand nicht nur völlig frei, auch der Zehn-Sekunden-Held zuvor, Torwart Robles, blieb brav auf der Linie und störte nicht. Was mich wiederum darauf bringt, dass der Torwart wirklich die ärmste Sau auf dem Platz ist, siehe in der Vorwoche Patrick Platins von Arminia Bielefeld.

Wobei Robles noch einen draufsetzte. Nachdem er einen Rösler-Knaller aus 20 Metern noch gut entschärfen konnte, verschätzte er sich in der 90. Minute zweimal binnen Sekunden spielentscheidend: Zunächst ließ er einen langen Ball in den Strafraum, den er locker hätte aufnehmen können, ins Toraus passieren, um Zeit zu schinden; leider hatte er übersehen, dass zuletzt einer seiner Kollegen am Ball gewesen war, somit gab es noch einmal Eckball für die Fortuna von rechts. Der wurde direkt zur nächsten Ecke geklärt. Und die wurde gaaanz weit auf den langen Pfosten gezogen, Robles sprang galant drunter her, und Ken Ilsø wuchtete die Kugel aus Nahdistanz mittels Kopf, Schulter und Gegenspieler auf der Torlinie über Selbige. 2:2 in der letzten Spielminute – schlagartig Ruhe im Wildparkstadion. In letzter Sekunde noch den Sieg und den damit fast sicheren Klassenerhalt verspielt. Und über das „in letzter Sekunde“ können die Gastgeber noch froh sein – ich wage einfach mal die Behauptung, hätte das Spiel noch fünf Minuten länger gedauert, Fortuna hätte es gewonnen, zu geschockt und konsterniert standen die Karlsruher auf dem Platz herum. So war die Partie zwei Minuten später aus, und der KSC hatte wenigstens noch einen Punkt gerettet, auch wenn der vielleicht zu wenig sein würde.

Passend dazu ging unmittelbar nach dem Schlusspfiff ein richtiger Wolkenbruch über dem Stadion nieder, mit Blitz und Donner und einer gewaltigen Regenflut. Hatte schon etwas von Götterdämmerung.

Fortuna holte somit ein 2:2 in Karlsruhe vor 17.400 Zuschauern, nicht unverdient aufgrund der Leistungssteigerung im zweiten Durchgang. Hätte allerdings Karlsruhe nicht nur panisch versucht, die Pausenführung irgendwie über die Zeit zu retten, und hätte ihr Torwart einen besseren Tag erwischt, hätten wir ziemlich sicher verloren. So hatte der Mann zwar einen Elfmeter gehalten, Fortuna aber trotzdem noch den Ausgleich geschenkt. Ich wiederhole es gerne: die ärmste Sau auf dem Platz ist und bleibt der Torwart. Fast tat er mir ein wenig Leid. Aber den Punkt habe ich trotzdem gerne mitgenommen.

Nachdem wir uns durch die Sintfluten innerhalb Karlsruhes gekämpft hatten, gab es übrigens noch einen kreativen Rückweg: der bedauernswerte KSC-Fan, dem ich im Auto genüsslich alle Fehler seiner Mannschaft aufzählte, um anschließend zu sagen: „Aber eigentlich hättet ihr trotzdem gewinnen müssen!“, musste nach dem Spiel nämlich noch nach Lorch gebracht werden. Wer wissen möchte, wo das liegt, sei im Atlas auf Rüdesheim am Rhein verwiesen, dort in der Ecke. Somit mündete die Heimfahrt in eine gemütliche Überland-Tour durch die Weinorte des Mittelrheins, immer schön am Ufer entlang, ehe wir den netten Kollegen an etwas absetzten, das die Deutsche Bahn wirklich und wahrhaftig als „Bahnhof“ bezeichnet, an dem meines Erachtens aber noch nicht einmal ein Busfahrer freiwillig rechts ranfahren würde. Nachdem wir uns durch das Gewirr enger Gassen wieder zur ausgebauten Straße zurück gekämpft hatten, stand somit noch eine knapp 50 Kilometer lange Fahrt am Rheinufer nach Koblenz an, denn um wieder auf die A 61 zu gelangen, hätte man zunächst eine der in dieser Gegend zahlreich vorhandenen Rheinfähren ans andere Ufer nehmen müssen, die aber natürlich ebenso zahlreich freitags abends um 22 Uhr den Betrieb bereits eingestellt hatten, und das hieß: ab nach Koblenz, wo sich die nächste Brücke befindet. Und was soll ich sagen: es regnete nicht mehr, der Mond schien helle, die Sternlein funkelten, all die Burgen entlang des Wegs, all die kleinen Weinorte am Wasser und all die Schiffe auf dem Rhein waren schön beleuchtet – fast schon eine romantische Tour nach Hause. Sehr zu empfehlen, wenn man ein bisschen Zeit hat. Und wenn man über funktionierende Autoscheinwerfer verfügt, denn ich habe auf der gesamten Strecke nicht eine Straßenlaterne gesehen.

Somit doch noch ein versöhnlicher Abschluss für ein Spiel, an dem Fortuna zuvor 75 Minuten lang nur sporadisch teilgenommen hatte. Eigentlich erschreckend, dass dies reichte, um einen Punkt mitzunehmen. Und zum hundertsten Male die Frage: Was wäre nur möglich gewesen, wenn…?

Torhüter außer Rand und Band

Am 08.05.2011 gab es dann das große Abschiednehmen. Letztes Heimspiel der Saison, letztes Spiel im „Ponyhof Lenarena“, Verabschiedung von Spielern, die die Fortuna nach der Saison verlassen werden. Passend zu all dem war es ein prächtiger Sommertag und das kleine mobile Ausweichstadion war dann auch mit 20.100 Zuschauern restlos ausverkauft. Unter anderem deshalb, weil auch die Gäste endlich mal ihr Kontingent ausgeschöpft hatten, über 2.000 Fans von Alemannia Aachen reisten an. Für die ging es wie für uns um nichts mehr. Das hätte man ihnen allerdings auch sagen können, denn sie traten doch recht rustikal auf. Wobei die entscheidenden Akzente wieder einmal von den Torhütern gesetzt wurden. Von beiden Aachener Torhütern, meine ich damit.

In der 14. Minute langer Ball von Lukimya auf Rösler. Der ist schneller (!) als seine Gegenspieler, steht allein vor Keeper Hohs, legt den Ball um ihn herum, das Tor ist leer. Hohs greift zu, Rösler fällt, Schiri Sippel pfeift Elfmeter für Fortuna und zieht Rot für Hohs, denn der war nun wirklich letzter Mann. Absolut regelkonforme Entscheidung, ich hätte allerdings nichts dagegen gehabt, wenn es der Schiri bei einem solchen Spiel bei Gelb belassen hätte. So kam nur unnötig Hektik auf. Hohs musste vom Feld und brauchte noch nicht einmal zu duschen, denn bis zu diesem Zeitpunkt hatte er exakt eine Flanke abfangen müssen, mehr nicht.

Das Brausebad verschmähen konnte anschließend auch Aachens Stürmer Radu, denn irgendjemanden musste Trainer Hyballa ja jetzt rausnehmen, um Ersatz-Torwart Tim Krumpen bringen zu können. Es traf Radu, der bis dahin noch keine drei Ballkontakte gehabt hatte. Wieder einer mit schlechter Laune. Wie gesagt, ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn der Schiri es bei diesem Goldene-Ananas-Spiel bei Gelb belassen hätte, aber wahrscheinlich hätte der Schiri-Beobachter des DFB auf der Tribüne ein Minus in seine Liste gemacht. Pech für Aachen.

Es kam also Ersatz-Torwart Krumpen, der als erste Amtshandlung gleich mal den Ball aus dem Netz holen durfte, Langeneke hatte seine alte Sicherheit wieder gefunden und den Elfer locker in die rechte Ecke verwandelt. Sein achtes Saisontor, der siebte verwandelte Elfmeter.

Dann wurde es aber kurios: nur wenig später, in der 22. Minute, spielt Ilsø einen Traumpass in den Lauf von Beister, der zieht an Torwart Krumpen vorbei, und was macht der: haut ihn auch wieder um! Da ist in der Sommervorbereitung aber verschärftes Torwarttraining bei der Alemannia angesagt, schätze ich mal. Krumpen erhielt nur Gelb, ansonsten hätte Trainer Hyballa für die restlichen 70 Minuten einen Feldspieler ins Tor stellen müssen. Auch diese Entscheidung geht in Ordnung, Krumpen hatte Beister seitlich zum Tor zu Fall gebracht, als dieser den Ball noch weiter nach außen an ihm vorbei gelegt hatte, außerdem liefen zwei Alemannia-Spieler noch Richtung Torlinie, war also ein anderer Fall als beim ersten Elfmeter. Aber den zweiten Elfer gab es natürlich trotzdem.

Damit es nicht ganz so albern aussieht, wenn bei uns der Innenverteidiger die interne Torjägerkanone mit solch großem Abstand gewinnt, trat diesmal Sascha Rösler an. Auch er verwandelte lässig, 2:0 in Überzahl, bei Temperaturen um die 30 Grad – dies war schon eine kleine Vorentscheidung. Die Fortuna-Fans würdigten die Vorstellung des Gegners mit dem anerkennenden Sprechchor: „Ohne Torwart hättet ihr ne Chance!“, und alles ging seinen gewohnten Gang.

Allerdings möchte ich nicht versäumen zu erwähnen, dass Aachens Trainer Hyballa seine Mannen auch danach trotzig weiter nach vorne schickte, weil sein Spielsystem gar nichts anderes vorsieht. Sehr löblich, und wenn der Mann in Ruhe weiter arbeiten und seinen Kader entwickeln kann, dann ist demnächst auf jeden Fall wieder mit den Aachenern zu rechnen. Belohnt wurden sie in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit, als Thomas Stehle einen Eckball von rechts per Kopf zum Anschlusstreffer in die kurze Ecke einnickte, also wieder einmal Ecke-Kopfball-Tor. Und wo wir schon bei der Sommervorbereitung sind, könnte unser Trainer vielleicht Johannes van den Bergh erklären, dass es Sinn macht, sich bei einem Eckball des Gegners an den kurzen Pfosten zu stellen – allerdings doch bitte von „innen“, das heißt auf die Torlinie! Als Stehle köpfte stand van den Bergh nämlich plötzlich auf der Torauslinie neben dem Pfosten! Keine Ahnung, wie er dahin gekommen war, der Ball allerdings schlug genau dort ein, wo er zwei Sekunden zuvor noch gestanden hatte. Ziemlich unglaubliches Stellungsspiel, welches leider nicht zu unserer Unterhaltung beitrug, denn es war der erste – und einzige – Gegentreffer, den die Fortuna sich in ihrem Ausweichstadion auf alle Zeiten einfangen sollte, und der hätte mit Leichtigkeit vermieden werden können.

Die zweite Halbzeit ist rasch erzählt, schließlich gab es größtenteils nur noch Sommerfußball. Aachen bemühte sich nach vorn, hatte auch noch zwei Chancen, natürlich nach Standards, aber Fortuna bleib die dominierende Mannschaft. Zunächst versuchte Sascha Dum, das Tor des Monats zu erzielen, mit einem schönen Seitfallzieher von der Strafraumgrenze aus, aber Krumpen konnte halten. Anschließend gab Maximilian Beister dem Dum ein bisschen Nachhilfe und zeigte ihm, wie man so etwas macht, indem er den Ball in der 70. Minute aus 28 Metern und halbrechter Position links oben in den Torwinkel hämmerte. Ein absolutes Traumtor des U 21-Nationalspielers, der eine hervorragende Rückrunde gespielt hat und völlig zu Recht mittlerweile zum Stammpersonal auf dem Rasen gehört. Dies war natürlich die Entscheidung, und das Tor wird man hoffentlich noch in der Auswahl zum „Tor des Monats“ sehen, ansonsten weiß ich auch nicht, was man machen muss, um da auftreten zu dürfen.

Mitte der 2. Halbzeit brachte der Trainer auch noch Marco Christ zu seinem Abschiedsspiel vor heimischem Publikum. Die Fans hatten Christ zuvor immer wieder mit Sprechchören gefordert, hatten „Wir woll`n den Marco seh`n!“ und „Ohne Marco wär`n wir gar nicht hier!“ skandiert (Letzteres übrigens auch schon mal pfiffig variiert als „Ohne Mutti wär`n wir gar nicht hier!“ – schließlich war an jenem Sonntag Muttertag). Trainer Meier der es laut eigener Aussage als „Unverschämtheit von mir“ empfunden hätte, „wenn ich dem Marco diesen Abschied nicht gegeben hätte“, wechselte Christ in der 65. Minute unter frenetischem Jubel ein, und der zeigte auch nochmal, dass er weder in der Reha noch auf der Bank etwas verlernt hat: einen Böller aus sechzehn Metern versuchte er selbst, aber der ging daneben; anschließend hätte er fast noch einen Scorerpunkt kassiert, mit präziser Flanke auf Lukimya, der völlig frei vor dem Tor per Flugkopfball wieder einmal sein erstes Tor für die Fortuna um Zentimeter verpasste. Ein schöner Abschied für Christ, den hier niemand vergessen wird.

Zu einem letzten Einsatz kam auch Patrick Zoundi, der uns wohl ebenfalls in der Liga erhalten bleibt. Wie er am Rande des Spiels verriet, sei er sich mit einem Zweitligisten einig, mit welchem, wurde nicht bekannt. Für den war es definitiv der letzte Einsatz für Fortuna, er holte sich nämlich zuvor beim Warmlaufen (!) während der zweiten Halbzeit die Gelbe Karte ab, weil er hinter dem Tor zu viele Faxen machte und ein wenig auf Zeit spielte – es war seine fünfte. Da in Karlsruhe auch schon Sandor Torghelle Gelb gesehen hatte, obwohl er nicht auf dem Platz stand, beim Torjubel zum 2:2 allerdings Selbigen gestürmt hatte, um Ken Ilsø zu herzen, dürften wir auch in dieser Kategorie einen Rekord aufgestellt haben – oder kennt jemand einen anderen Verein, in dem gleich zwei Reservespieler Gelb gesehen haben?

Nebenbei versäumte es Schiri Sippel, dem Aachener Stehle nach Foul an Beister auch noch Rot zu zeigen, denn mehr „letzter Mann“ als in dieser Situation konnte Stehle wirklich nicht sein. Auch die Gelbe gegen Casper hätte man durchaus umdeuten können, schließlich rauschte der kurz nach seiner Einwechslung völlig unmotiviert (oder übermotiviert), von hinten in die Beine von Lambertz, und dafür hatte die Regel nunmal eigentlich eine andere Kartenfarbe vorgesehen. Aber der Schiri wollte sich wohl nicht mehr provozieren lassen. Zum Ausgleich zeigte er Lambertz nach einem Allerweltsfoul dann auch noch Gelb, und auch für ihn war es die fünfte. Saisonschluss für unseren Kapitän.

Fortuna besiegte Alemannia Aachen locker mit 3:1. Man schloss die Saison damit wieder als beste Heimmannschaft der Liga ab – in der letzten Saison gab es 43, diesmal 40 Punkte auf heimischer Scholle, nach den drei Auftakt-Niederlagen zuhause folgten 13 Siege und ein Unentschieden. Egal, was man uns hinstellt, ob eine Turnhalle mit bunten Sitzen oder einen Ponyhof, wir gewinnen trotzdem. Auch stellte man einen lustigen Rekord für die Ewigkeit auf – Fortuna bleibt im Heimstadion airberlin world auf ewig unbesiegt bzw. „verlustpunktfrei“, denn alle drei Spiele wurden gewonnen, und jetzt wird das Teil ja bekanntermaßen wieder abgebaut. Folglich gab es nach dem Spiel auch eine völlig entspannte Verabschiedung von Spielern wie Christ und Zoundi, aber auch der Keeper der Zweiten Mannschaft, der oft genug bei der Ersten auf der Ersatzbank Platz genommen hat, Maximilian Schulze Niehues wurde mit viel Applaus verabschiedet. Ebenso Marcel Gaus, unser „Ich brauche nur 7 Sekunden für eine Gelbe Karte“-Stürmer, der uns nächste Saison als Spieler des FSV Frankfurt gegenüber stehen wird. Und auch Tiago wird gehen, der Brasilianer, der vom MSV Duisburg kam und in den ersten Saisonspielen ein entsetzliches Missverständnis darzustellen schien, sich aber anschließend fing und in den Spielen, in denen er auflief, ordentliche Leistungen brachte. Völlig zu Recht wurde auch er mit „Ti amo“-Gesängen verabschiedet, was ihn sichtlich freute. Der hat`s im Laufe der Saison gepackt und sich selbst aus dem Sumpf gezogen. Was hingegen mit Sandor Torghelle und Ranisav Jovanovic passiert, ist noch völlig ungeklärt.

Es wurde im Rahmen der Verabschiedung auch noch verkündet, dass Fortuna den Vertrag mit Haudegen Sascha Rösler um ein weiteres Jahr verlängert und auch die Kaufoption bei Ken Ilsø gezogen hat. 300.000 Euro möchte der dänische Erstligist FC Midtjylland für seinen Stürmer haben, eine Summe, die erst noch zusammen gebracht werden will, die aber gut investiert sein dürfte, wenn der quirlige Stürmer mit der guten Technik eine weitere Entwicklung nimmt, wie sie sich in der Rückrunde offenbarte.

Insgesamt somit ein schöner Nachmittag und ein Sieg für alle, außer natürlich für die Gäste. Und nun ist auch Schluss für diese Saison mit Heimspielen, esprit-Arena, airberlin world und dem Stadtteil Stockum. Jetzt durften hier Lena und Konsorten ihre große Show zu kleinem Gesang zelebrieren, und im Juli sind wir wieder da. Dann wissen die Sieger aus Aserbaidschan schon gar nicht mehr, wie die Hütte hieß, in der sie gewonnen haben.

Punkteklau in rot-blau

Leider war die Saison mit diesem stimmigen Ausklang noch nicht beendet, es stand noch ein letztes Spiel an, und zwar eines, das man tunlichst nicht abschenken sollte: Auswärtsspiel bei der SpVgg Greuther Fürth in der Trolli-Arena, dem Nachfolger des playmobil-Stadions (meine Herren…). Und für die und ihren Trainer, den Ex-Fortunen Mike Büskens, ging es noch um alles, die konnten noch den Relegationsplatz 3 erreichen, der vor dem Spiel in Besitz des VfL Bochum war, der aber nur zwei Punkte Vorsprung auf Fürth und das deutlich schlechtere Torverhältnis aufzuweisen hatte. Da ging also noch etwas für die Fürther, weshalb man das Spiel tunlichst nicht abschenken sollte, um ganz zum Schluss der Saison einen ähnlich schlechten Eindruck zu hinterlassen wie zum Beginn.

Dabei wollten unser Team den Fürthern am Anfang wohl noch Mut machen, zum zweiten Mal in dieser Saison lief man schließlich mit diesen unmöglichen, viertklassigen WSV-Trikots in rot-blau auf. Und wer gesehen hat, was die Truppe sich in diesen Leibchen in der zweiten Halbzeit in Augsburg zusammengespielt hatte, dem konnte schon beim Warmlaufen angst und bange werden.

Und genauso spielte man anschließend auch. Zumindest in der ersten Halbzeit. Da bekamen die Fortunen – ohne die gelbgesperrten Lambertz und Zoundi – kaum ein Bein auf die Erde gegen die topmotivierten Gastgeber, die erstmals in dieser Saison vor ausverkaufter Hütte spielten, was bei denen immerhin 15.000 Zuschauer bedeutet. Man ließ sich auch durch die frühe Führung des Konkurrenten Bochum gegen Duisburg nicht schrecken, schließlich hatte Fürth als Faustpfand das bessere Torverhältnis. Ein eigener Sieg und nur ein winziges Törchen der Duisburger zum Ausgleich würde für Platz 3 reichen.

Und so gab es in der ersten Hälfte ordentlich Torchancen für die Gastgeber, die eigentlich in Führung hätten gehen müssen. Allerdings trat zu unserem Glück einmal mehr das größte Manko der Spielvereinigung in dieser Saison zutage, das Auslassen selbst klarster Gelegenheiten. Die spielen die Chancen schon heraus, sie brauchen nur zu viele Anläufe, bis auch mal ein Ball rein geht. Ähnliches konnte man zuvor schon beim Heimspiel der Fürther gegen Absteiger Arminia Bielefeld beobachten, als man Chancen für ein zweistelliges Ergebnis heraus spielte, letztlich aber nur so eben mit 1:0 gewann, sodass deren Trainer Mike Büskens damals nach dem Spiel so aussah, als hätten sie grad 0:3 verloren, und er im Interview bekannte: „Im Moment fühle ich mich einfach nur leer.“ Wohlgemerkt, nach einem Sieg und drei Punkten…

Die schöne Tradition der „Tour of Chancenvernichtung 2011/12“ setzten die Fürther dann auch gegen Fortuna fort. Als Höhepunkt verpassten gleich zwei Mann die Hereingabe von Sararer kurz vor der Pause – und vor dem leeren Tor. Aber auch zuvor hätte es schon klingeln können, Fortuna-Keeper Ratajczak – an jenem Tag nicht grad einer der sichersten unter der Sonne – konnte einmal einen Fernschuss toll parieren, ansonsten hauten sie wieder alles drüber oder vorbei.

Und zu ihrem Glück wussten sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass es eh nicht ihr Tag werden würde. Denn wäre das Spiel in Bochum auf der Anzeigetafel parallel gezeigt worden, hätten sie zweifelsohne feststellen können, dass sie in der ersten Hälfte gleich zweimal betuppt wurden: es gab selten zwei glasklarere Elfmeter wie die, die Duisburg in Bochum hätte erhalten müssen. Noch viel unfassbarer wirkt das Ganze, wenn man in den verschiedenen Kamera-Einstellungen sieht, wie der dort körperlich anwesende Schiri Sippel jeweils beste Sicht aufs Geschehen hatte und in beiden Fällen abwinkte. Besonders in der zweiten Szene, als Bochums Holzhacker Dabrowski dem Duisburger Angreifer Sahan routiniert das Standbein wegsäbelte, erscheint die anschließende „War nix!“-Geste von Sippel geradezu unglaublich. Ein Ausgleich für Duisburg hätte die Fürther sicherlich noch einmal besonders motiviert. Aber wahrscheinlich hätten sie auch dann nix getroffen, es war eben nicht ihr Tag.

Wobei: zum Beginn der zweiten Halbzeit taten sie genau dies. Nach der alten Devise: wenn du gegen Fortuna nicht voran kommst, mach doch einfach mal nen Eckball. In der 51. Minute segelte so ein Bällchen von rechts nach innen, am Fünfmeterraum fiel es runter, es war Kuddelmuddel angesagt. Einen Abstauber aus Nahdistanz konnte Ratajczak noch parieren, leider genau vor die Füße von Nicolai Müller, der dann seinerseits aus noch nicht einmal fünf Metern abstauben konnte. 1:0 für Greuther Fürth, und jetzt fehlte in der Tat nur noch der Ausgleich der Duisburger in Bochum, und die Gastgeber hätten auf dem Platz an der Sonne gestanden.

Da war es gut, dass man sich bei Fortuna doch noch aufgerafft hatte, um ein wenig Fußball zu spielen, schließlich wollte man nicht den schlechten Eindruck des „Abschenkens“ vermitteln. Und so ließ man den Gastgebern kurze Zeit später einfach die Luft raus: In der 63. Minute zelebrierte Sascha Rösler mal wieder einen seiner Traumpässe aus dem Stand, mit denen er regelmäßig zeigt, warum man mit ihm verlängern musste, auch wenn er manchmal gegen Ende eines Spiels große Ähnlichkeit mit einer Eckfahne hat, nur lange nicht so beweglich. Aber wen interessiert das, wenn der Mann vorher solche Pässe spielt? Das Bällchen segelte genau in den Lauf von Maximilian Beister, Torwart Walke stürmte aus dem Tor heraus, war aber wieder zu langsam, wie so viele Torhüter in den letzten Wochen, wenn gegen uns gespielt wurde. Beister zog an ihm vorbei, fiel dann meines Wissens zum ersten Mal in dieser Saison bei Annäherung an den Torwart nicht um und schaufelte die Kugel zum 1:1 ins leere Tor. Sein siebter Saisontreffer, sechs davon in der Rückrunde, in der er neben Ken Ilsø bester Mann war.

Fürth zeigte sich kurz geschockt, versuchte es dann aber wieder nach vorne, schließlich stand es in Bochum weiterhin nur 1:0. So ging das fröhliche Chancenverballern weiter, nunmehr jedoch hüben wie drüben, denn Fortuna spielte jetzt mit. Als gastgeberischer Höhepunkt traf Aleksic mit einer schönen Direktabnahme nur den Pfosten, etwas Zählbares sprang nicht mehr heraus. Dann machte der VfL Bochum in den letzten Minuten mit einem Doppelschlag zum 3:0 alles klar (Endstand 3:1), und die Spielvereinigung hatte wieder einmal eine Chance zum Aufstieg verspielt. So langsam muss man sich im Frankenland wohl doch mit der Theorie der „Unaufsteigbaren“ anfreunden. Dabei ist es immer wieder erstaunlich, was der Verein zu Beginn einer jeden Saison aus dem Hut zaubert, nachdem die Leistungsträger der Vorsaison mal wieder verkauft werden mussten. Den Aufstieg hätten die schon längst verdient, auch wenn das wohl eher Krisensitzungen bei sky und den anderen Vermarktern der Ware Fußball auslösen würde aufgrund der „Attraktivität“ des Vereins. Aber Leute wie mich interessiert so etwas eben nur am Rande. Es ist schade, dass der Club in seiner Region so gut wie niemanden interessiert, weil alle, die sich in der Gegend für Fußballkenner halten, zum benachbarten 1.FC Nürnberg rennen. Immerhin hat man mit Mike Büskens jetzt mal einen positiv Bekloppten an der Seitenlinie, der auch einen Vertrag für die kommende Saison besitzt. Wenn es ihm gelingt, wieder eine schlagkräftige Truppe zu formen, kann er vielleicht auch ein wenig mehr Begeisterung im weiteren Umfeld für den Verein wecken. Damit die Fußball-Menschheit merkt, dass es in Fürth schon längst mehr gibt als nur unfassbare Stadionnamen.

Nachdem Bochum die Sache also klar gemacht hatte, ließ auch das Interesse am Spiel nach. Sowohl das der Fürther als auch das des Fernsehens, welches natürlich liebend gerne einen „Relegationskrimi“ übertragen hätte. Und so wurde die letzte Chance des Spiels in der Zusammenfassung schon gar nicht mehr gezeigt, war dann doch zu langweilig: Ken Ilsø traf in der 87. Minute nur die Latte, das Aluminium verhinderte, dass wir das Spiel tatsächlich noch gewannen, es wäre nicht verdient gewesen, aber so einen Auswärtssieg nimmt man natürlich gerne mit, zumal es davon mal wieder nicht allzu viele gab. Aber auch dieses 1:1 war angesichts der rot-blauen Trikots schon erstaunlich genug. Dann waren Spiel und Saison beendet, der VfL Bochum durfte in die Aufstiegsrelegation gegen Mönchengladbach, Fürth schaute mal wieder in die Röhre, und deren Trainer Mike Büskens erklärte erfrischend innovativ: „Im Moment fühle ich mich einfach nur leer.“

Ende, Aus, Mickymaus.

Zahlen, bitte!

Fortuna beendet die Saison somit auf Platz 7 mit 53 Punkten, überholte zum guten Schluss sogar die gestreiften Esel aus der Nachbarstadt Duisburg. Alle diese Punkte hat man in den Spielen ab dem 7. Spieltag geholt. Ist wohl auch eine Art von Rekord, wenn man aus den ersten sechs Spielen null Punkte holt und anschließend derart souverän einen einstelligen Tabellenplatz belegt. Besonders unser Schlussspurt ist immer wieder recht erstaunlich anzusehen. Auch wenn der Trainer gerade wegen des Auftretens der Mannschaft bei Auswärtsspielen weiterhin sehr oft in der Kritik steht – seitdem der Fortuna-Coach Norbert Meier heißt, können sich die Gegner in der Schlussphase der Saison warm anziehen. 2008 beendet wir die Spielzeit mit fünf Siegen und einem Unentschieden, 2009 waren es vier Siege und ein Unentschieden, im letzten Jahr vier Siege, ein Unentschieden, eine Niederlage, diesmal stehen fünf Siege und zwei Unentschieden zu Buche. Wenn man eine derartige Kontinuität auch mal zu Beginn der Saison an den Tag legen könnte, wer weiß, wohin es noch gehen könnte. Wobei ich eins sagen muss: bei aller Geduld, die Fans und Umfeld mit Mannschaft und Trainer zu Saisonbeginn hatten – ich fürchte, einen ähnlichen Fehlstart würde man in der neuen Saison nicht verzeihen. Dies sagt mir einfach nur die Erfahrung. Und deshalb ist es auch keine Phrasendrescherei meinerseits, wenn ich davor warne, sich jetzt zurückzulehnen, und sich für die wirklich gute Saison ab dem 7. Spieltag feiern zu lassen. Ein bisschen feiern ist natürlich erlaubt, aber dann sollte es auch gut sein. Lernen wäre viel wichtiger, und ich hoffe, Mannschaft und Trainer haben aus dem Start gelernt. Einmal erschrecken reicht auch völlig. Apropos erschrecken: Keine rot-blauen Trikots mehr! Der Auftritt in Augsburg in diesen Dingern sollte den Verein gemahnen für alle Zeiten…

Erfolgreichster Torschütze der Fortuna wurde tatsächlich Innenverteidiger Jens Langeneke mit acht Treffern, davon sieben verwandelten Elfmetern. Gleichzeitig auch der Kartenkönig mit neunmal Gelb und einmal Gelb/Rot. In der Torjägerliste stehen nach ihm Maximilian Beister und Ken Ilsø mit je sieben Buden. Klingt nicht nach besonderem Torhunger, es folgen allerdings auch Spieler mit sechs (Sascha Rösler) und fünf Toren (Andreas Lambertz und Thomas Bröker). Das läppert sich gemäß der Devise „Kleinvieh macht auch Mist“ zusammen und macht uns schwerer ausrechenbar als beispielsweise Alemannia Aachen, bei denen Benjamin Auer 20 Buden machte oder Cottbus, die mit den 24 Treffern von Nils Petersen den Torschützenkönig der 2. Liga stellten. Wenn diese beiden allerdings mal einen schlechten Tag hatten, gab es für die Mannschaften meist auch nicht viel zu holen, bei uns sprang dann ein Mitspieler flexibel ein. 49 erzielte Treffer klingen nicht nach besonders viel, bedeuten aber den siebtbesten Sturm der Liga, und auf welchem Platz ist die Mannschaft schließlich gelandet? Na also. Dass man damit auch mehr anfangen kann, wenn man die Treffer strategisch günstig setzt, bewies der VfL Bochum, dem ebenfalls 49 Treffer für Platz 3 reichten, und die hatten auch nur vier Treffer weniger kassiert. Die 39 Gegentore der Fortuna bedeuten in der Endabrechnung – na? Nein, diesmal reichte es nicht zu Platz 7, sondern nur auf die Acht, weil der MSV Duisburg ein Törchen weniger kassiert hat. Dafür haben wir einen Punkt mehr in der Tabelle als die Streifenesel, und nur darauf kommt es an.

In der nächsten Saison gibt es alte Bekannte, aus der 3. Liga steigen Eintracht Braunschweig und Hansa Rostock auf. Zu Letzteren sag ich lustlos „Ganz toll!“, da wäre mir beispielsweise Offenbach lieber gewesen, zur Not sogar mit Andy Möller als Manager. Zu Braunschweig kann man sagen, das werden wieder schöne Spiele zweier Traditionsvereine, aber wenn ich an unser letztes Zusammentreffen denke – das legendäre 5:5 in Braunschweig am 10.05.2009 –, dann kann es eigentlich nur langweiliger werden. Vielleicht strafen sie mich ja Lügen. Aus der 1. Liga kommen wie erwartet die „Kult“-Merchandiser vom FC St. Pauli, naja, wenigstens ein schöner Ausflug nach Hamburg, und vielleicht bringt deren neuer Trainer André Schubert ihnen ja bei, dass Fußball ein wenig mehr ist als Grätschen und Rennen und irgendwelche Totenkopffahnen schwenken. Viel mehr hab ich zumindest in ihrer Erstliga-Spielzeit nicht von ihnen wahrgenommen. Außerdem gibt es noch Eintracht Frankfurt, das wird bestimmt lustig, auch wenn der Däumling nicht mehr dabei sein wird. Und ich wette, beim FSV Frankfurt laufen seit dem 14.05.2011, 17.20 Uhr, die Sicherheitsplanungen für ein ganz bestimmtes Heimspiel…

Wer uns noch in der nächsten Saison begleitet, ob doch wieder Bochum oder endlich Mönchengladbach, und ob Dresden oder die Osnasen – darauf zu warten, bis der DFB seine alberne Relegation abgewickelt hat, habe ich aktuell keine Lust. Und wenn dem TSV 1860 München keine Lizenz erteilt wird, dann wird eh neu gewürfelt. Letzter Spieltag heißt eben noch lange nicht, dass es dann auch vorbei ist.

Abgestiegen aus der 2. Liga ist neben Arminia Bielefeld am letzten Spieltag auch RW Oberhausen. Und vielleicht eben Osnabrück. Bielefeld stand schon seit Wochen als Absteiger fest, Oberhausen nutzten auch die besten Nackensteaks nix, wenn die eigene Mannschaft auf dem Rasen genauso spielt wie die Viecher, aus denen der Imbiss anschließend gefertigt wird. Auch dies konnte man schon vor Wochen ahnen.

Wie es überhaupt zum Schluss ein wenig langweilig war. In den ersten drei Ligen änderten sich am jeweils letzten Spieltag die ersten vier und letzten vier Plätze der Tabelle nicht mehr. Es war somit alles schon nach dem 33. Spieltag gesagt, mancherorts sogar noch früher. Spannend ist anders. Und wenn man bedenkt, dass nun auch in der 2. Liga eine Mannschaft weniger als 34 Punkte aus 34 Spielen brauchte, um die Klasse zu halten (nämlich Karlsruhe), so ist das qualitativ doch eher bedenklich. Apropos Qualität: wenn man wie Fortuna zumindest in der ganzen Hinrunde gegen den Abstieg spielt, dann muss man natürlich Big Points setzen. Dies gelang den Fortunen recht eindrucksvoll: gegen drei Vereine in der Liga gelang ihnen das Kunststück, sowohl Hin- als auch Rückspiel zu gewinnen. Es waren ausgerechnet die drei Teams auf den Plätzen 16 bis 18. Das sind nu wirklich Big Points im Abstiegskampf. Gegen zwei Mannschaften gab es überhaupt keinen Punkt, das waren Hertha und der VfL Bochum. Und es gibt auch zwei Teams, gegen die man in dieser Saison keinen Treffer erzielen konnte: die schon erwähnten Bochumer (0:1 und 0:2) sowie den SC Paderborn (0:3, 0:0).

Das war`s

Wir haben also wieder viel erlebt in dieser Saison, positiv wie negativ. Wenn man mich fragt, wo`s am schönsten war, sag ich: nein, nicht Sansibar (Achim-Reichel-Fans brauchen also nicht aufgrund der Plagiatsvermutung zur E-Mail greifen), sondern Osnabrück. An Osnabrück ist eigentlich nicht viel Schönes. Aber zu sehen und zu hören, wie Mannschaft und Trainer nach sechs Niederlagen in Folge am 7. Spieltag dort beim Warmlaufen von den mitgereisten Fans frenetisch gefeiert und angefeuert wurden, obwohl die Mannschaft grad als Prügelknabe der Liga unterwegs und der Trainer zum Abschuss freigegeben war – das hat auch einem alten Fahrensmann wie mir das Herz erwärmt. Das war ganz, ganz großes Kino. Und wie es sich für ein gutes Drama gehört, haben wir das Spiel dann ja auch gewonnen und zum Höhenflug angesetzt.

Fortuna auf Platz 7 in der Abschlusstabelle – hätte mir das einer im September 2010 prophezeit, den hätte ich einweisen lassen. Was mal wieder sehr schön zeigt, wie viel Ahnung ich in Wirklichkeit vom Fußball habe. Ziemlich wenig, wie wir alle. Deshalb ist es ja so spannend.

Diesmal galt mehr denn je: Fortuna Düsseldorf – Alles Andere ist (nur) Fußball!

Schöne Sommerpause, Euer janus

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