13. – 16. Spieltag

Goldener Oktober

Ja, so ein Goldener Oktober ist doch mal was Feines. Das kennen wir aus der letzten Saison eigentlich ganz anders.Und wenn die Sonne scheint, und der Verein gewinnt, dann sieht man alles ein wenig entspannter. Aber nur ein wenig. Von Haarwuchsmittel in Emden, einer Ersatzbank für’s Guinness-Buch in Wuppertal, Besucherströmen aus Leverkusen, einem wirklichen Paukenschlag und der Tatsache, dass die Mannschaft ab und zu etwas hat, das den meisten Fans abgeht: Geduld.

Der Goldene Oktober hatte begonnen (und der letzte Artikel geschlossen) mit dem Sieg gegen RW Oberhausen, als die Mannschaft einen Kantersieg an Pfosten und Latte verballerte oder schlicht kläglich vergab. Anschließend gingen die Freuden des Daseins weiter: das Wochenende darauf war nämlich spielfrei, damit sich diese kleinen Amateure auch mal gut angucken konnten, wie die Großen beim Klinsi Fußballkunst zelebrieren. Was man da so sehen konnte, scheint die Fortuna-Spieler inspiriert zu haben, zumindest beim darauf folgenden Auftritt.
Vor das Spiel in Wuppertal am 15.10.2005 hatte der Fußballgott aber noch eine Lachnummer besonderer Güte gesetzt. Die Bombe platzte am 14. Oktober:

Haarige Angelegenheit

Falk Schindler vom BSV Kickers Emden wurde nach dem Spiel bei Fortuna am 17.09.2005 (2:1 für Emden) positiv auf den Wirkstoff Finasterid getestet. Der Spieler verzichtete auf die Öffnung der B-Probe, Fortuna legte unmittelbar nach Bekanntwerden des Testergebnisses am Vorabend des Spiels beim WSV Protest gegen die Spielwertung ein. Gleichzeitig bestritt der Spieler jede Doping-Absicht.

Der Hintergrund hierzu ist folgender: dieser Wirkstoff Finasterid befindet sich unter anderem in Haarwuchsmittel, welches der Herr Schindler nach eigenen Angaben auch bereits seit dem Jahr 2000 benutzt. Der Stoff steht jedoch seit Januar 2005 auf der Dopingliste, und zwar aus dem Grund, dass er auch als sog. „maskierender Stoff“ fungiert, das heißt, befindet sich dieser Stoff im Blut, können andere Dopingsubstanzen, z.B. Nandrolon, nicht mehr nachgewiesen werden. Tja, Herr Schindler – Pech im Spiel, Glück in der Liebe, mit vollem Haarwuchs…Wenn man mal ein aktuelles Foto des Herrn sieht, gibt es nur zwei Möglichkeiten: entweder er lügt und benutzt das Mittel wirklich nur, um die Einnahme anderer Stoffe zu verbergen; oder das Zeug muss ein absoluter Ladenfeger sein, weil es wirklich fantastisch wirkt.

Und jetzt wird es interessant: der Herr Schindler war nämlich beim 2:1 seiner Kickers bei Fortuna nicht nur der Eckfahnenhalter der Gäste, sondern spielte durch und erzielte sogar das 1:0! Was übrigens den Präsidenten der Emder dazu verleitete, in einer Pressekonferenz zu erklären, man hoffe, man könne die drei Punkte behalten, da ja nachweislich durch diese „Dummheit“ kein sportlicher Vorteil entstanden sei. Gut, dass ich dann das 1:0 der Emder durch Schindler nur geträumt hatte, und das Spiel somit 1:1 ausgegangen war! Komisch nur, dass das Ergebnis bis zum heutigen Tag nicht geändert wurde…aber es ist ja klar, was der Präsi damit sagen will: Schindler habe das Mittel ausschließlich benutzt, um damit seinen spärlichen Haarwuchs zu animieren (wie gesagt: Foto gucken!), natürlich nicht, um leistungssteigernde Substanzen damit zu verschleiern. Ergo war er auch nicht gedopt. Aber das ist genau die Absicht, die dieser Stoff bei gleichzeitiger Einnahme leistungssteigernder Substanzen hervorrufen soll: Zweifel. Man kann es nicht beweisen, ohne Beweise keine Anklage. Und genau deshalb wanderte das Zeug Anfang Januar 2005 auf die Dopingliste.

Und der Präsident sollte mal vorsichtig sein, wem er Dummheit unterstellt. Wie bekannt wurde, mussten nämlich sämtliche Emder Spieler in der Sommerpause all ihre Mittelchen, die sie so regelmäßig einnahmen bzw. einnehmen mussten, liebevoll auf einen großen Zettel malen und diesen dann dem Verein aushändigen, zwecks Überprüfung und Abgleich mit der Dopingliste. Ein Routinevorgang, möchte man meinen. Auch der Herr Schindler dürfte dies getan und nichts mehr vom Verein gehört haben. In welcher Schublade diese Listen verschwanden oder ob der Stoff wirklich übersehen wurde – das kann eigentlich nicht unsere Sorge sein.
Zweifel dürfen durchaus bleiben: das nächste Spiel der Kickers war gegen RW Oberhausen. Endstand: 2:0, doppelter Torschütze für Emden: Falk Schindler Das übernächste Spiel der Kickers war in Wuppertal. Endstand: 1:1, Torschütze für Emden: Falk Schindler….Gerade auf dem Höhepunkt seiner Karriere oder doch ein bisschen nachgeholfen? Durch das Finasterid bleiben Zweifel, die nicht ausgeräumt werden können. Es muss allerdings klar gesagt werden: ein Dopingtest fand nur nach dem Spiel bei Fortuna statt.

Tja, und seitdem warten wir auf eine Entscheidung des DFB. In der Zwischenzeit hat Kickers Emden den Spieler vom Training freigestellt, aus „versicherungstechnischen“ Gründen. Der darf momentan noch nicht einmal in der 2. Emder Mannschaft (Kreisliga) auflaufen. Man erinnere sich an die letzte Saison, als der Erfurter Tiganj nach dem Spiel in Unterhaching positiv getestet wurde. Es war wohl so, dass der Spieler seinem Sohn den Gebrauch eines Asthmamedikaments demonstrieren wollte, dessen Wirkstoff leider auf der Dopingliste stand. Auch nicht nachgedacht. Damals brauchte der DFB nur einige Tage, um Erfurt die drei Punkte abzuziehen, was deren Abstieg bedeutete. Zitat des damaligen Vorsitzenden Richters: „Die Änderung der Spielwertung ist zwingende Rechtsfolge, wenn ein gedopter Spieler mitgewirkt hat. Die Punkte gehen an den sportlichen Kontrahenten.“ Bei uns hat man die Ruhe weg. Man hat sie dermaßen weg, dass ich fast befürchte, es wird ausgehen wie das Hornberger Schießen – kleine Ermahnung für Schindler, kleine Geldstrafe für den Verein (oder umgekehrt), ansonsten nix. Dann können sie allerdings auch gleich ihre ganzen Doping-Richtlinien auf den Müll werfen, die sind in solchen Fällen nämlich eindeutig. Und wenn entweder der Herr Schindler oder die Verantwortlichen seines Vereins eine „Dummheit“ begangen haben, dann muss das auch dementsprechend bestraft werden. Gerne nehme ich die drei Punkte nicht, ich nehme eh nicht gerne etwas vom Grünen Tisch. Aber wenn sich Kickers Emden anscheinend nicht für die Doping-Richtlinien im deutschen Fußball interessiert, deren Spieler mit verbotenen Substanzen im Blut Tore erzielen, und der Verein trotz Protest dann noch die Punkte behalten darf, dann gute Nacht. Möchte nicht wissen, wie viele Spieler dann demnächst bemerken, dass ihr Haarwuchs doch ziemlich schütter aussieht. Man kann es sich ja leisten. Wie gesagt, man darf gespannt sein, wie der DFB sich irgendwann mal bequemt zu entscheiden. Nur, je länger dies dauert, desto mehr fürchte ich, dass sie den kleinen Aufsteiger schonen wollen. Das kann es irgendwie nicht sein. Aber noch ist ja nichts spruchreif.

Mit ohne Abwehrspieler geht’s manchmal auch

Zurück zum Fußball: einen Tag später, am 15.10.2005 also, musste Fortuna beim Wuppertaler SV antreten. Es begann schon unglaublich: strahlender Sonnenschein, lockere zwanzig Grad Celsius Außentemperatur. Das hat noch nie jemand in Wuppertal gesehen, und ich darf bemerken, dass ich da aufgewachsen bin. Deshalb kenn ich auch das Stadion Am Zoo so gut, das war in den 1980ern schon eine ziemliche Bruchbude, bis heute unverändert, mit Ausnahme einer Erweiterung der Haupttribüne in den 1990ern. Aber hässlich bleibt hässlich, es genügt ein Blick in die Kurven, auf der einen Seite werden die Gästefans weit weg vom und hoch über dem Spielfeld platziert, weil unter ihnen eine historische Radrennbahn verläuft, dann die Laufbahn, dann noch der Platz für Hoch- und Weitsprunganlagen, und dann kommt tatsächlich mal das Tor, das der Geraden „am nächsten“ ist; auf der anderen Seite kann man sehen, wie die Wuppertaler eine einst wunderschöne Stadiongaststätte nicht erst abreißen, sondern gleich an Ort und Stelle verrotten lassen. Ein Trauerspiel, in das sich auch meist das Wetter einreiht, an jenem Samstag jedoch erstaunlicherweise nicht. Nach dem Spiel wurde übrigens bekannt, dass der WSV Umbaupläne vorgelegt hat, wonach bereits im nächsten Jahr mit den Arbeiten begonnen werden soll. Man darf gespannt sein, ob sie es schaffen, endlich etwas Heimeliges zu zaubern.

Und was so unglaublich beginnt, geht auch gleich unfassbar weiter: wenn man nur eine Graupentruppe wie Fortuna zum damaligen Zeitpunkt hat, dann muss es wenigstens fürs Guinness-Buch reichen: beim Betrachten der Mannschaftsaufstellung vor dem Spiel fiel mir fast alles aus dem Gesicht: Fortuna hatte keinen (ich wiederhole: keinen) Abwehrspieler auf der Ersatzbank! Bürk und Eraslan gesperrt, Steegmann verletzt, Heeren mal wieder verletzt, selbst Albertz, den man zur Not mal hinten rein stellen könnte, ebenfalls verletzt, aus der 2. Mannschaft konnte auch niemand aushelfen. Ich glaube, das dürfte relativ einmalig sein. Immerhin hätte der Trainer fünf Stürmer bzw. offensive Mittelfeldspieler einwechseln können, wenn man in Rückstand geraten wäre…

Das Spiel war ein spätsommerlicher Langweiler vor 7.000 Zuschauern, den der WSV klar hätte gewinnen müssen, aber vor allem in der 2. Halbzeit vergaben sie haufenweise Chancen, teilweise recht kläglich, aber auch, weil unser Torwart Deuß endlich in Form zu kommen scheint und einige sehr gute Paraden zeigte. In der 1. Halbzeit konnte Fortuna gut mithalten und hatte durch Lambertz und Podszus auch klare Chancen, die aber ungenutzt blieben. In der 2. Halbzeit konnte man noch nicht mal mehr großartig Zweikämpfe riskieren, da die Abwehrspieler Cakir und Böcker im ersten Durchgang verwarnt wurden und – siehe oben – nicht ausgetauscht werden konnten. Somit beschränkte man sich darauf, die Bälle hinten rauszudreschen. Erst gegen Ende der Partie, als Wuppertal platt war, gab es noch den ein oder anderen guten Konter, die aber stets überhastet vergeben wurden.

Ansonsten lässt sich das Spiel mit zwei Worten zusammenfassen: Hamza Cakir. Der sorgte nämlich zwischen der 31. und 34. Minute für die Highlights des Spiels. Zunächst wurde er nach Freistoß von Canale im WSV-Strafraum festgehalten, obwohl er nie an den Ball gekommen wäre, dermaßen eindeutig, dass es bis auf die Haupttribüne zu sehen war. Wenn es eine Auszeichnung für dumme Fouls geben würde, dieses würde ganz oben auf der Liste stehen, so etwas habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Es gab auch keine Proteste der Wuppertaler. Somit Elfmeter und 1:0 Fortuna durch Feinbier – 4. Saisontor im 6. Spiel. Drei Minuten später jedoch demonstrierte der Herr Cakir, dass er in der D-Jugend wohl öfter mal das Training geschwänzt hat. Bei einem Einwurf für Fortuna in der eigenen Hälfte lief er mit dem Ball in der Hand erst einmal vier Meter nach vorne, obwohl sich der Schiri zuvor schon extrem pingelig in diesen Angelegenheiten gezeigt hatte. Der pfiff natürlich prompt den Einwurf zurück und für Wuppertal und gab Herrn Cakir die Gelegenheit, mal zu demonstrieren, warum diese Sportart an manchen Tagen eindeutig zu schnell für ihn zu sein scheint: der blieb stehen, blickte seinem eingeworfenen Ball hinterher und lamentierte in Richtung Schiri. Währenddessen hatte ein Balljunge einem Wuppi schon einen neuen Ball zugeworfen, und der beförderte die Kugel blitzschnell zu Cakirs Gegenspieler weiter – der stand nämlich mittlerweile bereits völlig frei im Fortuna-Strafraum! Zwei Querpässe später konnte Stephan Bork mit Außenristschuss von der Strafraumgrenze (schien mir noch leicht abgefälscht) das 1:1 markieren. Als Trainer hätte ich den Cakir wahrscheinlich direkt nach dieser Aktion vom Platz geholt, aber es ging ja nicht…

In der 2. Halbzeit dann noch Glück, als Lejan mit einem 25-m-Hammer ins Fortuna-Tor traf, aber ausgerechnet Ex-Fortune Gustav Policella (der zusätzlich noch zwei Hochkaräter versiebte) stand im passiven Abseits und wurde dann aktiv, als er nämlich beiseite springen musste, um den Ball vorbeizulassen. Somit kein Tor mehr und ein glücklicher Punkt für Fortuna. Die spielerische Leistung war allerdings besonders in der 2. Halbzeit dermaßen grausam, dass man sich fragte, wie oft die Truppe in den Tagen zuvor Klinsi-Deutschlands Länderspiele gegen China und die Türkei auf Video hatte sehen müssen. Eigentlich hätten die Wuppis Strafe zahlen müssen, dass sie die Fortuna nicht 5:1 abschossen, aber ich will ja nicht unhöflich sein, wenn man uns den Punkt schenkt, nehme ich ihn gerne mit.

Doppelpack für gegnerische Ignoranz

Die nächste Partie dann am 21.10.2005 gegen Bayer Leverkusen II. Eigentlich auch ein Abstiegskandidat, in der Woche zuvor jedoch mit einem unfassbaren 6:2 gegen den bis dato ungeschlagenen Spitzenreiter Lübeck! Na, das konnte ja heiter werden. Zumal sich bei Fortuna zwei Spieler in die Kategorie „dauerverletzt“ einreihten, von denen man es fast schon befürchtet hatte, nämlich Ali Albertz und Henri Heeren. Albertz wird wahrscheinlich bis zur Winterpause fehlen, taktisch kluge Fersenverletzung nach 8wöchiger Sperre, bei Heeren war es die vierte unterschiedliche Verletzung seit seinem „Dienstantritt“ bei Fortuna, diesmal ein Muskelfaserriss, der ihn auch länger ausfallen lässt, wahrscheinlich ebenfalls bis zur Winterpause. Kann sein, dass die beiden uns im Mai verlassen, ohne mehr als 10 Spiele gemacht zu haben, wieder mal typische Fortuna-Einkäufe. Besonders bei Heeren ärgerlich, denn in den paar Spielen, die er machen konnte, war er stets einer der Besseren, aber er spielt ja so gut wie nie. Und bei dieser Häufung von Verletzungen fragt man sich schon, ob die medizinische Abteilung bei der Verpflichtung gepennt oder der Spieler das ein oder andere verschwiegen hat. Oder beides. Zum Heulen.

Wieder spielberechtigt nach Gelb/Rot bzw. 5. Gelber Karte waren die Verteidiger Bürk und Eraslan. Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich das gut finden sollte.

3 Punkte waren Pflicht, allerdings wusste nach der doch teilweise ziemlich schwachen Vorstellung vom Samstag zuvor in Wuppertal niemand so genau, wie man das anstellen sollte.
Nun, Fortuna gewann 2:0 gegen Leverkusen II durch einen Doppelpack von Marcel Podszus. Spielbericht hierzu gibt es keinen, es war zu schlecht. Ich glaube, in der zweiten Halbzeit bin ich sogar mal kurz eingenickt, so grausam war das. Immerhin war der Sieg verdient, Leverkusen war nämlich noch schlechter. Und die beiden Tore waren ganz nett rausgespielt. Beim ersten verlängerte Feinbier in der 13. Minute einen Befreiungsschlag per Kopf in den Lauf des Marcel Podszus, und der Stürmer, der zuvor wochenlang lediglich mit Folter-Fußball zum Abgewöhnen aufgefallen war, haute den Ball sauber von der Strafraumgrenze per Aufsetzer ins lange Eck. Ganz der Alte (hoffentlich) war er dann wieder in der 80. Minute: Feinbier bekam an der Mittellinie den Ball, genialer Pass auf rechts, in den Lauf des eingewechselten Wolf, der spielte genau zum richtigen Zeitpunkt quer auf Podszus, und der schoss Bayer-Torwart Tom Starke die Kugel flach durch die Hosenträger zum Sieg. Was zwischen diesen beiden Szenen lag, ignorieren wir mal fröhlich, die Leverkusener, zeitweise mit üppigen Freiräumen im Mittelfeld ausgestattet, kamen zu Beginn der 2. Halbzeit zweimal gefährlich vor das Fortuna-Tor, einmal konnte Deuß prima halten, einmal hatten sie Pech, als Bendovskyi an Ball und leerem Tor vorbei rutschte. Ansonsten sah man von den Bayer-Bubis nichts, deren aktivster Mitarbeiter war Trainer Ulf Kirsten, der am Spielfeldrand zappelte wie ein HB-Männchen, die Pleite aber auch nicht verhindern konnte.

2:0 vor 5.500 Zuschauern, darunter erbärmlichen, handgezählten 31 Besuchern aus Leverkusen im Gästeblock. Düsseldorf liegt keine 30 km entfernt, die erste Mannschaft der Pillendreher spielt erst 2 Tage später, auf der offiziellen Website der Aspirin-Kicker gab es einen Aufruf, die 2. Mannschaft bei dieser Partie zu unterstützen – trotzdem ignorierte man in Leverkusen dieses Spiel total. Die kommen wohl wirklich nur, wenn es Freikarten gibt. Peinlich, peinlich.

Intermezzo

An jenem Wochenende wurde es dann aber auch dramatisch in der Liga. Der Wuppertaler SV musste bei Schlusslicht RW Oberhausen antreten, legte einen echten Grottenkick hin und verlor 0:1. Vor dem Spiel wurde bekannt, dass unbekannte Täter das einstige Maskottchen von RWO, diese Gans namens Lucy, abgemurkst hatten. Hier in Bonn musste ich im Dienst Fragen nach meinem Alibi für die Tatzeit beantworten! Auch gingen Verschwörungstheoretiker so weit, zu vermuten, dass der unredliche Uerdinger Grotifant die schändliche Tat vollbracht hätte! Nun, der oder die Täter sind bis heute flüchtig, aber eine Theorie hätte ich auch anzubieten: wie gesagt, an jenem Wochenende, als die Gans verschied, war der WSV in Oberhausen. Und wie heißt der Trainer dieser Mannschaft, der in einem Interview nach dem Spiel aufgrund der Leistung seiner Truppe auch so aussah, als ob er etwas quer im Hals sitzen habe? Richtig, Uwe Fuchs. Fuchs, du hast die Gans gestohlen…nur so eine Idee von mir…

Drei Tage später stand RWO schon wieder auf der Matte, allerdings ohne Trauerflor am Arm, was eigentlich das Mindeste gewesen wäre, das ich erwartet hätte. Und wieder fuhren sie mit leeren Händen nach Hause, Fortuna siegte 1:0 in der 2. Runde des Niederrhein-Pokals, somit zweiter Sieg gegen RWO binnen drei Wochen. Tor des Tages durch Feinbier mit Foulelfmeter. Kann man geben, muss man aber nicht. Irgendwas um die 2.000 Zuschauer bei zeitweise strömendem Regen im Flinger Broich, nicht in der Arena. Fortuna einen Tick besser, mit mehr gefährlichen Situationen, RWO hingegen einmal im Pech mit Pfostenschuss. Den Rest des Spiels kann man getrost vergessen. Wichtigste Erkenntnis: Viertelfinale erreicht, Gegner: zur Abwechslung mal der Wuppertaler SV. Am 22.11. geht es zum 8. (!) Mal binnen drei Jahren (seit September 2002) ins Stadion Am Zoo. Wir haben dort schon gegen Mannschaften dreier verschiedener Vereine gespielt (WSV, Borussia Wuppertal, SSVg Velbert), in drei verschiedenen Wettbewerben (FVN-Pokal, Oberliga Nordrhein, Regionalliga Nord); es sollte wirklich mal ein Anwalt überprüfen, ob wir uns dort nicht langsam ein Mitnutzungsrecht ersessen haben…

Vor dem Auswärtsspiel am 29.10.2005 bei Hertha BSC II gab es noch ein wenig Aufregung abseits des Platzes: im Magazin „stern“ erschien zwei Tage vor dem Spiel die Story über die angeblichen, unsauberen Machenschaften des Düsseldorfer Oberbürgermeisters Joachim Erwin („angeblich“ deshalb, weil er eh alles dementieren und Gott und die Welt wieder mal verklagen wird, deshalb will ich vorsichtig in der Wortwahl sein…), in die auch die Fortuna verwickelt sein soll. Und zwar soll die Stadt in Person von Onkel Jo u.a. über Scheinverträge und überhöhte Rechnungen beim Arena-Bau der Fortuna knapp 3 Mio € an Sponsorengeldern verschafft haben. Der genaue Hergang ist natürlich viel komplizierter, wird aber sicherlich, wenn etwas dran sein sollte, in den nächsten Wochen und Monaten in diversen Gazetten verständlich und ausführlich dargestellt werden. Die hat Fortuna natürlich in Person des Aufsichtsratsvorsitzenden Joachim Erwin dankbar entgegen genommen. So weit seine eigene Sache, wenn allerdings die Vorwürfe stimmen und jemand aus Aufsichtsrat und/oder Vorstand davon gewusst und das gedeckt hat, dann gute Nacht. Gefahr droht auch noch aus einer anderen Ecke: wenn die erhobenen Vorwürfe irgendwie zutreffen, dann könnte es sich durchaus um den Tatbestand der „Amtsuntreue“ bei Onkel Jo handeln, so wurde es zumindest kolportiert. In diesem Fall wäre das Sponsoring unrechtmäßig erhaltenes Geld, das Fortuna zurückzuzahlen hätte, da es ja auch keinen gutgläubigen Erwerb an gestohlenem Gut geben kann. Und dann ist Schulz. Das Geld ist nämlich weg, wobei momentan noch kein Mensch sagen kann, wohin es geflossen ist, vielleicht wurde es tatsächlich zur Schuldentilgung verwendet, aber das wäre für Düsseldorfer Verhältnisse schon sehr verwunderlich. Vielmehr glaube ich, dass einen Gutteil davon Erwin-Kumpel Berthold eingesackt und den Rest für seine Spielertransfers der letzten Saison aus dem Fenster geworfen hat. Anyway, weg ist weg, und selbiges gilt auch für Fortuna, sollte das Geld zurückgezahlt werden müssen. Wieder mal überregionale Spitzenwerbung für den Verein, vielen Dank!

Allerdings ist der „stern“-Bericht auch mit Vorsicht zu genießen. Vorab hatte der „stern“ nämlich dem Fortuna-Vorstand 13 Fragen übersandt, um aus den Antworten eine Stellungnahme des Vereins für den Artikel basteln zu können. Abgesehen davon, dass die Fragen teilweise schon sehr geradeaus von „betrügerischen Absichten“ sprechen, sind zwei dabei, die mich besonders erheitern. „Hat die Fortuna diese angebliche Spende als Bestandteil der beim DFB für die Saison 2003/04 eingereichten Lizenzunterlagen angegeben?“ und „Sieht die Fortuna den Bestand der Lizenz gefährdet, falls diese Fälschung dem DFB bekannt wird?“ Das sind so Fragen à la „Warum frisst ein Eisbär keine Pinguine?“ Weil es die einen nur am Nordpol, und die anderen nur am Südpol gibt. Auf die Lizenzfrage bezogen bedeutet dies: in der Saison 2003/2004 spielte Fortuna in der Oberliga. Dafür benötigt man keine Lizenz, man musste also nichts „betrügerisch“ beantragen und zuständig für den Spielbetrieb der Oberliga Nordrhein ist der Fußballverband Niederrhein, sodass der DFB auf rein gar nichts irgendwie hätte reagieren können. So sieht dann verantwortungsvolle Recherche aus…Aber ich schätze mal, irgendwas wird schon dran sein, ist ja ein offenes Geheimnis, dass Düsseldorfs Stadtmonarch gerne mal haarscharf an der Legalität vorbei regiert. Und irgendwas wird todsicher auch an Fortuna hängen bleiben. Man darf weiter gespannt sein.

Dann packte noch schnell einer die Koffer und verschwand: Fortuna stellte Torwart Carsten Nulle frei. Der wird sich nunmehr bei Eintracht Frankfurt II fit halten. Prima vergrault, Respekt. War nicht der beste Torwart aller Zeiten, aber auch nicht der Schlechteste, und vor allem der Einzige, der in der „Abwehr“ zu Beginn der Saison noch den Überblick behalten hatte. Aber wie einige Fans ja zuvor schon erkannt hatten, der hielt keine Unhaltbaren. Das reichte denen schon, um lautstark seinen Rauswurf zu fordern. So ging er nun von alleine, um anderswo sein Glück zu versuchen. Neuer Ersatzkeeper wurde Zwerg Nase Dennis Prostka, den man schon erfolgreich nach Solingen abgeschoben hatte, der aber seit Saisonbeginn wieder da ist. Ist gefühlt 1,20 m groß, was ihn früher allerdings nicht daran gehindert hat, auch bei noch so hohen Flanken aus dem Tor zu stürzen, um diese dann souverän zu verfehlen. Mittlerweile soll er sich erheblich gesteigert haben, was ich weder bestätigen noch dementieren kann, da ich ihn außer bei unseren Oberliga-Auftritten gegen Union Solingen nicht wieder gesehen habe. Aber ich sag erst mal: hoffentlich verletzt sich Deuß demnächst nicht…

Hauptstadt-Glück

Was für ein Glücksgefühl! Erster Auswärtssieg seit 21.05. dieses Jahres. Das sind zwar keine Gladbacher Verhältnisse, ist aber trotzdem schon ziemlich lang. Ein hochverdienter 3:0-Sieg der Fortuna bei ganz schwachen Hertha-Bubis, was mich sehr erstaunte, sind die doch tabellarisch momentan mit Abstand die beste „II“-Truppe in der Regionalliga. Aber wer alles gibt, der soll endlich auch belohnt werden. Zum Beispiel dafür, samstags morgens um 6.00 Uhr vom Düsseldorfer Hbf mit dem Auto Richtung Berlin aufzubrechen. Oder dafür, dass man sich kurz vor dem Ziel im Stadtteil Prenzlauer Berg plötzlich an einer Baustelle wiederfand, die über die gesamte Breite der Straße ging, und bei der der Verkehr über die Bürgersteige weitergeführt wurde! Unsere Bundeshauptstadt schafft es locker, noch hässlicher auszusehen als Bonn mit seinen unendlichen Baustellen. Respekt, das muss man auch erst einmal schaffen. Auch ist der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark ein merkwürdiges Stadion: Sitze, Tartanbahn, Anzeigetafel, alles renoviert bzw. neu, die Haupttribüne von außen und auch innen doch etwas, ähm, altmodisch, mit dem Charme eines Konferenzzentrums. Nun aber zum Spiel, vor 949 Zuschauern, darunter mindestens 500 Fortunen! Die erste Halbzeit ausgeglichen, geprägt von Kuriositäten: das 0:1 durch Kruse – Tor des Monats! Ecke von rechts mit links, relativ flach hereingebracht, mit ganz viel Schnitt, der Ball drehte aufs kurze Eck, an dem kein Herthaner stand, prallte dort gegen den Innen(!)pfosten und trudelte dem verdutzten Torwart durch die Beine hinter die Linie…so etwas hab ich eigentlich noch nie gesehen, sehr schade, dass keine Kamera dabei war…

Fünf Minuten später die Einlage des Tages vom Schiri. Nachdem Gerrit Bürk am Mittelkreis gegen seinen Gegenspieler den Bruchteil einer Sekunde zu spät gekommen war und er ihn gelegt hatte, zog das kleine Männlein in Schwarz plötzlich ohne Vorwarnung Rot. Das hat niemand auf der Tribüne verstanden, auch die Herthaner nicht. Es war kein böses Foul, Bürk hatte kein Gelb, war vorher noch nicht mal ermahnt worden. Ich glaube ja, der Schiri hatte Angst vor dem, der ist 1,97 m groß, und der Schiri war maximal 1,70 m, der hat sich so erschrocken, als der Bürk vor ihm auftauchte, dass er ihn direkt runtergeworfen hat. Ein ganz großer Witz, wie so ziemlich alles, was der Schiri in der 1. Halbzeit pfiff. Bei dieser Roten Karte drängte sich tatsächlich die Erinnerung an einen gewissen Elfmeter auf, den ein gewisser Herr Gräfe mal für Osnabrück verhängte. Noch lächerlicher, dass Bürk für diesen Platzverweis drei Spiele Sperre erhielt. Aber es war halt keine Kamera in der Nähe, die hätte recht gut zeigen können, für welch ein Allerweltsfoul der Spieler Rot gesehen hatte.

Fortuna somit ab der 32. Minute in Unterzahl. Und in der 85. (!) Minute hatten die Hertha-Bubis auch schon die erste Torchance…Da stand es allerdings schon 3:0 für Fortuna. Zunächst das wohl schnellste Tor in der Vereinsgeschichte in einer Halbzeit, nach 13 Sekunden traf Feinbier zum 2:0. Ja, genau, das ist der Typ, der nach Meinung eines Teils des Anhangs sowieso nie läuft, hier aber rätselhafterweise 10 Sekunden nach Wiederanpfiff schon bis in des Gegners Strafraum gelangt war und daraufhin die Hereingabe von Lambertz (von links mit dem rechten Außenrist – ich dachte, ich träume…) abstauben konnte – 5. Saisontreffer im 9. Spiel. Endgültig durch war die Partie in der 57. Minute, als der eingewechselte Cakir nach feinem Doppelpass mit Canale das 3:0 erzielte. Na, und wenn der schon ein Tor schießt, dann kann ja nix mehr passieren, den hab ich nun wirklich nicht im Verdacht, den Fußball erfunden zu haben…Daraufhin resignierten die Hertha-Bubis. Der Sieg hätte insgesamt auch noch höher ausfallen können, aber Lambertz scheiterte zweimal völlig freistehend an Torwart Stuhr-Ellegaard.

So endete der Goldene Oktober für Fortuna doch recht erfolgreich. Und wie weit man unten drin gehangen hatte, kann man daran sehen, dass man auch mit dieser stolzen Serie gerade mal zwei Punkte vor einem Abstiegsplatz stand, als der November eingeläutet wurde. Somit war es also eminent wichtig, am 04.11. gegen das punktgleiche Preußen Münster nachzulegen, um noch mehr Luft nach unten zu bekommen. Denn auf die drei Punkte aus Emden wartete man ja im Oktober vergeblich. Also: keine Zeit zum Ausruhen!

Geduldsspiel

Das Spiel war eine Kopie des letztjährigen Heimspiels gegen Preußen Münster. Die schossen in der 28. Minute mal einen Freistoß auf das Fortuna-Tor, den Deuß prima parieren konnte. Warum ich das erwähne? Weil es die einzige Torchance der Münsteraner bis zur 85. Minute war. Fortuna war überlegen, ohne großartig etwas reißen zu können, denn Münster stand sehr gut hinten drin. Mehr aber auch nicht. Deren Trainer Colin Bell sagte auch hinterher auf der Pressekonferenz, dass er sich mit Gedanken angefreundet hätte, ein 0:0 holen zu können. Naja, wenn gegen eine punktgleiche Mannschaft nicht mehr drin ist, dann sagt das wohl einiges über die derzeitige Spielstärke der Preußen.

Fast hätten sie es auch geschafft, bis zur 81. Minute hielt das Bollwerk. Dann setzte sich Feinbier gegen drei Gegenspieler durch, passte links in den Strafraum zu Marzok, der gab die Kugel flach in die Mitte, Lambertz und sein Gegenspieler mühten sich vergeblich, zum jeweils erfolgreichen Abschluss zu kommen, und Podszus grätschte den Ball aus 5 Metern rein. Torwart Gößling, mit Abstand Preußens Bester, war machtlos, das 7. Saisontor für Marcel Podszus.

Kurz darauf legte Feinbier das 2:0 nach. Dachten alle. Dann hätten wir wirklich eine exakte Kopie des letztjährigen Heimspiels gehabt, damals traf Policella in der 83. Minute, anschließend noch Podszus. Diesmal hatte der Schiri etwas dagegen und pfiff Feinbier wegen angeblichen Handspiels zurück. Naja, wie man das so sieht, wenn der Torwart dem Stürmer den Ball an die Hand schießt… Aber bei diesem Schiri musste man Nachsicht üben, der hatte schließlich schon seit 30 Sekunden nichts mehr abgepfiffen. Ich habe selten ein so faires Spiel gesehen, das so oft unterbrochen war, der pfiff wirklich jede Körperberührung ab und erzeugte hüben wie drüben über 90 Minuten ein kollektives Kopfschütteln. Irgendwie wähnte er sich wohl beim Basketball, anders ist das nicht zu erklären.

Erst nach dem Fortuna-Treffer machte Preußen auf und hatte noch zwei dicke Chancen. Die eine konnte prima von Deuß pariert werden, bei der anderen versuchte er, mit dem Fuß zu klären und hätte fast das Eigentor des Jahres geschossen, als der Ball auf dem glitschigen Rasen versprang. Aber seit seinem Riesenbock im Spiel gegen Emden hat er das Glück gepachtet, der Ball flog ins Toraus, und das Spiel war gewonnen. Ein Unentschieden wäre für eine solch destruktive Mannschaft wie Münster auch nicht verdient gewesen. Das sahen deren Fans wohl genauso, die die eigene Mannschaft mit einem gellenden Pfeifkonzert und „Absteiger, Absteiger!“-Rufen in die Kabine verabschiedeten. Es waren übrigens so circa 400, die aus dem Münsterland mitgereist waren (von insgesamt 7.300 Zuschauern). Da hab ich früher allerdings schon erheblich mehr von denen im Rheinstadion gesehen. Die Anfahrt ist dieselbe, aber kaum hat man mal eine neue Arena hingestellt, finden sie den Weg anscheinend nicht mehr. Merkwürdig. Naja, immer noch um Längen besser als die 31 Tapferen von Bayer Leverkusen.

Spielerisch mag noch so manches im Argen liegen, aber der Aufwärtstrend ist nun wirklich unverkennbar. Nachdem sich allerdings Pino Canale während des Münster-Spiels ohne gegnerische Einwechslung einen Teilabriss im Adduktorenbereich zuzog und wohl auch drei bis vier Monate ausfallen wird, fehlt Trainer Weidemann für den Rest des Jahres das komplette Mittelfeld aus der Vorbereitung, Canale, Albertz, Heeren. Bin gespannt, wen er nächste Woche in Chemnitz, beim Wiedersehen mit unserem ehemaligen Torjäger Frank Mayer, überhaupt noch aufstellen will.

Also: es wird nicht leichter werden, da ist es gut, dass man schon einige Punkte hat. Und wenn die Punkte aus dem Emden-Spiel noch dazu kämen, wäre die halbe Miete in puncto Klassenerhalt bereits eingefahren. Das war letztes Jahr um diese Uhrzeit ja noch ganz anders. Man könnte glatt die Hoffnung haben, dass in dieser Saison nicht wieder bis zum vorletzten Spieltag gezittert werden muss. Aber nicht umsonst ist „könnte“ Konjunktiv, also Möglichkeitsform. Man darf gespannt sein, wohin die Reise in den letzten drei Vorrundenspielen (Chemnitz, Jena, Kiel) geht.

Fortuna holte somit 13 Punkte aus den letzten fünf Spielen, hat insgesamt 19 Punkte, ist seit 325 Minuten ohne Gegentor, wenn man das Pokalspiel mitrechnet, sogar seit 415 Minuten. Dass ich das noch erleben darf. Wir alle wandern einen langen, dunklen Weg, aber wir möchten nicht ewig auf diesem Weg weiter wandern müssen. Wenigstens für einen kurzen Moment wollen wir Licht sehen. Ist hiermit geschehen.

Ach ja, eine Vorankündigung hätte ich noch. Das Heimspiel gegen Carl Zeiss Jena am 19.11.2005 wird im Paul-Janes-Stadion (Flinger Broich) ausgetragen, da die Arena durch Konzerte solch überflüssiger Herren wie Phil Collins und Marius Müllermilch-Westernstiefel belegt ist.

Epilog

Und wer bis hierhin tapfer durchgehalten hat, soll am Ende auch noch ein Extra bekommen. Abschließend spendiert der Autor nämlich noch eine Gute-Nacht-Geschichte:

Es war einmal der FC Eintracht Rheine. Der spielte im Mittelfeld der Oberliga Westfalen. Der Stehblock der Eintracht-Fans befand sich unterhalb der Haupttribüne. In diesem Stehblock versah einst während des jeweiligen Spiels ein Trommler seine Dienste zur allgemeinen Zufriedenheit. Allgemein? Nun, anscheinend nicht ganz. Vor einigen Wochen verstummte der Trommler. Hatte er sich vom Verein abgewendet? War er krank? Oder vielleicht doch mehrere Wochen in Urlaub, in Zeiten der wirtschaftlichen Not in diesem Lande zwar eigentlich unvorstellbar, aber irgendwo muss das ganze Geld ja geblieben sein? Mitnichten. Des Rätsels Lösung war noch viel trister: wie gesagt, der Fan-Block, befindet sich unterhalb der Haupttribüne. Auf dieser wiederum sitzen die wichtigen Leute, unter anderem auch die Sponsoren des FCE. Und einer von jenen fühlte sich durch das Trommeln während des Spiels gestört. Also zeigte er mal kurz (bildlich gesehen), wo das ganze Geld geblieben ist und verbat sich die Lärmentwicklung. Der Verein kuschte, und seitdem hat der Trommler ausgetrommelt. Und wenn er nicht gestorben ist, dann schweigt er auch noch heute.
Und da wir uns in den harten Realitäten des modernen Fußballs befinden, ist dies kein Märchen, sondern wahr. Zeit zum Nachdenken.

Gute Nacht, John-Boy, gute Nacht Jim-Bob, gute Nacht, Fußball: janus

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