1. – 2. Spieltag

Okay, überredet. So ganz lässt einen der Oberligameister der Herzen ja doch nicht los. Ich bin der Meinung, ein Verein, der demonstriert, wie leicht es in diesem gebeutelten Land ist, vorwärts zu kommen, indem er Aufstieg und DFB-Pokal-Teilnahme jeweils als Spitzenzweiter erreicht, sollte auch in der Regionalliga Nord nicht unbeachtet bleiben. Deshalb hier eine Zusammenfassung der ersten Wochen im neuen Zuhause.

Man hätte gewarnt sein können. Nach den durchweg relativ bis völlig schlechten Spielen der Fortuna nach dem Aufstieg im Mai diesen Jahres hatte es drohende Worte des Trainers gegeben. Der GMF Thomas Berthold (für Fortuna-Anfänger: General-Manager Fußball) hielt sich zwar noch bedeckt, die Spieler hätten sich jedoch denken können, dass so ein Golfprofi auch intern ordentlich den Schläger schwingen kann. Als erstes ereilte es Abda und Roche, bei denen schon vor Saisonende feststand, dass ihre Verträge nicht verlängert werden würden. Am 23.05. gab es dann den versöhnlichen Saisonausklang mit dem 3:0 gegen Ratingen, mit dem man den Städtenachbarn noch in die Verbandsliga schickte. Danach große Saisonabschlussfeier am Flinger Broich, mit allen Spielern auf der Bühne, die sich noch mal feiern ließen. Am darauf folgenden Montag, keine 24 Stunden später, holte Berthold die Keule raus und demonstrierte, dass er trotz des guten letzten Spiels auch im fortgeschrittenen Alter keineswegs an Gedächtnisschwund leidet. Stammspielern wie Ersatzleuten ließ er nicht mal die Zeit, sich die Nase zu schnäuzen, da waren sie schon weg. Niestroj, Schön, Sankharé, Sesterhenn, Ersatztorwart Petrick, Ersatz des Ersatztorwarts Koch, Kizilaslan, Rösele – sie alle erhielten die Papiere und waren anschließend wohl neidisch auf Abda und Roche, weil die zwei Wochen mehr Zeit gehabt hatten, einen neuen Verein zu finden. Eyüboglu fand sich im Kader für die zweite Mannschaft wieder, dort werden über kurz oder lang auch Matsumoto und Marzok überwiegend ihre Arbeit verrichten. Hinzu kam, dass Torwart Deuß aufgrund seines nunmehr anstehenden Diploms ankündigte, nur noch als „Springer“ zur Verfügung zu stehen. Als Letztes wurde dem besten Torschützen der Rückrunde, Kamel Ouejdide, ein neuer Vertrag angeboten, der so gut gewesen sein muss, dass er den GMF erst eine Woche mit der Unterschrift hinhängte, um dann am Tag der Abreise ins Trainingslager zu verkünden: Och nö, lass man, ich geh lieber nach Frankreich zurück. Tja, in einem Land, das auf die 60-Stunden-Woche bei Rekord-Arbeitslosigkeit zusteuert, weil’s immer noch billiger ist, die eigenen Arbeitskräfte zu erpressen anstatt neue einzustellen, da reicht es halt nicht mehr, nur Tore zu schießen, da muss man ab und zu auch laufen. Nicht dass ich dem GMF in diesem speziellen Fall Erpressung unterstellen möchte! Ich wollte nur mein profundes aktuelles Wissen in den Artikel einfließen lassen, und außerdem, ich persönlich vermisse Ouejdide trotz seiner Tore nicht besonders, denn er war doch ein bisschen sehr träge. Der hätte in der Regionalliga eh nach drei Spielen keine Lust mehr, aber noch einen laufenden Vertrag und ebensolche Gehaltszahlungen gehabt. Da ist die Lösung, die zustande kam, doch wesentlich besser für alle Seiten.

Da aber bei einer Fußball-Mannschaft auch gerne mal 11 Leute gleichzeitig auf dem Platz stehen dürfen, es nach dem Rundumschlag des GMF allerdings schon riskant gewesen wäre, ein Trainingsspielchen fünf gegen zwei durchzuführen, wegen mangelnder Ersatzspieler bei Verletzung eines der Protagonisten, gingen Berthold und Trainer Morales dann auf große Einkaufstour. Vor Saisonende hatten ja bereits Lösch (Eintracht Trier), Nulle (RW Oberhausen) und Podszus (Bor. Mönchengladbach (A)) zugesagt. Außerdem musste nun noch die Regelung der Regionalligen beachtet werde, dass bei jedem Spiel mindestens sechs U-24-Spieler deutscher Prägung, davon zwei U-21-Spieler, auf dem Spielberichtsbogen zu stehen haben. Also schaute man sich zunächst ein wenig in der Nachbarschaft um und verpflichtete Tim Kruse und Marcel Ndjeng. Kruse (Baujahr 1983), für die linke Seite geholt, war bei den Amateuren von Bayer Leverkusen einer von zwei Spielern, die in der vergangenen Saison alle 34 Spiele bestritten haben. Ndjeng (geboren im Jahre des Herrn 1982), für die rechte Seite vorgesehen, kam von den Amateuren des 1.FC Köln und ist anscheinend ein Derby-Fan, denn am letzten Spieltag der Regionalliga Nord schoss er die Kölner mit seinem 1:1 gegen Kiel noch schnell zum Klassenerhalt, bevor er nach Düsseldorf wechselte.

Des weiteren holte die Fortuna noch Sven Najemnik (Stapellauf 1982) als Ersatztorwart vom VfB Hüls sowie Andreas Neumeyer (Indienststellung 1984) vom SC Fürstenfeldbruck, ein junger Ergänzungsspieler für den Sturm, der eigentlich zunächst für die zweite Mannschaft gedacht war, aber eine sehr gepflegte Vorbereitung spielte und sich deshalb völlig zurecht im Kader der Ersten wiederfindet.

Nun musste nach altem italienischen Grundsatz die Abwehr noch ein wenig verstärkt werden, obwohl sie schon in der Oberliga das Prunkstück der Mannschaft schlechthin war. Hierfür wurde der Argentinier Bocchio verpflichtet. Arbeitskollege Lorenzón, bester Spieler der Rückrunde und somit stolzer Besitzer eines verlängerten Vertrages, war anscheinend so begeistert über die Verpflichtung seines Landsmannes, dass er mit richtig viel Schwung in die Vorbereitung ging und sich voll einbrachte – Leistenverletzung, OP, vier bis sechs Wochen Pause. Das fing ja gut an.

Da kein spezieller Ersatz für Michael Zeyer (der ja seine Karriere beendet hat) geholt wurde, und Markus Lösch doch eher für das defensive Mittelfeld zuständig ist, wurde noch ein erfahrener Spieler geholt, der im Mittelfeld sowohl nach hinten absichern als auch Impulse nach vorn setzen kann: Thomas Hoersen. Ein nicht unbekannter Name in Kreisen von Borussia Mönchengladbach, dem MSV Duisburg oder dem SV Waldhof Mannheim, bei dessen Verpflichtung allerdings zwei Dinge auffielen: zum einen spielte er zuletzt beim Verbandsligisten Rheydter SV. Gleichzeitig begann er eine kaufmännische Ausbildung in einem Betrieb, der irgendeinem der ganz wichtigen hohen Tiere des RSV gehört. Als das Angebot der Fortuna kam, nahm er dort regulären Urlaub, fuhr mit Fortuna ins Trainingslager, überzeugte, wurde verpflichtet, kam nach Hause und war auf dem kaufmännischen Sektor arbeitslos. Sein Chef hatte nämlich Schaum vor dem Mund und in aller Öffentlichkeit darüber gewettert, dass er Hoersen beim RSV als Führungsfigur gesehen und ihm nur deshalb auch den Job gegeben hatte. Ja, das ist der betrogene Mittelstand! Ich bin sicher, der Arbeitgeber-Präsident wird ihn tröstend in den Arm genommen haben. Allerdings nur, wenn sich so ein wichtiger Mensch für so ein ganz kleines Licht wie diesen „Arbeitgeber“ interessieren sollte.

Zum anderen verlief die sportmedizinische Untersuchung bei Hoersen wohl ohne Probleme. Dies erstaunt dann doch etwas, bekam ich doch aus Mannheim die Information, dass Hoersen, und dies ist kein Witz, von der Berufsgenossenschaft eine Invalidenrente bezüglich eines seiner Knie bezieht. Ich hoffe, ich hab hier jetzt nix verraten…aber mir wird schon jedes Mal ganz anders, wenn er nur prüfend auf sein Knie guckt. Beim Spiel gegen Braunschweig hielt er es sogar mal einige Sekunden mit Schmerz verzerrtem Gesicht umklammert, da hab ich ihn im Geiste schon für die Hinrunde abgeschrieben. Nun, das ist natürlich übertrieben, und vielleicht rührt sich im Knie ja auch gar nix, aber in diesem Zusammenhang darf an Bastian Retterath erinnert werden, den wir vor zwei Jahren von den Amateuren von Alemannia Aachen holten, inklusive seiner Knorpelverletzung, die irgendwie vorher nicht erkannt wurde und dem damaligen Neuzugang unmittelbar nach der Verpflichtung ein halbes Jahr Pause einbrachte.

Jetzt fehlte zur Abwechslung nur noch jemand für die Abwehr. Da fand man einen Spieler, der mit einem für die Düsseldorfer Altstadt prädestinierten Namen ausgestattet ist: Laurent Guthleber ist Franzose, kommt von einem französischen Drittligisten mit dem klangvollen Namen Racing Bourge-Péronnas und konnte im Defensivbereich überzeugen. Leider nicht den DFB, denn die Spielgenehmigung traf erst zum zweiten Spiel ein, so dass Guthleber, ebenso wie Lorenzón und Hoersen (Grippe) beim Auftaktspiel in Münster fehlte.

Tja, und da der Sturm doch etwas dünn besetzt ist, holte man in letzter Sekunde noch den wandelnden Deutschland-Atlas Gustav Policella. Mal sehen, ob ich mit Nennung all seiner Vereine drei Zeilen voll kriege: Offenbacher Kickers, SpVgg Greuther Fürth, MSV Duisburg, FSV Mainz 05, RW Oberhausen, VfB Lübeck, Eintracht Trier, Waldhof Mannheim, SG Mußbach, 1.FC Kaiserslautern. Wobei ich persönlich ja die SG Mußbach am besten finde. Policella saß zuletzt in Offenbach nur auf der Tribüne und hat Trainingsrückstand, wird daher derzeit nur als Ergänzungsspieler gebracht. Aber auch so dürfte er es erst einmal schwer haben, an den etatmäßigen Stürmern Frank Mayer und Marcel Podszus vorbei zu kommen.

So, ich hoffe, ich habe niemanden vergessen. Fortuna auf jeden Fall nicht, es wurde niemand im Trainingslager sitzen gelassen, weil der noch so neu war, dass man ihn irrtümlich für den Etagenkellner gehalten hatte, die Vorbereitungsspiele wurden ohne nennenswerte Vorkommnisse absolviert, (u.a. 1:0 gegen Regionalliga-Süd-Aufsteiger TuS Koblenz, 1:1 bei Zweitligist Eintracht Trier, aber 1:2 gegen Oberligist Union Solingen, übrigens wieder mit unbeschreiblicher Bratwurst, unser tapferer Tester verschwand in der Halbzeitpause spurlos!), der Düsseldorfer Boulevard fordert mal wieder den sofortigen Durchmarsch unter völliger Ignoranz, dass da ja auch noch so ein paar andere Mannschaften mitspielen, alles ganz normal also. Die Regionalliga mit insgesamt 19 Mannschaften, drei Zweitliga-Absteigern (Lübeck, Osnabrück, Union Berlin), sieben (!) Zweitvertretungen von Bundesliga-Clubs (Köln, Dortmund, Bremen, HSV, Bielefeld, Wolfsburg, Hertha BSC), der Regelung von fünf Absteigern in dieser Saison, 36 Pflichtspielen und 38 Spieltagen konnte kommen. Und sie kam am 31.07.2004 mit dem Auswärtsspiel bei Preußen Münster.

Und es war alles gerichtet. Strahlender Sonnenschein, endlich wieder ein Samstagsspiel (auch wenn die Regionalliga-Anstoßzeit 14 Uhr doch wieder etwas gewöhnungsbedürftig ist), über 10.000 Zuschauer, die finanzkalkulatorisch von Preußen Münster auf 8.200 korrigiert wurden, die Hälfte der Besucher Fortuna-Fans, und eine Fortuna-Mannschaft, die den Gegner in der ersten Halbzeit in Grund und Boden spielte und sich eine Chance nach der anderen erarbeitete. Von Münster bis auf ein paar Fernschüsse absolut nix zu sehen, die waren viel zu beschäftigt, den Ball aus dem eigenen Strafraum zu hauen, als vorne irgendwelche Angriffe aufzuziehen. Aber da wir jetzt eine Liga höher angekommen sind, heißt das ja nicht mehr „grottenschlecht“ sondern „abwartend“.

Nun, die ganze Abwarterei lohnte sich. Fortuna konnte nämlich ein halbes Dutzend klarer Chancen nicht nutzen, auch in der zweiten Halbzeit nicht, Münster machte ein wenig auf, ohne groß gefährlich zu werden, und gewann das Spiel, ohne eine heraus gespielte Torchance gehabt zu haben: In der 76. Minute segelte ein Freistoß in den Strafraum, der wurde per Kopf verlängert und fiel eher unbeabsichtigt einem Münsteraner Stürmer am 5-Meter-Raum vor die Füße. Torwart Nulle musste raus und die Situation bereinigen, sah dabei etwas unglücklich aus, da er mit dem Stürmer zusammen rasselte, konnte er den Ball nicht fangen und auch nicht mit Schwung fausten (in der Oberliga wird so etwas übrigens gerne mal als Torwartbehinderung abgepfiffen, aber wir sind ja aufgestiegen), und den Abpraller biggelte Sven Fischer unter dem Körper von Nulle und vor dem langen Bein von Liniengrätscher Böcker rein, jener Fischer, der nicht nur gerade mal 2 Minuten vorher aufs Feld gekommen war, sondern ebenso frei stand wie sein Kollege am 5-Meter-Raum zuvor. Zufall und ein kollektiver Sekundenschlaf von Nulles Vorderleuten ermöglichten den Preußen-Sieg, sowie die Unfähigkeit, an diesem Tage auch klarste Torchancen zu verwerten, wie Bellinghausen im direkten Gegenzug bewies, als er nach einer Hereingabe von rechts aus vier Metern Münsters Torwart Poggenborg anschoss und Podszus auch den Nachschuss über die Latte setzte.

Und an einem Tag, an dem es mit dem Toreschießen hapert, da hat der Schiri dann auch Mitleid. Warum der Fortuna noch eine Einschusschance schenken, wenn die sowieso vermasselt worden wäre? Womit wir in der 90. Minute wären.

Eckstoß von der rechten Seite für Fortuna, sogar Torwart Nulle mischt sich entgegen der Anweisung des Trainers unter die Spieler im Sechzehner, alle wollen es noch einmal wissen. Ecke Tytarchuk, der Ball wird abgewehrt, kommt zum Ukrainer zurück. Der läuft ein paar Schritte mit dem Ball und zwiebelt die Kugel dann halbhoch wieder in den Strafraum. Dort steht Preußen-Spieler Küsters. Dem muss diese harte Flanke ziemlich gemein vorgekommen sein – zu niedrig zum Wegköpfen, zu hoch zum Wegschießen. Und da passiert es: mit einem wunderschönen Reflex kommt der rechte Arm raus und mit dem Oberarm klärt Küsters galant die prekäre Situation. Schön gemacht, wenn Handball-Nationaltrainer Heiner Brandt auf der Tribüne gesessen hätte, wäre Küsters’ Name unter Garantie in dessen Notizbuch gelandet, denn gute Torhüter sind selten im deutschen Handball. Alle haben es gesehen, sogar Preußen-Trainer Moors gab es hinterher zu, und der stand 50 Meter vom Geschehen entfernt und somit 45 Meter weiter als der Schiri.

Dieser pfeift auch fünf Sekunden später. Aber was er da pfeift, ist so unglaublich, dass man eigentlich dankbar sein muss, dabei gewesen zu sein, sonst würde man es wohl nicht glauben: der Herr beendete mit diesem Pfiff das Spiel! So etwas hab ich noch nicht erlebt. Der Rest im Stadion wohl auch nicht, denn es dauerte weitere fünf Sekunden, bis die Preußen realisierten, dass sie gewonnen hatten und einige Fortunen zu wütenden, aber natürlich erfolglosen Protesten auf den Schiri ansetzten.

Eine Frechheit war der Pfiff allemal. Nicht nur wegen dem nicht gegebenen Handelfmeter, sondern auch aus dem Grund, dass dieser Pfiff (genau wie der Halbzeitpfiff) auf die Sekunde genau ertönte. Da fehlten mindestens fünf Minuten Nachspielzeit, denn es hatte in der Partie mehrfach Verletzungsunterbrechungen und sogar ein kleines folgenloses Gerangel gegeben. Das interessierte diesen Herrn aber nicht, ihm war anscheinend zu warm und er wollte sich nicht noch mit möglichen Ausgleichstreffern in der Schlussminute belasten, also ging er einfach mal. Eine ganz große Fehlentscheidung dieses Mannes, der äußerlich einen auf Collina machte und deshalb bei einigen merkwürdigen Entscheidungen, die er im Laufe des Spiels fällte, aus der Fortuna-Kurve immer wieder mit dem entsprechenden Gesang: „Es gibt nur einen Collina!“ gewürdigt wurde. Vielleicht hat er sich das ja gemerkt…

Wobei eins ganz klar gesagt werden muss: diese Blindheit in der 90. Minute hätte für Fortuna absolut belanglos sein müssen, denn zu diesem Zeitpunkt hätte man das Spiel bereits locker 3:1 nach Hause fahren müssen. So sah es auch Trainer Morales, der auf den Elfer nicht weiter einging und den auch das allgemeine Lob ob der guten Mannschaftsleistung an diesem Nachmittag nicht mehr zu trösten vermochte, und der seine Gefühlswelt deshalb kurz und knackig mit „Vorne dumm – hinten dumm“ auf einen Nenner brachte. In der Tat zahlte der Aufsteiger bitteres Lehrgeld an diesem Samstag und lieferte den Preußen ein Gastgeschenk, mit dem die selbst nicht mehr gerechnet hatten. Kein Wunder, dass wir in Münster immer gern gesehen sind. Und kein Wunder auch, dass wir für Wettbegeisterte langsam zur sicheren Bank werden: auch im 11. Jahr hinter einander zum Auftakt kein Sieg.

Für mich persönlich bleibt daher von diesem Spiel nur der herzliche Gruß an die weibliche Kabelhilfe des WDR, die bei dreißig Grad im Schatten immer hinter ihrer Reporterin herlaufen musste, und die mir im vertraulichen Gespräch gestand, dass sie nicht das geringste Interesse an Fußball hat. Für sie muss dieser Nachmittag ja dann die Höchststrafe gewesen sein. Ich hingegen bedanke mich für die nette Konversation und den schönen Anblick.

Da man sich dafür aber außer irgendwelchen Mittelchen gegen Herzklopfen nun wirklich nichts kaufen konnte, stand die Fortuna beim zweiten Saisonspiel am Freitag, 06.08.2004, gegen Eintracht Braunschweig bereits unter Zugzwang, zumal mit dem Gegner ein deutlich schwereres Brett anreiste als es zuvor Münster gewesen war, denn Braunschweig wird von vielen Regionalliga-Trainern zum erweiterten Kreis der Aufstiegsfavoriten gezählt.

Zumal in mir persönlich doch nach diesem Spiel in Münster einige Erinnerungen geweckt wurden. Euphorie in der Vorbereitungsphase, die Bekanntgabe von Vorstand und Presse, dass Fortuna bereits vor der Saison aus der neuen Regionalliga Nord in die Zweite Liga aufgestiegen sei, einen ganzen Sack neuer Spieler sowie ein tolles Auftaktspiel in Münster, bei dem man den Gegner eine Halbzeit lang vorführte und anschließend trotzdem knapp und unglücklich unterlag – an was erinnert mich das nur?

Jawohl, an die Saison 2000/2001. Da kam Aleksandar Ristic zum dritten Mal als Trainer nach Düsseldorf, brachte ganz viele neue Spieler mit (die im Gegensatz zu Bertholds Neuverpflichtungen allerdings allesamt ein –ic oder artverwandte Buchstaben am Ende des Nachnamens hatten) sowie noch einen Marcus Marin, der seit jener Saison bei mir nicht mehr als Spieler, sondern als „Angestellter, der mal eben in Köln den Trainerschein machen wollte“ firmiert, das damalige Präsidium warf die Millionen von Investor kinowelt nur so aus dem Fenster und verkündete zusammen mit dem Boulevard, dass Fortuna bereits aufgestiegen sei, bevor auch nur der erste Ball rollte. Die Regionalliga Nord war damals nicht aufgrund eines Aufstiegs neu, sondern aufgrund der Tatsache, dass Fortuna zuvor in der Regionalliga West/Südwest gespielt und sich für die neue zweigleisige Regionalliga qualifiziert hatte. Und auch diese Liga hatte damals 19 Mannschaften und fünf Absteiger. Dass die Gegner dort anstatt SC Idar-Oberstein, FSV Salmrohr oder FK Pirmasens plötzlich Eintracht Braunschweig, VfB Lübeck oder Union Berlin hießen, interessierte Krawattenträger wie Presseleute gleichermaßen nicht für eine Sekunde. Am ersten Spieltag gab es nach sehr gutem Spiel ein unglückliches 1:2 in Münster. Das Ende vom Lied: Platz 16, Abstieg, und nur der gute Wille eines Faxgerätes in Wilhelmshaven gab der Fortuna nochmals die Chance auf eine weitere Regionalliga-Saison, in der der Abstieg dann endgültig wasserdicht gemacht wurde. Ist natürlich alles nur Zufall, aber ich werde das mal im Auge behalten. Nicht, dass ich mir wünschen würde, dass es ähnlich kommt, aber dann kann ich wenigstens mal wieder einen auf „Ich hab’s doch gleich gesagt“ machen.

Bevor jedoch am 2. Spieltag der Ball rollen konnte, gab es unter der Woche abseits des Rasens einige Dinge, die verdeutlichen, dass Fußball auch mal doof sein kann.

Da wäre zunächst die Kartensituation. Das Spiel war das erste Heimspiel der Saison. Klar, dass „einige“ Leute in der Woche zuvor noch auf der Geschäftsstelle ihre Dauerkarten abholen wollten. Gleichzeitig war es das erste Heimspiel in der Regionalliga seit über zwei Jahren, noch dazu gegen ein solch namhaften Gegner. Klar, dass sich auch andere Leute auf die Geschäftsstelle gesellten, um Tageskarten zu erwerben. Gleichzeitig startete für Dauerkarten-Besitzer der Vorverkauf für das DFB-Pokal-Spiel gegen den VfL Bochum am 21.08.2004. Klar, dass sich sämtliche Dauerkarten-Besitzer zur Geschäftsstelle aufmachten, um von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch zu machen, bevor die Karten (ab Montag, 09.08.2004) in den freien Verkauf gehen. Klar, dass daraufhin die Geschäftsstelle zusammen brach. Was noch nicht einmal den Geschäftsstellen-Mitarbeitern anzulasten ist, die waren hoch motiviert, aber schlicht zu wenige. Da wurde organisatorisch mal wieder ein wenig geschlafen, mit der Folge, dass tagtäglich Hunderte von Fans stundenlang in der prallen Sonne vor der Geschäftsstelle ausharren mussten. Das Ganze wurde dann dermaßen konfus, dass Fortuna glatt vergaß, dem Gegner auch mal ein paar Tickets zukommen zu lassen. Anders ist das für mich nicht zu erklären, denn der Spielplan (und somit der Spieltermin) stand seit sechs Wochen fest, Zeit genug also, um den Braunschweigern das ihnen zustehende Kartenkontingent zu schicken. Aber dies erst 36 Stunden vor dem Anpfiff zu tun ist schon relativ…hm, oberliga-like, möchte ich fast sagen. Zumal ja Braunschweig bekanntermaßen nicht gerade bei Düsseldorf um die Ecke liegt und dort sämtliche Fans mit ihren Planungen für Bus-, Bahn- oder Auto-Reisen in der Luft hingen, weil sie keine Karten bekamen. Verständlich, dass die Stimmung dort von Tag zu Tag gereizter wurde, das hätte sich nun wirklich leicht vermeiden lassen. Aber ich hoffe mal, dass man aus dieser Woche für die kommenden gelernt hat.

Aaaargh, grad hab ich das böse Wort von der „Oberliga“ gesagt. Steckt mir wohl immer noch irgendwie im Blut. Fortuna aber auch. Denn bei diesem Stichwort wären wir sofort bei dem Rasen, auf dem die Spieler unter der Woche trainieren.
Der befindet sich in unmittelbarer Nähe der Baustelle, auf der derzeit die letzten Arbeiten an der neuen Arena vollendet werden, was anscheinend entweder die Rasenpfleger oder die Spieler dazu animiert, öfter mal einen Blick herüber zu werfen und entsprechend unkonzentriert ihrer eigentlichen Arbeit nachzugehen. Nur so ist es für mich zu erklären, dass in der Woche vor dem Braunschweig-Spiel mit Bocchio, Bürk und Bellinghausen gleich drei Spieler (!) in den löchrigen Rasen traten und in der Partie nicht eingesetzt werden konnten! Ich nehme an, dass dürfte Rekord sein, auch bundesweit. Am schlimmsten erwischte es Linksaußen Bellinghausen, der am Meniskus operiert werden muss und rund vier Wochen ausfallen wird! Und man müsste unwillkürlich grinsen, wenn der Fortuna-Kader für solcherlei Sperenzchen und diese lange Saison derzeit nicht doch etwas dünn besetzt wäre. Zumal in dieser Woche mit der BBDO Consulting GmbH, eine Marketing-Gesellschaft mit Stammsitz in Düsseldorf, ein, ebenfalls wohl ein Novum im deutschen Fußball, zweiter Trikotsponsor gewonnen werden konnte. Der Schriftzug schmückt jetzt die Ärmel der Trikots, während auf der Brust das Logo des Hauptsponsors Sparkasse Düsseldorf prangt. Könnte es da nicht möglich sein, auch einen neuen Rasen und vielleicht ein oder zwei Aushilfskräfte für die Geschäftsstelle zu bekommen? Natürlich weiß auch ich, dass Fortuna noch massig Schulden hat, aber hier wird irgendwie am falschen Ende gespart. Nun ja, die Saison ist noch lang, gehen wir daher einfach davon aus, dass es sich um „Kinderkrankheiten“ handelt, wie sie zu Beginn einer neuen Saison in einer neuen Liga schon mal vorkommen können. Wobei die Sache mit Bellinghausen natürlich ganz besonders bitter ist.

Das Spiel gegen Braunschweig bot alles, was das Fortuna-Herz begehrt, wieder eine starke erste Halbzeit, in der die Fortunen insbesondere von der grausam schlechten Braunschweiger Abwehr profitierten. Zwar hatte Braunschweig die erste Chance, die auch drin sein musste, aber erst rettete Nulle gegen Patschinsky und den Nachschuss von Rische (der Mann, der bei allen Vereinen unter Vertrag war, die Policella noch fehlen) klärte Fregene auf der Linie. Da dachten die „Löwen“ wohl, das wird ein Selbstläufer, insbesondere, was die Abwehr anging. Zunächst ging eine kollektive Abseitsfalle ebenso kollektiv in die Hose, die Vorlage von Podszus kam genau im richtigen Moment, Mayer auf und davon, gepflegter Lupfer über Stuckmann, der hatte die Fingerspitzen noch dran, konnte den Treffer aber nicht mehr verhindern. Fortunas erstes Regionalliga-Tor seit 2 Jahren durch Frank Mayer. Kurioserweise war Franky auch derjenige, der den letzten Fortuna-Treffer in der 3. Liga markierte, damals beim 3:0 gegen Aue. Ein gutes Omen.

Denn schon nach 18 Minuten legte Marcel Ndjeng das 2:0 nach, als er 25 Meter vor dem Tor Patrick Bick einfach mal die Kugel abnahm. Da der peinlicherweise letzter Mann war, lief Ndjeng allein auf Stuckmann zu und vollendete flach aus 16 Metern. Ein Traumstart, und auch völlig verdient, da Braunschweig nach der ersten Chance wirklich nichts mehr zeigte. Auch dieses Zwischenergebnis weckte Erinnerungen, nämlich die an das letzte Spiel gegen Braunschweig im Jahre 2002. Damals führte die Fortuna schon nach 8 Minuten mit 2:0, verlor aber noch durch einen Hattrick von Teixeira mit 2:3 und war abgestiegen. Aber der spielt ja mittlerweile in Essen, und auch ansonsten trat kein Braunschweiger irgendwie übermäßig positiv in Erscheinung. Eher war das Gegenteil der Fall, insbesondere Torsten Lieberknecht schien es sich an diesem Abend zur Lebensaufgabe gemacht zu haben, den Schiri wirklich bei jeder Gelegenheit ungestraft anzupöbeln. Aber natürlich kommt der Herr Lieberknecht aus der Region und ist von daher gar keine andere Spielweise gewohnt. Vielleicht gab ihm der Schiri deshalb aus Mitleid nur Gelb, obwohl sowohl seine Mecker- als auch seine Foulstatistik in diesem Spiel gleich mehrere Gelb/Rote Karten gerechtfertigt hätten. Da fielen eher schon die Fortuna-Spieler positiv auf, insbesondere Ndjeng ist eine Granate, spielte seinen Gegenspieler, den Ex-Fortunen und –Uerdinger Jan Tauer, dermaßen schwindlig, dass der Anfang zweite Halbzeit entnervt ausgewechselt werden musste. Ndjeng war auch in Münster schon bester Fortune und ist in dieser Form sicherlich ein Spieler, den man sich merken muss, auch wenn ihm noch die Kraft für 90 Minuten Power-Fußball von der Sorte, wie er ihn spielt, fehlt. In beiden Partien musste er völlig entkräftet eine Viertelstunde vor Schluss ausgewechselt werden, gegen Braunschweig sogar mit Wadenkrämpfen.

Da konnte er dann die Schlussphase nur noch als Zuschauer verfolgen, ebenso wie die offiziell 6.500 anderen im Stadion, von denen einige auch die beiden neuen Stahlrohr-Tribünen antesteten, die man auf die Osttribüne gesetzt hat und die 1.600 zusätzliche Sitzplätze bieten. Sieht ganz nett aus, und lässt mich persönlich wehmütig an das letzte Jahr zurück denken, exakt diese Tribünen gab es nämlich auf Färöer beim Spiel gegen Deutschland. Schön, wenn so wieder Urlaubserinnerungen geweckt werden!

Die 90. Minute war dann wieder der Beweis, warum Fußball auf dem Platz immer noch am Schönsten ist, bei allen heutzutage irgendwie nötigen Randerscheinungen. Natürlich war es der zweite Spieltag, egal, was in dieser 90. Minute geschieht, nichts wird entschieden, kein Aufstieg, kein Abstieg, kein gar nix. Trotzdem sind es solche Minuten, für die ich auch am 2. Spieltag schon ins Stadion renne. Mag sein, dass ich das zu übertrieben sehe, aber für mich war das an diesem Abend noch das Tüpfelchen auf dem i in diesem prima Spiel.

Ach so, hatte ich schon erwähnt, dass Podszus vorher schon einen Foulelfmeter versemmelt hatte? Nein, warum auch, ist ja bei Fortuna nichts Besonderes. Nach der letzten Saison dachte ich zwar eigentlich, sie hätten das im Griff, aber anscheinend will man uns wieder auf die Folter spannen wie in der vorletzten Saison, als 7 von 14 Elfern in Pflichtspielen verschossen wurden. Podszus traf Torwart Stuckmann, und der konnte den Ball an die Latte lenken, Chance zur endgültigen Entscheidung vertan. Und es tröstet nur wenig, dass diesem Elfmeter wohl kein Foul, sondern eher eine kleine Einlage von Stürmer Mayer voraus ging. Ich flehe euch an: üben, üben, üben!

Ach ja, die 90. Minute. Da war zunächst mal der Herr Kuru. Der ist türkischer Staatsbürger, kam vor der Saison von den Amateuren von Werder Bremen nach Braunschweig und hatte dort in der abgelaufenen Saison nicht weniger als 13 Treffer erzielt, und das, obwohl er dort einen Sturmpartner namens Nelson Haedo Valdez hatte. Der kann irgendwie nicht so schlecht sein. Keine Ahnung, warum ihn Braunschweigs Trainer Michael Krüger nicht von Anfang an brachte. Aber man will ja nicht undankbar sein.

Dieser Kuru lief sich geraume Zeit hinter dem eigenen Tor warm und brannte dermaßen, dass man ihm eigentlich prophylaktisch die Freiwillige Feuerwehr hätte zur Seite stellen sollen. Mehrfach rief er zur Bank hinüber, warum man ihn nicht endlich einwechseln würde und maulte anschließend: „Warm laufen kann ich mich auch im Weserstadion!“ – und damit hatte er sogar Recht, denn zu diesem Zeitpunkt war bei diesem parallel statt findenden Landesliga-Kick zwischen Bremen und Schalke in deren Billig-Stadion der Strom ausgefallen und es wurde dort noch gar nicht gespielt.

Nun, Kuru wurde erhört und eine Viertelstunde vor Schluss eingewechselt, machte gleich mächtig Druck und schoss auch folgerichtig in der 90. Minute den Anschlusstreffer, ein schöner Schuss aus 16 Metern, halbhoch ins linke Eck. Kleine Ergebniskosmetik.

Und das war der Moment, in dem der Schiri vier Minuten Nachspielzeit anzeigte…und zwei Minuten später hätte Fortuna fast die gesamten guten 90 Minuten zuvor verspielt. Zu schwache Abwehr im Strafraum, der Ball kullert an den Sechzehner, von dort ein flacher Nachschuss. Nulle liegt am Boden, hat den Ball aber leider nicht, denn kurz vor ihm hat der Braunschweiger Daniel Graf die Kugel gestoppt. Und schießt sie jetzt lässig über den am Boden liegenden Keeper ins leere – nein! – an den Rücken von Kuru, der vergeblich versucht, noch aus der Schussbahn zu hechten! Dann kann geklärt werden. Diesen Moment und die darauf folgenden zwei Minuten habe ich mit so viel Herzflattern bezahlt, dass keine Kabelhilfe des WDR dagegen ankommen kann. Natürlich wäre es wieder unverdient gewesen, aber es hätte natürlich wiederum niemanden interessiert. Unfassbar, wie man binnen zwei Minuten dermaßen die Ordnung verlieren kann. So wurde es noch ein Zitterspiel – bis zum Schluss. In der 94. Minute startete der eingewechselte Tytarchuk bei einem Konter zu einem Sololauf, ließ zwei Braunschweiger stehen und verlud auch noch Stuckmann zur Entscheidung. Dann rannte er jubelnd Richtung Seitenlinie und wurde dort von den begeistert den Platz stürmenden Reservespielern begraben, was den Schiri wohl aufgrund der von ihm vermuteten, sofort zu leistenden Erste-Hilfe-Maßnahmen für den Torschützen dazu bewegte, das Spiel gar nicht mehr anzupfeifen. 3:1 gewonnen, die ersten drei Punkte in der Regionalliga, und auch verdient, denn Braunschweig drehte zwar zum Schluss mächtig auf, war aber insgesamt zu passiv und vor allem, mit Ausnahme von Torwart Stuckmann, der Schlimmeres verhinderte, in der Abwehr ein ziemlicher Trümmerhaufen.

Nach dem Spiel kreierte Fortuna-Trainer Massimo Morales noch ein weiteres nettes Bonmot, als er von einem Braunschweiger Journalisten zu dem Elfmeter befragt wurde, der ja zugegebenermaßen ein ziemlicher Witz war. Der Trainer wies zurecht auf den nicht gegebenen Elfer in der Vorwoche in Münster hin und meinte nur lakonisch: „Elfmeter kommen und gehen.“ Das nenn ich große Rhetorik!

So weit, so gut. Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Für meinen Geschmack, wie schon gesagt, ist der Kader für diese lange Saison ein wenig schwach besetzt, allerdings haben sich bisher alle Neuverpflichtungen als ziemliche Treffer erwiesen. Auch glaube ich nicht an einen Durchmarsch, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren. Erst einmal 40 Punkte würden es für mich auch tun, obwohl die noch nicht mal reichen müssen, bei einer Liga mit 38 Spieltagen. Ich glaube, es wird noch ziemlich aufregend werden.

Übrigens, noch eine Anmerkung zur Saison 2000/2001: damals gewann Fortuna sein erstes Spiel in der Regionalliga Nord bei den Amateuren des BVB. Ratet mal, mit welchem Ergebnis…wie gesagt: ich werde das im Auge behalten.

Weiter geht es am nächsten Mittwoch, 11.08.2004, mit der ersten Partie bei einem der Bundesliga-Talentschuppen, in Wolfsburg nämlich. Ich bin jetzt schon gespannt, ob die dortige Amateur-Mannschaft vielleicht ein wenig aufgefrischt wird. Wie das geht, demonstrierte Hertha BSC Berlin, das zum Lokalderby am ersten Spieltag gegen Union schon mal pauschal vier Profis einsetzte (und trotzdem nur 1:1 spielte). Nächsten Samstag heißt es dann Heimspiel gegen Uerdingen 05, da wird die Hütte wohl auch schön voll werden, und dann kommen drei Auswärtsspiele am Stück: am 25.08. in Berlin gegen die Hertha-Amateure (am 21.08. sind beide mit DFB-Pokal beschäftigt, daher die Verlegung auf Mittwoch), dann in Wuppertal, das war ursprünglich ein Heimspiel, das Heimrecht wurde jedoch getauscht, da das Heimspiel gegen den WSV in der Arena statt finden soll. Der WSV leistet sich übrigens im Moment genau das Sommertheater, für das früher eigentlich immer die Fortuna zuständig gewesen ist, mit Trainer-Rausschmiss, Rücktrittsforderungen ans Präsidium, Fan-Demos und dem schönen Ausspruch von Präsident Runge, der friedlich auf den Rängen protestierenden Fans nach dem Auswärtsspiel bei Union Berlin vorwarf, einen „Privatkrieg“ zu führen und ihnen, die an einem Freitag mal eben mehrere Hundert Kilometer hin und her gefahren waren, um ihre Mannschaft zu unterstützen, empfahl, sich einen anderen Sport zu suchen. Weiter werde ich das nicht kommentieren, aber es zumindest ziemlich lächerlich, was da derzeit von Vereinsseite geboten wird.

Danach folgt dann am 05.09.2004 das Auswärtsspiel in Kiel, und am 10.09.2004 gibt es mit dem dann folgenden Heimspiel die „Pre-Premiere“ in der Arena, die ja vollständig erst im Januar 2005 frei gegeben werden wird.

Gegner wären an diesem Abend die Geißbock-Amateure gewesen. Die haben aber keine Lust dazu und teilten schon frühzeitig mit, dass man an diesem Termin leider nicht könne, da man einige Spieler für den Länderpokal abstellen müsse. Dann bleibt mal schön in eurem Geißbockheim, ihr Spielverderber. Das eigentlich vier Wochen danach anstehende Heimspiel gegen Union Berlin wurde nämlich einfach vorgezogen, da Union an jenem September-Wochenende 10.-12.09. eh spielfrei gehabt hätte. So feiern wir jetzt mit Union und holen das Spiel gegen Köln irgendwann mal nach, wenn diese wichtigen Menschen vielleicht mal Zeit haben. Selbst Schuld.

Und das soll’s fürs Erste gewesen sein. Es bleibt die Erkenntnis, dass es wieder Spaß macht, auch mal Mannschaften aus Braunschweig, Berlin oder Hamburg auf dem Spielplan zu haben. Dazu noch das Pokal-Highlight gegen den VfL Bochum am 21.08. Ich bin schon sehr gespannt, wie es weiter geht. Spätestens nach der Auswärtsspiel-Orgie wird man klarer sehen, wohin die Reise geht.

janus

PS. Wer hat im Flinger Broich die Krautsalat-Auflage von den Frikadellen im Brötchen entfernt? Das darf ja wohl nicht wahr sein! Sofort wieder her damit!

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