Winterpause

Ich bin kein Star – holt mich hier raus!

Ja, ich will hier raus! Raus aus dem Januar 2004, raus aus der Winterpause! Denn das Einzige, was in diesen Tagen einigermaßen interessant ist, ist die Wechselbörse der Oberliga Nordrhein und die Rückrunden-Vorbereitung der Vereine. Ansonsten tut sich so gut wie nix. Es tut sich sogar so wenig, dass ich ab und zu vor dem Fernseher sitze. Es läuft diese komische Sendung auf RTL. Da tut sich zwar auch nicht besonders viel, aber von der Ungeduld desjenigen erfüllt, für den der Ball langsam mal wieder rollen könnte, schwirren meine Gedanken umher und vermischen sich zu einem gefährlichen Cocktail, der mich langsam an meinem Verstand zweifeln lässt…

Da ist diese Sendung. „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“ Einmal geguckt, schon gezweifelt. Wo ist da bitte ein Star? Was genau ist überhaupt ein Star? Das wird jeder wohl anders beantworten, aber eins dürfte feststehen: diese zehn Kasper, die sich da im australischen Busch tummeln, sind es mit Sicherheit nicht. Eine Mischung aus abgehalfterten, mäßig bekannten „Promis“ und Möchtegerns. Der einzige Star ist die Gitarre, die die unglaublichen Quälereien von Costa Cordalis und Daniel Küblböck mit stoischem Gleichmut erträgt. Genau wie ich. Was soll ich machen, Fortuna ist ins Trainingslager abgereist, ins spanische Oliva in der Nähe von Alicante. Da spielen sie unter anderem ein Testspiel gegen den HSV. Die wohnen sogar im gleichen Hotel. Eine Gelegenheit, wie sie sich mir wahrscheinlich alle 20 Jahre einmal bietet, wenn überhaupt so häufig. Und was mache ich? Sitze hier und starre auf den Fernseher. Ich könnt heulen.

Da war Dustin Semmelrogge. Aber der war nur drei Tage dabei, dann ist er von selbst gegangen, was es verbietet, mehr als einen Satz über ihn zu schreiben. Höchstens, dass mich solches Gebaren bei diesem Vornamen kein Stück wundert. Und mir auch der Vorgang vertraut ist, schließlich hatten wir ja mal Mirko Stark für 15 Tage. Im Gegensatz zu Dustin schon ein echter Dauerbrenner.

Da ist Antonia. Von der wusste ich erst nicht, wer das überhaupt sein soll, wurde aber durch ihre eigene Laberei drauf gebracht. Die Astro-Fee von RTL. Also eine der Sorte, die angeblich auch völlig ohne Drogen die Sterne sehen und sogar deuten können. Da muss sie etwas ziemlich Deprimierendes gesehen haben, denn gestern fing sie an zu flennen, obwohl sie Geburtstag hatte. Nicht schön. Die SSVg Velbert gewinnt die Hallen-Stadt-Meisterschaft. Mich fröstelt.

Abgelenkt werde ich durch Costa. Der fühlt sich sichtlich wohl. Klar, ist ja auch kaum ein Unterschied zum Ballermann, an dem er sonst seine Auftritte zelebriert. In ihm sieht man den alten Hasen: bei seiner Bitte, möglichst oft für ihn anzurufen, damit er drin bleibe in der Gruppe, legte er allerbeste Kanzlermanieren an den Tag: „Sehr geehrte Damen und Herren, ich würde mich sehr freuen, wenn…“ Der ist so schlecht, dass er fast schon wieder gut ist. Sein Anblick erwärmt mich ein wenig. PSI Yurdumspor Köln gibt zur Winterpause sieben Spieler ab. Das freut einen doch, da könnten sie glatt den Costa noch als Pausenclown verpflichten, Platz genug wär ja jetzt im Kader.

Da ist Mariella Ahrens. Who the hell is Mariella Ahrens? Die sollte sich erst einmal im Playboy ausziehen, damit man sie mal näher kennen lernt. Bergisch Gladbach bekommt das 0:0 gegen die Mönchengladbacher Amateure nachträglich in einen 2:0-Sieg umgewandelt, da die Gladbacher Obradovic eingesetzt hatten. Den kannte in der Oberliga auch keiner, besonders, was die Spielgenehmigung betrifft, die gilt für ihn als Nicht-EU-Ausländer nämlich nur für die Profimannschaft. Mönchengladbach damit 10 Punkte hinter Fortuna. Da lacht das Herz. Und ich über Mönchengladbach. Die haben bei ihren ganzen Profis in der „Amateur“-Mannschaft derart den Überblick verloren, die können noch nicht mal regelkonform unfair aufstellen.

Da ist (war) Carlo T(h)ränhardt. Der Name war Programm. Bei weitem der beste Sportler bei diesen Deppen, bei weitem derjenige mit dem kleinsten Aktionsradius. Ließ sich ohne mit der Wimper zu zucken in dem selbstgedichteten Schmonzes des Teams mit der Eigenschaft „kämpft wie ein Tiger“ belegen und konnte sich sogar noch ein Gähnen verkneifen. Redete außerdem, wenn er den Mund mal aufkriegte, so überzeugende Sachen wie „Ja?“, „Echt?“ und „Aha“. Durfte folgerichtig gestern die Segel streichen und abhauen. Wie kann man solch einen Hobby-Sozialpädagogen da runter schicken? Mir graut es vor dieser Auswahl, die irgendwelche „Macher“ von RTL getroffen haben. Der 1. FC Bocholt (seit dem Sieg von Bergisch Gladbach am Grünen Tisch nunmehr Tabellenletzter) verliert in einem großartigen Spiel erst durch einen Doppelschlag in den letzten Minuten gegen Zweitliga-Spitzenreiter RW Oberhausen unverdient mit 1:2, Trainer Jupp Tenhagen spricht von der besten Saisonleistung. Ohoh, ich werde schon wieder nervös. Außerdem wollen sie Thorsten Schmugge holen. Kleiner Blick in fussballdaten.de. Wenn man dessen Statistik im Profi-Fußball betrachtet und sich das Gejammere der anderen Klubs vor Augen führt, müsste der zur Fortuna wechseln. Was will der in Bocholt? Auch Skito Litimba von LR Ahlen kommt. Mir schwant Böses. Zur Ablenkung wieder zurück auf den Bildschirm.

Da ist Lisa Fitz. Die Frau, die mir immer wieder klar macht, warum ich mit Bayern nix zu tun haben will. Schrill, exzentrisch, von diversen Schönheitschirurgen voll durchgeplant. Brilliert mit unheimlichem medizinischen Fachwissen: kommentiert die nächtlichen Hallus von Werner Böhm mit den Worten „Delirium tremens kanns nicht sein, ist ja gar kein Alkohol im Lager.“ Eine Kandidatin für Stoibers nächstes Kompetenz-Team. Ich fordere die PISA-Studie für über 50-Jährige. Schon stark, was RTL den Zuschauern zumutet. Und was bitte ist das? Die SSVg Velbert spielt ein Riesenspiel bei Greuther Fürth und verliert nur knapp mit 1:3. Von Fortuna nix Neues. Langsam bricht mir der Schweiß aus.

Da sind Werner Böhm und Daniel Küblböck. Die beiden, die die Generationen zusammen führen, indem sie deutlich machen, dass ein 17jähriger Depp und ein 62jähriger Alt-Alki eine gemeinsame Sprache sprechen: die kriegen beide keinen vernünftigen deutschen Satz zu Ende, ohne mittendrin das Thema zu wechseln., vier Relativsätze einzubauen oder einfach mal mitten im Satz abzubrechen, so dass kein Mensch weiß, was sie eigentlich wollten. Es tut gut, wenn die Menschen sich verstehen, egal wie. Dann klappts immer. Und schon nimmt Fortuna Sören Seidel als Testspieler mit ins Trainingslager. Der dürfte einigen ganz hartgesottenen Werder Bremen- und MSV Duisburg-Fans noch im Gedächtnis sein. Oder auch nicht, so viel hat er da auch nicht gerissen. Seine doch etwas ärmliche Statistik sorgt dafür, dass er bei Fortuna insbesondere im virtuellen Bereich auf Herzlichste willkommen geheißen wird, noch bevor er überhaupt da ist. Ich glaube, einige vermuten sogar, der wäre als deutsches Gegenstück zu Anthony Roche verpflichtet worden, um den Aufstieg noch erfolgreich zu verhindern (die sogenannte „Anti-Tor-Garantie-Verschwörung“, mit der Lady Di ausnahmsweise nichts zu tun hat). Immerhin ist da noch der Däne Nikolaj Hust, kein Testspieler, sondern bereits im Dezember aus der Reserve von Aarhus GF verpflichtet. Aber wie gesagt, das war ja im Dezember. Da wurde noch Fußball gespielt, da war so etwas nur eine kleine Randnotiz, ebenso wie der Abgang von Bastian Retterath zu Union Solingen, bei denen er jetzt schon Stammspieler ist und folgerichtig am 01.02. zum Rückrundenstart gegen Fortuna auflaufen dürfte. Herr Seidel hätte mal im Dezember kommen sollen. Selbst Schuld, wenn man mit so einer Statistik ausgerechnet in dem Monat anreist, in dem die Fans nun wirklich nix anderes zu tun haben als sich Gedanken zu machen und diese dann zu äußern. Ach so, der soll noch vorspielen? Erstaunlich, aber warten wir es ab.

Außerdem wurde der Vertrag mit Janosz Dziwior aufgelöst. Ein einziges Spiel hat der in der Hinrunde gemacht. Als Thomas Berthold bei der Verpflichtung im Sommer sagte „Der Janosz hat das Zeug, ein echter Führungsspieler zu werden“, da war Dziwior wohl grad mal austreten. Auch Michael Rösele kann/muss/darf gehen. Keine Ahnung, warum. Der hat immerhin drei Spiele in der Hinrunde gemacht, im Gegensatz zu Dziwior schon fast ein Leistungsträger. Aber oft verletzt, an der Motivation soll es wohl auch mangeln, wer weiß das schon? Man hört ja nix.

Da ist Susan Stahnke. Mann, ist das eine Heulsuse. Hat früher als Tagesschau-Sprecherin ohne mit der Wimper zu zucken verkündet, wenn in Asien wieder mal ein Flieger abstürzte ist oder in Sarajevo eine Granate auf dem Wochenmarkt detonierte. Hier weint sie sich in den Schlaf, weil sie sich gemobbt fühlt, obwohl sie jederzeit aussteigen könnte. Bei solchen Leuten kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Selbst Schuld, was tun die sich das auch an? Waaas? Yurdumspor fidelt den türkischen Erstligisten Bursaspor 5:2 weg? Das darf ja wohl nicht wahr sein. Erhöhte Herzfrequenz beim staunenden Beobachter. Selbst Schuld, was tu ich mir das auch an? Jetzt beruhigt mich auch nicht mehr, dass auf der Bursaspor-Homepage vermeldet wird, das Spiel sei 1:1 ausgegangen. Wer weiß, was die gezählt haben? Wahrscheinlich die Roten Karten. Scheinen ja alle in mächtiger Frühform zu sein.

Wie Caroline Beil. Mein Liebling! Schnuckelig anzusehen, so herrlich arrogant, besserwisserisch, überheblich und sensationsgeil mit überragender Lästerquote ohne Rücksicht auf Verluste wie die dämliche Sendung, die sie ansonsten moderiert. Eine hochintelligente Frau, die den einen oder anderen schon spüren lässt, dass sie es für eine Zumutung hält, mit ihnen Zeltplatz und Lagerfeuer teilen zu müssen. Ein absolutes Produkt unserer Ellenbogen-Gesellschaft. Das können wir auch! Deshalb spielt bei unserer Fortuna jetzt im Trainingslager auch Kim Olsen vor, vom dänischen Erstligisten FC Midtjylland. Ein Typ wie Jancker, daher mein Vergleich zu Ellenbogen-Caroline, über seine Charaktereigenschaften werde ich mich hüten, etwas zu sagen, ich kenn den Mann nicht mal von weitem. Leider in letzter Zeit genauso erfolglos wie unser glatzköpfiger Italien-Legionär, allerdings eher aufgrund mangelnder Spielpraxis. Eine Art Roche in breit scheint das zu sein. Aber was denkt man nicht alles im ersten Moment? Auch er hat jetzt einige Tage Zeit, sich vorzustellen und Eindruck zu hinterlassen.

Und dann gibt es auch endlich ein wenig Action. Costa singt, und keiner zeigt ihm mal, wie gut man die alten Asterix-Hefte aus der Jugend in Erinnerung behalten hat, insbesondere das ewig gleiche letzte Bild in jeder Folge des Comics. Costa will auch einen Sirtaki einstudieren, weil das der einzige Tanz ist, den er auch mit zehn Ouzo intus noch unfallfrei beherrscht, da man sich dabei so geschickt umarmen kann. Er scheitert am Widerstand von Mariella Ahrens. Who the hell is Mariella Ahrens? Bergisch Gladbach holt gleich drei Neue, die auch kein Mensch kennt. Als ordentlicher Grieche ist Costa stinkig, weil er keine Abfuhr von Frauen verträgt. Bonns Co-Trainer Gianni Lettieri verträgt die noch nicht mal, wenn sie von einem Mann kommt. Ihm wurde nämlich beim Bonner SC gekündigt. Mit der wohl seltenen Begründung, damit endlich alle Augsburger Zöpfe abgeschnitten zu haben (Trainer, Co-Trainer, Manager und fünf Spieler aus Augsburg in der letzten Saison). Gesagt hat ihm das keiner, er fand das Kündigungsschreiben eines Tages nach dem Training in seinem Auto. Allerdings kann auch er gut schreiben bzw. sein Anwalt. Der pocht nämlich jetzt auf Lettieris Vertrag bis 2005 sowie noch ausstehende Gehälter im fünf(!)stelligen Bereich. Da wäre ich auch stinkig. Da hatte der „Macher“ des Bonner SC, Herr Viol, wohl mal wieder was vergessen. Der ist auch zu beschäftigt im Moment. Er feuert Spieler am laufenden Band, sechs sind es bis jetzt. Mir persönlich tut es Leid um den alten Haudegen Daniel Sengewald. Rund um den Bonner Sportpark Nord wird man seine kleinen Box-Einlagen während des Trainings oder nach dem Spiel vermissen. Unfair auch die Behandlung von Timo Mäkelmann: als beim letzten Vorrunden-Spiel gegen Borussia Mönchengladbach („A“) beide Torleute verletzt waren, stellte sich der Mittelfeldspieler todesmutig vor 74 (! Da fehlt keine dritte Ziffer!) Zuschauern ins Tor und kassierte gegen Ketelaer, Skoubo und Co. nur vier Stück. Zum Dank durfte er gehen. Na ja, vielleicht ist es ja tatsächlich eine Belohnung.

Immerhin holt Viol auch neue Spieler, sieben bis jetzt. Wie er die bezahlen will (bzw. ob), hat er bislang nicht verraten. Aber das hat er ja früher auch nicht. Er hat halt eine Vision.

Genau wie Werner Böhm. Der verrät auch keinem, welchen Fusel er heimlich unter der Bettdecke konsumiert, bevor er nachts geheimnisvolle Lichter im Camp umher geistern sieht. Man möchte ihm zurufen: „Geh ins Licht, Werner, im Licht ist Frieden!“, wohlwissend, was dies in entsprechenden Schnulzenfilmen oder Arztserien bedeutet. Ich würde sogar noch etwas Persönliches ergänzen: „Nu mach endlich!“ Aber er geht nicht.

Wie Borussia Wuppertal. Lange wurde verhandelt, ganz klar ist es noch nicht, aber momentan sieht es so aus, als sollte die Borussia mit dem WSV zum Wuppertaler SV Borussia fusionieren und als WSV II in der Oberliga antreten. Allerdings wohl doch erst in der nächsten Saison. Einigen kann es aber gar nicht schnell genug gehen, weshalb Holger Gaismayr schon seine Sachen packte und beim WSV einrückte. Gut für uns, der Mann war zu Beginn der Hinrunde zwar lange verletzt, aber 22 Treffer in der letzte Saison sprechen eine deutliche Sprache, wozu der in der Rückrunde noch hätte fähig sein können.

Endlich! Darauf hätte ich mich, hätte ich es denn vorher gewusst, schon vor Monaten gefreut: 3.000 Kakerlaken fallen über Daniel Küblböck her! Der Mensch, der ein Kapitel seiner Biografie vielleicht etwas lang, aber nichtsdestotrotz zutreffend mit „Wie man völlig ohne Hirn zu Geld kommt, weil auch deutsche Wirtschaftskrisen-Teenies Schwachsinn kaufen, was die Börse hergibt“ überschreiben sollte, bei lebendigem Leibe begraben unter einer Lawine zappelnden, zuckenden, beißenden Getiers! Aber was ist das? Selbst diese Schaben, die wissenschaftlich anerkannt sogar einen Atomkrieg überleben können, hauen ab und lassen diesen Deppen unversehrt! Der stellt selbst die Natur noch auf den Kopf.

Genau wie Ratingen 04/19. Was so eine ordentliche Insolvenz doch für Kräfte freisetzen kann. Erst eine neue Tribüne, dann Olivier Djappa, jetzt als Nachschlag noch Murat Jasarevic von Erzgebirge Aue, der aber mit Duisburg schon in der 1. Liga spielte und irgendwann bei Hannover 96 oder dem FSV Zwickau auch schon vor einem Spiel Blumen für seinen 50. Zweitliga-Einsatz bekam. Auch in Bocholt drehen sie jetzt langsam am Rad und holen noch Schwiderowski aus Velbert. Ja, so ein letzter Tabellenplatz kann Beine machen. Dafür kommt Schmugge jetzt doch nicht. Der geht lieber zu Kickers Emden. Ist ja praktisch dasselbe wie Bocholt, nur mit mehr Wind.

Und gestern, ja gestern, gab es endlich mal ein Highlight: meine Lieblings-Caroline im Bikini, und dann ab in den Schlammtümpel. Hätte auch das Stadion des GFC Düren sein können, war aber zu klein. Die Zuckermaus in einem Modder, der selbst die kühnsten Träume hiesiger „Event-Manager“ überstieg! Da wäre doch mal ein ordentliches Damen-Schlamm-Catchen möglich gewesen! Leider weigerte sich Dirk Bach. Er wollte sie nachher noch nicht mal umarmen. Aber auch ohne diese Weichkugel ein erhebendes visuelles Erlebnis, das meine Laune schlagartig hob. Und bitte – was passierte beinahe zeitgleich? Fortuna besiegte den spanischen Viertligisten UD Oliva in ihrem ersten Testspiel mit 1:0 und das Goldene Tor erzielte – Anthony Roche! Er kann es also doch. Sollen die anderen doch noch verpflichten, wen sie wollen, wenn bei uns jetzt sogar diejenigen anfangen zu treffen, für die das Tor bisher ein Buch mit sieben Siegeln war, was kann dann noch passieren? Ach, warum achte ich auch nur auf die Konkurrenz! Nach gestern Abend muss ich ehrlich fragen: Wird vielleicht doch alles gut?

Auch wenn sie da draußen im australischen Busch noch einmal alles daran setzten, mir meine Hochstimmung zu verderben. Caroline bezeichnete ihre Körperausdünstungen nach ihrem Bad im Sumpf und ihrer Rückkehr ins Camp wortwörtlich mit „Einer Mischung aus Kotze, Verwesung und Leichenteilen“, wobei sie – wohl eher ungewollt – damit auch direkt die wesentlichen Bestandteile der Beiträge ihrer Sendung im wirklichen Leben benannte. Und Werner Böhm konterte eiskalt mit seinem 25 Jahre alten Gottlieb-Wendehals-Jackett, das er zu Antonias Geburtstag anlegte und welches sich geruchstechnisch in absolut ähnlichen Dimensionen bewegen dürfte. Was natürlich die zu Beginn des Berichtes erwähnten Tränen der Antonia vollends erklärt, wenn nicht gar entschuldigt. Und außerdem bekam sie ja noch eine liebevolle Umarmung von Mariella Ahrens. Who the hell is Mariella Ahrens?

Das alles schockt mich nicht mehr. Auch nicht, dass bei der SSG Bergisch Gladbach ein bulgarischer B-Nationalspieler geholt werden soll, was immer das sein mag. Nach bangen Tagen des Zitterns habe ich meinen Glauben an Fortuna wieder gefunden. Und wenn ihr das lest, dann wisst ihr natürlich schon, wen es heute (Donnerstag) im Camp erwischt hat. Na und? Was kümmert mich das noch? Jetzt gibt es nur noch eins, an das ich denke: Sonntag, 01.02.2004, 15.00 Uhr, Stadion am Hermann-Löns-Weg, 1.FC Union Solingen gegen Fortuna Düsseldorf. Und das Fernsehen mit seinen teilweise absonderlichen Einfällen, wenn es um die Quote und die Kohle geht, kann mir gestohlen bleiben.

Aber vielleicht werd ich doch einen Blick auf den Bildschirm riskieren. Kann ja sein, dass Caroline noch für die Prüfung „Nackt unter Haien“ ausgewählt wird.

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